Die Rolex Submariner – into the details


Ikone. Archetypische Taucheruhr. So wird die Submariner von Rolex oft genannt. Sie ist sicher eines der bekanntesten Modelle aus dem Hause Rolex, wenn nicht gar das bekannteste. Nahezu jeder kennt diese Taucheruhr. Und sie war sicher das Vorbild für viele Taucheruhren anderer Marken.

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Doch woran liegt das? Ist es das unverkennbare und über die Jahre behutsam weiterentwickelte archetypische Design der Uhr?

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Oder liegt es daran, dass Uhren der Submariner-Familie in Film und Fernsehen seit den 1960er Jahren regelmäßig auftauchen? Film- und Romanhelden wie James Bond trugen ebenso eine Submariner wie viele andere mehr oder weniger berühmte Persönlichkeiten.

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Eins steht indes fest: die Rolex Submariner ist eine qualitativ sehr hochwertige, langlebige und zeitlose Taucheruhr, in all ihren Ausführungen und Varianten. Deswegen tragen derart viele Menschen eine Submariner.

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Über meine eigenen Erfahrungen mit der Submariner habe ich bereits hier etwas geschrieben:

Die Rolex Submariner – Archetypus einer Taucheruhr

Wie auch bereits zuvor bei der GMT-Master, bei den Explorern und bei den Daytonas von Rolex so möchte ich hier in diesem Blog die Historie der gesamten Uhrenfamilie der Submariner darstellen.

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Dabei geht es weniger um die winzigen Details z.B. der verschiedenen Blattvarianten, sondern eher um die Historie und um die Hintergründe zur Rolex Submariner.

Wer sich näher mit den verschiedenen Zifferblattvarianten der Rolex Submariner und Sea Dweller Modellen beschäftigen möchte kann dies hier in meinem Blog tun. Ich habe die Artikel weiter unten verlinkt.

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Seit 1953 baut Rolex die Submariner. Es war die Zeit der Forscher, Pioniere und Abenteurer. Seien es die bemannte Raumfahrt oder die Erforschung unseres Planeten, überall wurden seinerzeit faszinierende Höchstleistungen erbracht und die vorhandenen Grenzen Stück für Stück immer weiter verschoben. Lange bevor der technische Fortschritt alles zu dominieren begann waren es die Menschen, die solche Höchstleistungen erbracht haben.

Und diese Pioniere brauchten alle auch zuverlässige Uhren. Denn egal ob man sich z.B. die Luft-und Raumfahrt oder die Erforschung der Tiefsee anschaut, überall war die exakte und zuverlässige Messung der Zeit ein wichtiger, manchmal sogar lebenswichtiger Faktor.

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Damals waren mechanische Uhren also noch tatsächliche Tool-Watches, Werkzeuge, die überlebenswichtig waren. Und genau dieses Image wird auch heute noch gerne ge- und verkauft. Rolex besetzte die Lücke in den 1960er Jahren perfekt. Die Submariner als Uhr für die Erforschung der Ozeane und für andere maritime, teilweise auch militärische Zwecke, die GMT-Master für die Luft- und Raumfahrt, die Explorer für die Abenteuer im Hochgebirge, in den Wüsten und Höhlen der Welt und der Cosmograph Daytona für die Rennfahrer.

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Doch ohne überragende technische Qualitäten wie eine garantierte Wasserfestigkeit, eine zuverlässige und lange Haltbarkeit und eine einfache und preiswerte Austauschbarkeit einzelner Bauteile (Lünetteneinlagen, Schließen der Bänder usw.) hätten Rolex Uhren wohl kaum ihren heutigen Ruf. Marketing gab es zwar damals schon, aber Substanz war die Grundlage eines Erfolgs, weniger tolle Stories mit bunten und schönen Bildern.

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Verschiedene Gerüchte ranken sich darum, wie man bei Rolex auf die Idee kam, die Submariner zu bauen. Sicher ist, dass Rolex bereits seit den 1920er Jahren Erfahrung im Bau wasserfester Uhren besaß, damals eine unglaubliche technologische Leistung. Im Jahr 1927 durchschwamm die Engländerin Mercedes Gleitze dem Ärmelkanal.

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An ihrem Arm befand sich eine Armbanduhr von Rolex, die die Durchquerung des Kanals ohne Probleme überstand. Die Bezeichnung „Oyster“ kommt nicht von ungefähr. Auch die gleichnamigen Muscheln können ihr Gehäuse absolut dicht verschließen.

oyster-perpetual_htr_waterproofness_0001_840x4601Ein Jahr später durchschwamm Mercedes Gleitze auch die Straße von Gibraltar. Einige weitere schwimmende Erstquerungen von Wasserstraßen sollten folgen, immer dabei war die Rolex Oyster.

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Hans Wilsdorf, der Gründer von Rolex hatte ein sehr gutes Gespür für die Zugkraft solcher Geschichten und so setzte er mit Rolex früh und sehr selbstbewusst auf Werbung.

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Die glaubwürdigste Geschichte zur Entstehung der Rolex Submariner besagt, dass René-Paul Jeanneret, damals Mitglied des Rolex-Direktoriums, die Idee zu einer wasserdichten professionellen Uhr hatte, die gleichzeitig aber genug Eleganz ausstrahlen sollte um sie auch im Alltag tragen zu können. Erwähnt werden muss auch, dass Jeanneret selber mit Begeisterung dem Tauchsport frönte und so ist anzunehmen, dass er sehr genau wusste wie eine solche Uhr aussehen und was sie können muss.

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Aus dieser Idee entstand die Rolex Submariner als sehr gelungene Synthese aus Form und Funktion.

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Insgesamt entwickelte Rolex die bereits seit fast 30 Jahren existenten wasserdichten Oyster Uhren konsequent zur Submariner weiter. Auf dem Weg dorthin kooperierte Rolex u.a. mit Panerai. Vertrieb nicht nur Uhren, sondern auch vielfältiges Unterwasserzubehör. Und so entstanden die für Panerai so typischen Uhren im kissenförmigen Oystergehäuse und mit von Rolex gelieferter Cortébert-Technik, in denen Panerai spezielle Zifferblätter für eine bessere Ablesbarkeit der Uhren bei schlechten Lichtverhältnissen, z.B. unter Wasser, ergänzte.

Der famose Gisbert Brunner berichtet zudem über eine Freundschaft vom oben bereits erwähnten Rolex-Direktor Jeanneret mit Jaques-Yves Cousteau. Beide verband die Liebe zur Unterwasserwelt und dem Tauchsport. Auch durch derartige Kontakte dürfte Rolex auf dem Weg hin zur Submariner entscheidende Schritte vorangekommen sein. Cousteau wiederum kannte Henri Germain Delauze, den Gründer des Tauchunternehmens COMEX, das 1951 gegründet worden war. So schließt sich der Kreis.

Auf dem Weg zur Rolex Submariner…

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Im Jahr 1960 landete Rolex dann einen weiteren Coup, welcher der Marke und den Taucheruhren eine weltweite Bekanntheit beschert hat. Und dieser Ruhm hält bis heute an, denn wohl jeder Rolex-Enthusiast kennt Jaques Piccard und Don Walsh und natürlich ihr Tauchboot, die Trieste.

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An diesem Tauchboot war außen eine spezielle, tiefseetaugliche Rolex Taucheruhr, die Deep Sea Special, befestigt. Der Tauchgang führte Crew, Boot und Uhr dann hinab in den Mariannengraben, der größten Meerestiefe unseres Planeten, die bei 10.916 Metern liegt.

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Diese Rekordtiefe, in die nie zuvor ein Mensch gelangt ist, überstanden alle einschließlich der Uhr unbeschadet.

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Viele wissen nicht, dass Rolex bereits ab 1953 spezielle Gehäusekonstruktionen und Taucheruhren an der Außenseite von Tauchbooten testete. Ein schönes Beispiel dafür ist die Bathyscape FNRS-2 (FNRS steht für: Fonds National de la Recherche Scientifique; eine 1928 vom belgischen König gegründete wissenschaftliche Stiftung) von Auguste Piccard (dem Vater von Jaques Piccard, s.o.). Das Boot, das 1948 gebaute erste Tiefsee-Tauchboot der Welt, das sich unter Wasser autonom bewegen konnte und nicht an Halteseilen befestigt war, erreichte stolze 3131,8 Meter und die Rolex außen am Boot überstand diesen Tauchgang vollkommen unbeschadet.

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Auguste Piccard war ein echter Pionier und Abenteurer. Bereits 1931 baute er einen bemannten Forschungsballon mit der Bezeichnung FNRS-1, der im selben Jahr einen Höhenweltrekord von 15.785 m aufstellte

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Auch in der jüngeren Geschichte, im März des Jahre 2012, unternahm eine speziell von Rolex für dieses Vorhaben konstruierte Uhr, die Deep Sea Challenge, außen an einem Tauchboot befestigt eine Reise in die Tiefen des Ozeans, genauer zur Challenger Tiefe, die auf unter 10.800 Metern liegt.

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Initiiert und gefilmt wurde diese Reise von keinem geringeren als von James Cameron in Zusammenarbeit mit National Geographic.james-cameron-posing-with-rolex-deepsea-challenge1

Hier habe ich bereits etwas ausführlicher über die Deep Sea Specials und über die Deep Sea Challenge berichtet:

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Ebenfalls im Jahr 1953 führte Rolex in Zusammenarbeit mit einem Meeresforschungsinstitut mehrere dutzend Tauchversuche mit Vorserienmodellen der Submariner im Mittelmeer durch. Dabei wurden die Anfangs bis 100 Metern wasserfesten Uhren an einem Seil sogar deutlich tiefer als 100 Meter und für mehr als eine Stunde hinab gelassen.

1954: Die Markteinführung der Rolex Submariner

Solche Tests und die spektakulären Höchstleistungen sorgten für den notwendigen Input bei der Entwicklung und für öffentliches Interesse. Die Herausforderung bestand für Rolex darin eine ebenso funktionale und professionell einsetzbare Taucheruhr wie auch im Alltag tragbare Uhr zu bauen. 1953 gilt als Entstehungsjahr der Rolex Submariner. Präsentiert wurde das erste Modell allerdings erst im Jahr 1954 auf der Uhrenmesse in Basel.

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Genauer gesagt präsentierte Rolex 1954 nicht „die eine“ Submariner. Es waren drei Submariner Modelle mit den Referenzen 6200, 6204 und 6205.

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Den Schriftzug „Submariner“ auf dem Zifferblattergänzte Rolex erst Ende 1954. Diese frühen Submariner, denen zudem auch der heute übliche Kronenschutz fehlt, werden in Sammlerkreisen auch „James Bond“ genannt. Ian Flemings Romanfigur trug in den Büchern stets eine Rolex. In den Filmen war dies auch so. Doch mit der Zeit änderte sich dies hin zu Omega, die heute die James Bond-Uhren bauen. Wenn Ian Fleming das wüsste…!

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Rolex hat mit der Submariner eine echte Stil-Ikone erschaffen. Woran das liegen könnte erwähnte ich bereits eingangs. Ganz sicher liegt das aber an der langsamen und wohl überlegten Evolution der Uhrenlinien bei Rolex. Schnelle und hektische Modellwechsel überlässt man getrost anderen Marken. Mich erinnert die Submariner immer an den Porsche 911. Vergleicht man das erste mit dem aktuellen Modell, so kann man bei beiden noch immer deutlich die gleiche Design-DNA erkennen.

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Hier nun die Submariner Referenzen in der chronologischen Abfolge:

1953 – Referenz 6204

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Blatt mit Strich- und Punkt-Indicés, Wasserfest bis 100 Meter (die ersten Uhren dieser Referenz), wenig später bis 180 Meter. Mit 5,3mm kleinere Krone (Ref. 24-530) als die Ref. 6205. Automatikkaliber 9 3/4´´A.260. Es gab zu dieser Referenz zwei genietete Armbänder: das Oyster-Band mit der Ref. 7206 „Flushfit“ und das Oyster-Band mit der Ref. 6636 „Flushfit“ das bereits ein Verlängerungsglied hatte. Die Ref. 6204 wurde nur bis 1954 gefertigt

1954 – Referenz 6200

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Sog. Explorer-Blatt mit arabischen Zahlen bei 3, 6 und 9 Uhr. Automatikkaliber 10 1/2´´A.296. Wasserfest bis 200 Meter. 8mm große Brevet-Aufzugskrone (Ref. 24-800). Zudem massiveres Gehäuse als die 6204/6205. Die verbauten Oysterbänder entsprechen denen der Ref. 6204 (s.o.). Die Ref. 6200 wurde 1954 gefertigt.

1954 – Referenz 6205

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Mit 6mm etwas größere Aufzugskrone (Ref. 24-600) als die Ref. 6204. Ebenfalls Automatikkaliber 9 3/4´´A.260. Wasserfest bis 100 Meter. Die verbauten Oysterbänder entsprechen denen der Ref. 6204 und 6200 (s.o.). Die Ref. 6205 wurde 1954 bis 1955 gefertigt.

1954 etwa ab Ende 1954 wurde der Submariner-Schriftzug auf dem Blatt ergänzt.

1955 – Referenz 6538

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Diese Referenz ersetzte die Referenz 6204 und erhielt das Kaliber 1030. Von dieser Referenz gibt es auch Uhren, die für die britische Royal Navy gefertigt worden sind. Erkennbar sind diese an der Referenz A/6538, an der Kennzeichnung der Gehäuseböden, an einer größeren und damit griffigeren Lünette aus Neusilber und an fest verbauten Stegen für das Armband. Zudem hatte diese Military Submariner ein Explorer Blatt mit den arabischen Zahlen 3, 6 und 9. Ab 1956 führte auch die Royal Canadian Navy die Ref. 6538 als Uhr für die eigenen Taucher ein. Einige der A/3568 waren ursprünglich mit der Referenz 6540 (die Ref. 6541 war die antimagnetische Milgauss und die 6542 die erste GMT Master und die Ref. 6543 war die erste amagnetische Milgauss, die allesamt auch für militärische Zwecke gebaut worden sind) gekennzeichnet. Diese Referenz stellte Rolex ursprünglich für den britischen Special Boat Service her. Es wurden anfangs 21 Uhren geordert. Als dann aber wesentlich mehr Uhren benötigt wurden änderte Rolex die Referenz auf A/6538. Die 8mm große Brevet-Krone trägt die Referenz 24-800. Die verbauten Oysterbänder entsprechen denen der Ref. 6204, 6200 und 6205 (s.o.). Die Ref. 6538 wurde 1954 bis 1959 gefertigt. Die modifizierte Ref. 6538A erschien in 1959 (s.u.).

1955 – Referenz 6536 (mit Zusatz „/1“ bezeichnet es die Chronometerversion)

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Diese Referenz ersetzte die Referenz 6205 und erhielt ebenfalls das Kaliber 1030 und behielt die etwas kleinere, 6mm große (Ref. 24-600) Aufzugskrone im Ggs. zur Ref. 6538. Ab 1956 bekam die Ref. 6536 ein rotes Dreieck auf der Lünette. Die verbauten Oysterbänder entsprechen denen der vorangegangenen Referenzen (s.o.). Die Ref. 6536  wurde 1955 bis 1959 gefertigt.

1956 – etwa ab diesem Zeitpunkt veränderte Rolex u.a. die Drehlünette. Dies bekam nun eine Minuteneinteilung in der ersten Viertelstunde. Auch das Zeigerdesign änderte sich leicht. So wanderte der Leuchtpunkt des Sekundenzeigers von dessen Spitze etwas in Richtung Zeigerachse.

1957 – Referenz 5508

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Diese neue Referenz bekam ebenfalls das Kaliber 1530 und ersetzte die Ref. 6536/1. Die verwendete Kronr war die 6mm große Ref. 24-600. Die verbauten Oysterbänder entsprechen denen der vorangegangenen Referenzen (s.o.). Die Ref. 5508 wurde 1957 bis 1961 gefertigt.

1958 – Referenz 5510

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Die Referenz 5510 ersetzte die Referenz 6200. In ihr versieht das Kaliber 1530 seinen Dienst. Sie hatte die 8mm große Krone Ref. 24-800. Die verbauten Oysterbänder entsprechen ebenfalls denen der vorangegangenen Referenzen (s.o.). Die Ref. 5510 wurde 1958 gefertigt.

1959 – Referenz 5512

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Diese Referenz fertigte Rolex von 1959 bis 1978. Rolex veränderte nun auch das Gehäuse. Es wuchs von bisher 36mm auf 40mm im Durchmesser und es wurde der Kronenschutz eingeführt, den heute noch jede neue Submariner (und weitere Sportmodelle) tragen. Die ersten Uhren der Ref. 5512 waren noch keine zertifizierten Chronometer. Etwas später wurden die Uhren aber als Chronometer geprüft. Auf dem Zifferblatt der Ref. 5512 wurde fortan der Schriftzug „Superlative Chronometer Officially Certified“ ergänzt. Auch diese Referenz bekam das Kaliber 1530. Die verbauten Oysterbänder entsprechen anfangs denen der vorangegangenen Referenzen  (s.o.). Ab den frühen 1960er Jahren wurde das nicht mehr genietete Oyster-Band Ref. 9315 mit Fliplock-Schließe genutzt. In den 1970er Jahren wurde dieses durch die Ref. 93150, ebenfalls mit Fliplock-Schließe, ersetzt.

1959 – Referenz 6538A

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Auch bei der Referenz 6538A, die  kurze Zeit parallel zur Ref. 5512 weiterlief, wurde der Schriftzug „Superlative Chronometer Officially Certified“ auf dem Zifferblatt ergänzt.

1962 – Referenz 5513

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Die Referenz 5513 ist wohl diejenige Submariner, die neben der Ref. 1680 am häufigsten im Markt vertreten ist. Nahezu unverändert gebaut hat sie Rolex von 1962 bis 1989, also 27 Jahre lang. Lediglich ein Glanzblatt mit in Weißgold eingefassten Indicés wurde ab etwa 1985 anstelle des alten Maxi-Blattes verbaut. Die bei der Ref. 5513 verbauten Oyster-Bänder entsprechen denen der Ref. 5512 (s.o.).

Zu den vielen und zum Teil sehr Rolex-spezifischen Bezeichnungen habe ich hier in diesem Blog bereits eine Übersicht veröffentlicht.

Das Rolex Lexikon

Anfänglich fand ebenfalls das Kaliber 1530 Verwendung. Doch bereits 1963 änderte Rolex dies und verbaute von nun an das Kaliber 1520 in dieser Referenz. Die Ref. 5513 war kein zertifizierter Chronometer.

Die Ref. 5513 gab es auch als Military Sub, die vorwiegend (wie zuvor schon die Ref. A/6538) für die britische Royal Navy gebaut worden ist. Es gab auch mit „5513/5517“ doppelt signierte MilSubs.

5513-milAusgestattet waren diese Uhren mit Schwertzeigern (teilweise bei 5513, sonst normale Mercedes-Zeiger; immer bei 5517), mit einer Lünette, die rundherum Minutenindicés trägt (teilweise bei 5513, sonst normale Lünette; immer bei 5517) und mit festen Stegen für das Band.

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Die Gehäuseböden sind mit der militärischen Versorgungsnummer (beginnt mit 0552 oder W10) und darunter ein Dreieck mit eine Winkel über der Spitze sowie darunter der Nummer der Uhr und einer zweistelligen Jahreszahl graviert. Die sonst üblichen Gehäusenummern fehlen den MilSubs. Auf den Blättern findet sich ein kleines T in einem Kreis als Zeichen für Tritium als Leuchtmasse. Man schätzt, dass es etwa 1.200 MilSubs der Referenzen 5513 und 5517 gegeben hat, von denen wenige hundert, wenn überhaupt, überlebt haben dürften.

Die Referenz 5514

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Diese sehr rare Referenz, einige Quellen sprechen von nur 154 gefertigten Uhren, wurde speziell und ausschließlich für die Tauchfirma COMEX (Compagnie Maritime d’Expertises) gebaut und wohl auch mit COMEX zusammen entwickelt. Es handelt sich um Submariner der Referenz 5513, denen ein Heliumventil (s.u.) in das Gehäuse eingebaut worden ist. Solche modifizierten 5513 wurden von etwa 1970 bis 1973 gebaut und getestet. Nachdem die Tests erfolgreich abgeschlossen waren entstand die Referenz 5514. Diese Referenz gab es nie frei zu kaufen. Anfänglich trugen sie auch noch nicht das COMEX-Logo auf dem Blatt. Die Gehäuseböden dieser Uhren waren für COMEX graviert. Sie gehören zu den wertvollsten Submariner Referenzen die man finden kann. Der genaue Fertigungszeitraum ist unklar, allerdings zog sich die Fertigung über einige Jahre, vermutlich zwischen 1970 und 1979, hin. Geliefert wurden diese Uhren in kleinen Serien. Sie dürfen als Zwitter zwischen Submariner und Sea Dweller gesehen werden.

Mehr zu den Rolex Comex Uhren und ihrer Historie habe ich hier geschrieben:

Rolex Comex – into the details

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Es gibt auch ganz seltene Uhren der Ref. 5514, die auf dem Zifferblatt mit A.R.A. gekennzeichnet sind und dennoch das COMEX-Logo auf dem Boden tragen. A.R.A. steht für „Armada de la Republica Argentina“.

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Ob und in welcher Form COMEX und die argentinischen Streitkräfte kooperierten ist unklar. U.U. lieferte Rolex Uhren, die sonst an COMEX geliefert wurden auch an Streitkräfte aus?! Niemand außer Rolex weiß das.

1967 – die Sea Dweller

Ab etwa 1967 entwickelte Rolex mit und für die Tauchfirma COMEX eine Taucheruhr, die noch mehr auf den professionellen Einsatz ausgelegt war. Zusätzlich zu den Merkmalen der Submariner bekam das Gehäuse bei 9 Uhr ein Heliumventil. Dieses Heliumventil ist ein wichtiges Detail für Berufstaucher, die sich in Tauchkapseln aufhalten, dort arbeiten und die ihre Dekompression in einer Helium-angereicherten Atmosphäre in diesen Tauchkapseln absolvieren. Heliummoleküle sind kleiner als Sauerstoff- oder Wasserstoffmoleküle und können so auch die Dichtungen einer Uhr passieren. Bei der Dekompression würde der Druck in der Uhr ohne ein solches Ventil rasch ansteigen und z.B. das Uhrglas heraus sprengen. Durch das Ventil kann das Helium entweichen.

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Die Sea Dweller Referenz 1665 besaß bereits ein Datum, allerdings keine Zyklopenlupe. Das ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen Submariner und Sea Dweller.

Über die Entwicklung der Sea Dweller habe ich in einem separaten Beitrag berichtet.

Die Rolex Sea-Dweller – into the details

Näheres zu den auch bei der Sea Dweller vorhandenen Blattvarianten habe ich bereits hier verfasst:

Die Rolex Sea Dweller Double Red

Die Rolex Sea Dweller Great White

Die Rolex Sea Dweller Triple Six

Die Rolex Sea Dweller Ref. 16600

und

Die verschiedenen Gesichter der Deep Sea Ref. 116660 

1969 – Referenz 1680

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Die 1969 präsentierte Referenz 1680 stellt, neben der Referenz 5513, zahlenmäßig sicher den größten Anteil an Vintage Submarinern im Markt. In einigen Quellen kursiert als Jahr der Präsentation dieser Referenz 1966. Richtig ist wohl, dass Rolex erste Prototypen der Submariner mit Datum ab etwa 1966 den Händlern präsentiert hat. Die eigentliche Ref. 1680 wurde aber 1969 eingeführt und ab diesem Zeitpunkt auch verkauft. Sie besitzt das Kaliber 1575 und damit eine Datumsanzeige, die über eine Lupe außen im Glas vergrößert dargestellt wird. Diese Zyklopenlupe ist für die einen ein klassischen Design- und Erkennungsmerkmal einer Rolex. Für die anderen ist es ein störendes Detail. Die Ref. 1680 wurde von 1969 bis etwa 1974 mit einem roten „Submariner“ Schriftzug auf dem Blatt gefertigt. Die „RedSub“ war geboren und sie genießt heute in Sammlerkreisen höchste Wertschätzung. Die Ref. 1680 wurde mit den genieteten Oyster-Bändern Ref. 7206 „Flushfit“, Ref. 9315 „Fliplock“ (, nicht mehr genietet, ab den 1960er Jahren) und Ref. 93150 „Fliplock“.

Über die verschiedenen Blattvarianten der RedSub habe ich bereits hier im Blog eingehend berichtet:

Die Blattvarianten der Red Sub

Von etwa 1976 bis 1979 wurde die Referenz 1680 dann mit einem weißen „Submariner“ Schriftzug auf dem Blatt gefertigt.

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Im Jahr 1975 wurden ganz offenbar noch die RedSub abverkauft, denn auch in den Rolex-Katalogen aus diesem Jahr taucht noch die RedSub auf. Die „weiße“ 1680 wurde dann 1976 präsentiert. Auch bei dieser gibt es verschiedene Blattvarianten, die ich hier näher erläutert habe:

Die Blattvarianten der „weißen“ Ref. 1680

Ab etwa 1970 wurde die Submariner Date auch als massivgoldene Version mit der Referenz 1680/8 angeboten.

1981 – Referenz 16800

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Im Jahr 1981 begann für die Submariner eine neue Ära. Die Referenz 16800 bekam als sog. Transitional Model als erste Submariner ein Safirglas, besaß anfangs aber noch ein Blatt alter Art, matt und ohne die weißgoldenen Einfassungen der Indicés. Die neue Art der glänzenden (glossy) Blätter kam erst 1985. Die Wasserfestigkeit der Uhr stieg auf 300 Meter. Als Uhrwerk wurde das Kaliber 3085 verbaut. Die Ref. 16800 wurde mit dem Oyster-Band  Ref. 93150 „Fliplock“ ausgeliefert.

Als Sicherheitsmerkmal für Taucher änderte Rolex die Lünette. Sie war ab sofort nur noch einseitig, „gegen die Uhr“ verstellbar. Dies führte dazu, dass die gemessene Tauchzeit beim unbeabsichtigten Verstellen der Lünette kürzer wird und somit bei einer notwendigen Dekompression keine zu kurzen Deko-Stopps durchgeführt werden können. Zu kurze Deko-Stopps könnten zu einem ausperlen von Stickstoff im Blut und so zur gefürchteten Taucherkrankheit führen. Warum Rolex dieses mehr als sinnvolle Detail erst in 1981 eingeführt hat? Einige Quellen sprechen von einem Patent, das Blancpain im Jahr 1952 für die Fifty Fathoms eingereicht hat und das eine rastende Drehlünette patentierte. Erst nach dem Auslaufen des Patentschutzes nach 30 Jahren brachte Rolex die einseitig rastende Lünette.

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Gleichzeitig wurde auch die Referenz 16808 als massiv goldene Variante der Submariner eingeführt.

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Die Stahl-/Gold-Variante mit der Referenz 16803 wurde im Jahr 1983 eingeführt. Die Materialkombination nennt Rolex „Rolesor“.

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Im Laufe der Zeit, etwa 1986, änderte Rolex die Referenznummer der Submariner Date. Man fügte eine Null hinzu und es entstand die Ref. 168000. Diese hatte nun das oben beschriebene „glossy-dial“ und zudem verwendete Rolex in dieser Referenz Edelstahl vom Typ 904L mit einem höheren Molybdän- und Nickelanteil anstelle des bisher verwendeten Stahls vom Typ 316L. Dieser neue Stahl war korrosionsbeständiger, was sich besonders an der Kontaktstelle zwischen Gehäuseboden und Gehäusemittelteil und bei Uhren, die oft im Salzwasser getragen werden positiv hinsichtlich der Vermeidung von Kontaktkorrosion auswirken sollte.

1988 – die Referenz 16610

In 1988 stellte Rolex die neue Generation der Submariner vor. In dieser Uhr versah das weiterentwickelte Rolex Kaliber 3185 seinen Dienst.

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Rolex veränderte die 16610 in den darauf folgenden Jahren in einigen technischen Details. Ein Wechsel der Leuchtmasse von Tritium auf Superluminova etwa in 1998, eine etwas schmalerer Stundenzeiger ebenfalls in 1998, ein neues Band mit der Ref. 93250 mit massiven Anstößen (SEL) und neuer Tauchverlängerung im Jahr 2000, ein Safirglas mit Laserkrone bei 6 Uhr als Sicherheitsmerkmal in 2003

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und ein modifiziertes Gehäuse ohne die bis dahin durchbohrten Hörner ebenfalls im Jahr 2003.

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Natürlich gab es auch von der neuen Submariner-Generation Rolesor- und Gold-Modelle. Das Rolesor-Modell bekam die Referenz 16613.

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Das Goldmodell, der Rolex Terminologie folgend, die 16618.

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Im Jahr 2003, zum 50 Jubiläum der Submariner, legte Rolex mit der Referenz 16610LV (Lunette Verde) eine Version mit grüner Lünette auf. Rolex-Fans nennen dieses Modell meist einfach nur LV oder Frosch. Zusätzlich finden sich ein breiterer Minutenzeiger und größere Indices auf dem Blatt als bei der normalen 16610.

Mehr zu diesem Jubiläumsmodell gibt es hier zu lesen

https://100percentpassion.net/2014/07/30/die-rolex-submariner-16610-lv/

1989 – die Referenz 14060

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Nach 27 Jahren im Programm löste die 1988 vorgestellte und 1989 eingeführte Ref. 14060 die legendäre Ref. 5513 ab. Die neue Referenz trug alle technischen Fortschritte der 16610 (Safirglas usw.) in sich und wurde mit dem Kaliber 3000 ausgestattet. Das verwendete Band ist die Ref. 93150 Fliplock.

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Im Jahr 2000 erfolgte die Umbenennung in die Referenz 14060M. Optisch sind die Modelle allerdings nur anhand der Laserkrone im Saphirglas zu unterscheiden. Technisch änderte Rolex das Kaliber. Bei der 14060M wurde das Kaliber 3130 verwendet. Ab 2007 wurden die Kaliber der 14060M dann auf Chronometer normreguliert und geprüft. Als Ausweis dessen zieren der Schriftzug „Superlative Chronometer Officially Certified“ das Zifferblatt.

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Im Jahr 2007 wurden dann nach und nach alle Submariner Modelle mit einem gravierten Rehaut ausgestattet. Der Rehaut bezeichnet den Metallring zwischen Zifferblatt und Glas. Er trägt zehnmal den Schriftzug „Rolex“, ergänzt durch die Rolex-Krone bei 12 Uhr und die Gehäusenummer der Uhr bei 6 Uhr.

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Von nun ab konnte man also die Gehäusenummer einer jeden Rolex Submariner ablesen ohne das Band demontieren zu müssen.

2008 – Referenzen 116618 und 116619

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Das Jahr 2008 kann man mit Blick auf die Submariner durchaus als weiteren Meilenstein bezeichnen. Das Gehäuse wurde zuerst bei den Goldmodellen, später dann auch bei den Stahluhren, erheblich verändert. Es wurde wesentlich massiver, was speziell an den Hörnern auffällt. Zudem bekam die Uhr, wie zuvor die GMT-Master II Ref. 116710LN, eine Cerachrom-Lünette aus Keramik. Auch die Schließe wurde technisch optimiert. Ein Maxi-Dial ähnlich dem der 11610LV und der GMT Master II runden die neue Erscheinung ab.

Das Gelbgoldmodell gibt es als Ref. 116618 LN mit schwarzem Blatt und schwarzer Lünette und als Ref. 116618LB mit blauem Blatt und blauer Lünette.

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Die Weißgoldversion trägt die Referenz 116619LB. Am LB (Lunette Bleu) kann man erkennen, dass diese Uhr eine blaue Lünette trägt. Das tiefblaue Blatt passt perfekt dazu.

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2009 folgten dann die Rolesor-Modelle mit den Referenzen 116613 LN und LB, die es folglich ebenfalls in Schwarz und in Blau gibt.

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Bis 2010 mussten die Rolex-Fans warten bis es die neue Submariner Date auch in Edelstahl gab.

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Zu haben war die Uhr klassisch mit schwarzer Lünette als Ref. 116610LN und mit grüner Lünette, die dann das Kürzel LV hinter der Referenznummer trägt.

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Diese Uhr hat auch ein grünes Blatt, was ihr den Spitznamen „Hulk“ beschert hat, angelehnt an den Comic-Helden der sich bei Streß oder Gefahr in Form und Farbe (grün) verändert.

Ausführlich habe ich über die Blattvarianten der 116610LN u.a. hier berichtet

Rolex Submariner Ref. 116610LN – die Blattvarianten

2012 – Referenz 114060

114060

Bis 2012 dauerte es, dass Rolex auch die Sub No Date optisch wie technisch auf den neuesten Stand gebracht hat. Die Insignien der Ref. 116610 wie massiveres Gehäuse, Maxi-Dial, Cerachrom-Lünette und neuartige Schließe finden sich nun auch beim wohl klassischsten aller Submariner Modelle.

Meine persönlichen Eindrücke von dieser puristischen Submariner, die auch ein Teil meiner Sammlung ist, können hier nachgelesen werden

Rolex Submariner Archetypus einer Taucheruhr

Als analoge Lektüre zum Thema kann ich das Submariner-Buch von Guido Mondani wärmstens empfehlen.

img_66731

Hier gibt es einige Eindrücke dieses wirklich erstklassigen Werkes:

Mondanis Rolex Submariner Light

Wir dürfen also gespannt sein, wie sich diese Ikone bzw. eher wie sich die gesamte Submariner-Familie weiterentwickeln wird. Die Zukunft wird es zeigen. Und ich werde diesen Artikel dann fortführen…

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