Die Rolex Sea Dweller – into the details


Die Rolex Sea Dweller – into the details

Die Rolex Sea Dweller faszinierte mich vom Anbeginn meiner Leidenschaft für gute mechanische Uhren an. Ich muss zugeben, dass mir anfangs primär die fehlende Zyklopenlupe bei vorhandener Datumsanzeige sehr sympatisch war. Erst nach und nach verstand ich die die tatsächlichen Unterschiede zwischen der Submariner und der Sea Dweller und noch wesentlich später interessierte mich dann auch die Historie der einzelnen Rolex Sportmodelle.

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Und so entstanden schon verschiedenen Artikel zu der Historie und zu den Details z.B. der GMT-Master, der Daytona, der Explorer und der Submariner. Da die Submariner die direkte und engste „Schwester“ der Sea Dweller in der Rolex Familie ist hier der Link zu meinem Blog über die Historie der Submariner:

Die Rolex Submariner – into the details

Doch zurück zum eigentlichen Thema, zur Rolex Sea Dweller. Hier in diesem Artikel möchte ich den Fokus auf die Entstehungsgeschichte dieses Modells und auf die verschiedenen Referenzen lenken, die im Laufe der letzten Jahrzehnte entstanden sind. Details zu den verschiedenen Zifferblattvarianten der Sea Dweller-Modelle werde ich hier in diesem Artikel der Übersichtlichkeit halber nicht darstellen.

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Denn das habe ich bereits an anderer Stelle in diesem Blog getan:

Die Rolex Sea Dweller Double Red

Die Rolex Sea Dweller Ref. 1665 Great White

Die Rolex Sea Dweller Ref. 16660

Die Rolex Sea Dweller Ref. 16600

und

Die verschiedenen Gesichter der Rolex Deep Sea

The Beautiful Beast

Die Rolex Sea Dweller war schon immer die noch etwas professionellere Taucheruhr im Hause Rolex. Eine größere Wasserfestigkeit und das Heliumventil zeigen dies deutlich.

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Ein solches Heliumventil benötigen streng genommen nur Taucheruhren, die von professionellen Tauchern verwendet werden. Hier wird die Atemluft gerne dahingehend verändert, dass der Stickstoffanteil der Atemluft (normalerweise 78%) abgesenkt und durch Edelgase wie Helium ersetzt wird. Dieses Gasgemisch nennt man dann Heliox. Stickstoff löst sich unter Druck im Blut des Tauchers. Lässt der Druck zu schnell nach perlt das Gas im Blut aus, was zur berüchtigten Taucherkrankheit führen kann. Deswegen müssen Taucher auch bei entsprechend langen und tiefen Tauchgängen, also bei Sättigungstauchgängen, die sog. Dekompressions-Stopps in bestimmten Tiefen einlegen. Während dieser Stopps kann der Stickstoff wieder über die Atmung den Körper des Tauchers verlassen, ohne dass sich die gefährlichen Gasblasen im Blut bilden.

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Bei professionellen Tauchern wird das Stickstoff der Atemluft wie bereits erwähnt durch ein Edelgas wie Helium ersetzt. Dieses löst sich nicht im Blut. Dadurch können Tauchzeit und Tauchtiefe ausgedehnt werden.

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Helium-Moleküle sind allerdings derart klein, dass sie unter Druck auch die Dichtungen einer Uhr passieren können. So kann der Druck in einer Uhr über das eindringende Helium stetig steigen. Sauerstoff- und Wasserstoffmoleküle sind wesentlich zu groß, um die Dichtungen einer Uhr zu passieren.

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Wenn nun ein professioneller Taucher auftaucht oder der Druck in seiner Tauchkapsel nachlässt, dann könnte das Helium in der Uhr z.B. das Glas aus der Uhr heraus sprengen, da es über die Dichtungen nur sehr langsam entweichen kann. Daher verfügen professionelle Taucheruhren über ein Heliumventil. Über dieses kann das Helium in der Uhr rasch ausströmen, ohne dass die Uhr Schaden nimmt.

Wie bereits im weiter oben verlinkten Artikel zur Historie der Rolex Submariner dargestellt wurden die ersten Taucheruhren von Rolex Anfang der 1950er Jahre zusammen mit professionellen und semiprofessionellen Tauchern entwickelt.

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Und bereits zu dieser Zeit beteiligte sich Rolex auch an Tiefseetauchprojekten wie der Bathyscape FNRS-2 (FNRS steht für: Fonds National de la Recherche Scientifique; eine 1928 vom belgischen König gegründete wissenschaftliche Stiftung) von Auguste Piccard (dem Vater von Jaques Piccard, s.u.). Das Boot, das 1948 gebaute erste Tiefsee-Tauchboot der Welt, das sich unter Wasser autonom bewegen konnte und nicht an Halteseilen befestigt war, erreichte stolze 3131,80 Meter und die Rolex außen am Boot überstand diesen Tauchgang vollkommen unbeschadet.

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Im Jahr 1960 landete Rolex dann einen weiteren Coup, welcher der Marke und den Taucheruhren eine weltweite Bekanntheit beschert hat.

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Und dieser Ruhm hält bis heute an, denn wohl jeder Rolex-Enthusiast kennt Jaques Piccard und Don Walsh und natürlich ihr Tauchboot, die Trieste.

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An diesem Tauchboot war außen eine spezielle, tiefseetaugliche Rolex Taucheruhr, die Deep Sea Special, befestigt. Der Tauchgang führte Crew, Boot und Uhr dann hinab in den Mariannengraben, der größten Meerestiefe unseres Planeten, die bei 10.916 Metern liegt.

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Und Rolex beteiligt sich noch heute an solchen Expeditionen wie zuletzt im März 2012, als James Cameron die „Challenger Deep“ in über 10.800 Metern Tiefe erforschte und außen am Tauchboot eine spezielle Rolex Deep Sea befestigt war.

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Selbstverständlich überstand diese „Deep Sea Challenge“ den Tauchgang unbeschadet

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Mehr zu den Tauchexpeditionen von Rolex habe ich bereits hier veröffentlicht.

Die Rolex Deep Sea Challenge

Rolex arbeitet auch mit der U.S. Navy zusammen und sammelte über die Taucher der Streitkräfte wertvolle Informationen zur Weiterentwicklung der eigenen Taucheruhren.

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Entscheidend waren hier Missionen wie die SeaLab 2 Mission in 1964, in denen u.a. der Mercury 7 Astronaut und Navy-Commander Scott Carpenter neue Rekorde zum Aufenthalt unter Wasser aufgestellt hat. Carpenter blieb einen Monat lang in 62 Metern Tiefe in der SeaLab 2 Tauchkapsel und stieg jeden Tag aus, um unter Wasser am Meeresboden vor den Bermudas zu arbeiten.

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Taucher wie Scott Carpenter erlebten häufiger, wie die Uhrgläser ihrer Rolex Submariner bei der Dekompression während des Auftauchens aus den Uhren gesprengt wurden.

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Dies führte zur Entwicklung des Heliumventils (s.u.) durch Rolex, dass dann in die Submariner Ref. 5513 zu Testzwecken eingebaut worden ist. Bei diesen modifizierten Submarinern konnte der Überdruck, der während des langen Aufenthaltes unter Wasser in der Uhr entstanden war, sicher über das Heliumventil entweichen, ohne dass das Uhrglas ausgesprengt wurde.

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Die Geschichte von Pionieren wie Scott Carpenter, der auch mit Jaques Cousteau zusammen gearbeitet hat, oder aber Don Walsh, ebenfalls ein Offizier der U.S. Navy, der 1960 mit der Trieste (s.o.) in den Mariannengraben hinab getaucht war, sind höchst spannend und füllen ganze Bücher…!

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Eine besondere Zusammenarbeit stellt die Kooperation von Rolex mit der Tauchfirma COMEX (Compagnie Maritime d’Expertises) und mit deren Gründer Henri-Germain Delauze ab dem Beginn der 1970er Jahre dar. Delauze tauchte ebefalls bereits mit Jaques Cousteau. Mit der Submariner Ref. 5513 und später 5514, in die ein Heliumventil eingebaut worden war, begründete Rolex den Weg hin zur Sea Dweller.

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1967 – Referenz 1665

Ab etwa 1967 entwickelte Rolex mit und für die Tauchfirma COMEX eine Taucheruhr, die noch mehr auf den professionellen Einsatz ausgelegt war. Der erste Prototyp der Sea Dweller, der heute unter dem Synonym „Single Red“ bekannt ist wurde ab etwa 1967 erprobt. Single Red kam vom roten Schriftzug „Sea Dweller“ auf dem Blatt.

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Dieser Prototyp war schon auf 500 Meter wasserfest.

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Heute sind die sehr wenigen, noch existenten Modelle sehr gesucht und vor allem sehr teuer gehandelt.

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Auch der Gehäuseboden dieser ersten Prototypen waren anders als die der Nachfolger.

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Es gab noch einen weiteren Prototypen der Sea Dweller. Dieser zeichnet sich durch bereits zwei rote Schriftzüge auf dem Blatt aus und wurde an Forscher und professionelle Taucher zu Testzwecken ausgegeben.

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Diese Uhr hatte, neben dem roten „Sea Dweller“ Schriftzug noch einen weiteren roten Schriftzug „Submariner“ darunter. Zudem war diese Uhr bereits bis 610 Meter wasserfest.

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Der Gehäuseboden dieser zweiten Serie Prototypen trug keine Gravur.

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Kurz darauf präsentierte Rolex dann die Serienversion der Ref. 1665. Dieses Modell hatte, wie die Prototypen auch, das Kaliber 1575, das auch in der Submariner Ref. 1680 zum Einsatz kam. Es handelte sich um eine Uhr mit einem doppelten roten Schriftzug auf dem Blatt (Double Red Sea Dweller, DRSD), die ebenfalls 610 Meter oder 2000 Fuß wasserfest war. Dem „Submariner“ war nun noch eine „2000“ an die Seite gestellt worden.

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Die ersten Serienuhren der DRSD, man spricht von etwa 100 Uhren, kamen noch im schlanken Submariner Gehäuse. Sie waren auch mit „Patent Pending“ auf dem Gehäuseboden markiert.

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Das bezog sich auf das eingereichte Patent für das Heliumventil, das aber noch nicht erteilt worden war. Bei den späteren Uhren verwendete Rolex dann ein massiveres Gehäuse und gravierte den Gehäuseboden mit „Rolex Patent“.

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Oft wird behauptet, ein sicheres Erkennungsmerkmal einer echten und originalen DRSD sei der typische Bodendeckel mit dem quer stehenden Rolex-Schriftzug samt Krone. Sixher ist, dass es am Ende des Produktionszeitraums der DRSD auch einige wenige doppelt rot bedruckte Sea Dweller gegeben hat, die schon den Boden der „Great White“ (s.u.) trugen. Es existieren Uhren im nachgewiesenen Erstbesitz, die so von Rolex ausgeliefert worden sind. Die Anzahl solcher Zwitter dürfte allerdings verschwindend gering sein. Ein sicheres Merkmal für die Erkennung einer DRSD ist die Gehäusenummer. Eine Double Red mit einer höheren Gehäusenummer als 5.5xx.xxx kann es nicht geben.

Die Ref. 1665 gab es als DRSD bis etwa 1977. Dann erschien eine Version, die einen vollständig weißen Druck des Zifferblattes zeigte und die daher den Beinamen „Great White“ bekam. Den Schriftzug „Submariner 2000“ ließ Rolex ab diesem Zeitpunkt weg.

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Auch der Bodendeckel änderte sich bei der „Great White“.

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1979 – Referenz 16660

In 1979 präsentierte Rolex die Referenz 16660, die auch „Triple Six“ genannt wird.

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Dies kam mit einem vergrößerten Heliumventil und sie war die erste Rolex die mit einem Safirglas ausgestattet worden ist. Zudem wurde jetzt das Kaliber 3035 verbaut, dass sich u.a. durch eine auf 28.800 A/h erhöhte Frequenz auszeichnete.

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Die Referenz 16660 wurde eine Zeit lang parallel zur noch in der Kollektion befindlichen Referenz 1665 angeboten. Die Wasserfestigkeit stieg bei den neuen Modelle auf 1220 Meter oder 4000 Fuß, was zur Bezeichnung „Sea Dweller 4000“ führte.

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Anfänglich gab es die Triple Six mit einem matten Zifferblatt, auf dem die Leuchtmasse der Indicés nicht, wie heute üblich, in Weißgold einfasst worden ist. Diese Versionen sind heute die Gesuchtesten, denn im Rahmen von Revisionen wurden die alten Blätter häufig gegen neue, lackierte Blätter getauscht, die auch goldeingefasste Indicés haben. Die erste Serie der lackierten Blätter (Mark IV) zeigt häufig Risse im Lack nach einigen Jahren der Nutzung. So etwas nennt man „Spider Web Dial“.

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Als Sicherheitsmerkmal für Taucher änderte Rolex auch die Lünette. Sie war ab sofort nur noch einseitig, „gegen die Uhr“ verstellbar. Dies führte dazu, dass die gemessene Tauchzeit beim unbeabsichtigten Verstellen der Lünette kürzer wird und somit bei einer notwendigen Dekompression keine zu kurzen Deko-Stopps durchgeführt werden können. Zu kurze Deko-Stopps könnten zu einem ausperlen von Stickstoff im Blut und so zur gefürchteten Taucherkrankheit führen. Warum Rolex dieses mehr als sinnvolle Detail erst in Ende der 1970er Jahre eingeführt hat? Einige Quellen sprechen von einem Patent, das Blancpain im Jahr 1952 für die Fifty Fathoms eingereicht hat und das eine rastende Drehlünette patentierte. Erst nach dem Auslaufen des Patentschutzes nach 30 Jahren brachte Rolex die einseitig rastende Lünette.

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Auch das Band besaß von Anfang an die sog. Solid End Links (SEL), die aus einem Stück bestehenden letzten Glieder der Bandhälften.

1988 – Referenz 16600

Im Jahr 1988 dann folgte die Referenz 16600 als direkte Nachfolgerin der Triple Six. Das Kaliber war nun das 3135.

 

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Rolex veränderte die 16600 in den darauf folgenden Jahren in einigen technischen Details. Ein Wechsel der Leuchtmasse von Tritium auf Superluminova etwa in 1998 fand ebenso statt wie die Einführung eines Safirglases mit Laserkrone bei 6 Uhr als Sicherheitsmerkmal in 2003.

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2008 – Referenz 116660

Die Basel World des Jahres 2008 war für einige Rolex-Fans ein schweres Jahr. Rolex nahm die sehr beliebte Ref. 16600 aus dem Programm und präsentierte die Ref. 116660 mit dem Namen Sea Dweller Deep Sea. Abgekürzt wird diese Referenz gerne mit „Dipsy“ oder mit „SDDS“.

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Der Name war denn auch Programm. Wirkte die Ref. 16600 bereits im direkten Vergleich z.B. mit der Submariner No Date und Date relativ groß und vor allem hoch sprengte die neue Sea Dweller alle bisher dagewesenen Dimensionen. 44mm im Durchmesser und 18mm in der Höhe sind eine Ansage und manchen schlicht zu groß. Zudem wiegt die Uhr etwas über 200 Gramm.

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Die Wasserfestigkeit wurde weiter auf 3.900 Meter oder 12.800 Fuß gesteigert. Realisiert wurde dies durch das sog. Ring Lock System.

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Das mit 5,5mm extrem dicke und erstmals gewölbte Safirglas sitzt auf dem Ring-Lock-Ring aus 904L Edelstahl. Von der Unterseite wird das Ring Lock System von einem Boden aus Titan Grad 5 hermetisch abgeschlossen. Zusammen mit der größeren Triplock-Krone garantiert diese Konstruktion eine solche beeindruckende Wasserfestigkeit der Uhr.

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Allerdings testet Rolex jede dieser Uhren in einer eigens dafür von COMEX entwickelten Apparatur auf 4.875 Meter oder 15.994 Fuß. Das enstpricht einer um 25% höheren Belastung als auf dem Zifferblatt angegeben.

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Das verbaute Kaliber ist, wie bei der Ref. 16600 auch das 3135.

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Der August 2014 hielt dann eine weitere Überraschung für die Rolex Fans bereit. Nachdem im März 2014 bereits die neue Sea Dweller Ref. 116600 (s.u.) zur absoluten Freude aller präsentiert worden ist brachte Rolex dann, später im Jahr, eine neue Version der Deep Sea, die den Zusatz „D-Blue“ trägt.

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Im Zusammenhang mit der Tauchexpedition von James Cameron, die im März 2012 zur „Challenger Deep“ stattfand (s. weiter oben) und bei der die Rolex Deep Sea Challenge bis zu einer Tiefe von unter 10.800 Metern getestet worden war legte Rolex eine Variante der normalen Deep Sea mit eine geänderten Zifferblatt auf.

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Das Blatt changiert in der Farbe von einem Blau hin zu einem Schwarz ganz so, wie man es unter Wasser auch erlebt. Manchmal wirkt das Blatt dieser Uhr auch gänzlich schwarz, je nach Lichteinfall. Dieser Effekt drückt sich auch in der Zusatzbezeichnung „D-Blue“ aus. Die Beschriftung des Blattes wurde auch geändert.

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Zur Präsentation legte Rolex ein Buch über die Expedition und die Uhr auf, über das ich bereits hier berichtet habe.

Rolex – The Last Frontier

Anfangs dachten viele, es handele sich um eine limitierte Auflage der Deep Sea. Daher schnellten die Preise bald weit über den unverbindlichen Verkaufspreis hinaus. Doch nun gibt es dieses Modell schon seit über 2 Jahren und es sieht nicht danach aus, als würde Rolex die D-Blue alsbald einstellen.

2014 – Referenz 116600

Gemunkelt wurde viel im Vorfeld der Baselworld 2014. Doch als die neue Sea Dweller Ref. 116600 dann wirklich in den Vitrinen zu bewundern war kam bei vielen echte Freude auf. Kleiner (40mm vs. 44mm) und flacher (12,3mm vs. 18mm) als die Deep Sea und doch mit Datum ohne Datumslupe und mit Heliumventil wie auch graviertem Bodendeckel; das war genau das, worauf die Leute gewartet haben. Und dann noch das matte Zifferblatt, welches in der Realität wesentlich mehr wirkt als auf jedem Bild. Toll!

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Die Wasserfestigkeit der 116600 liegt wieder bei 1.220 Metern oder 4000 Fuß.

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Rolex verbaute zur Freude der Fans auch wieder ein mattes Blatt.

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Das Kaliber der 116600 ist das 3135.

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Es gibt aber noch weitere Unterschiede zwischen den Uhren bzw. den Armbändern. Die Sea Dweller Ref. 116600 kommt mit einer anderen Schließe als die Deep Sea. Beide Schließen nennen sich „Glidelock“, unterscheiden sich jedoch technisch vollkommen.

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Die Schließe der Deep Sea ist so konstruiert, dass man die bandlänge auch bei angelegter Uhr verstellen kann.

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Bei der Sea Dweller Ref. 116600 geht das nicht. Zum Verstellen der Bandlänge muss die Uhr vom Arm genommen werden.

Spannend ist also, wie Rolex die Sea Dweller Familie weiter entwickelt. Erste stimmen munkelten 2016 eine Einstellung der Deep Sea D-Blue in 2017.  Doch dann kam alles ganz anders…

Erste Hinweise auf die Rolex News 2017 lieferte dann ein Trailer, der einige Tage vor der Baselworld online ging. Zu erkennen war definitiv eine Rolex mit Cerachrom-Taucherlünette und mit einer Zyklopenlupe. Dies wiederum torpedierte die Vermutungen vieler, Rolex könnte eine Jubiläumsversion der Sea Dweller lancieren. Die 1957 lancierte Sea Dweller hatte niemals eine Datumslupe (aber eine Datumsanzeige) und immer ein Heliumventil und das waren auch die zwei wichtigsten optischen Unterscheidungsmerkmale zur Submariner.

Heftig wurde diskutiert. Angeblich sollte auch die Deep Sea Ref. 116660 eingestellt werden. Doch bei Rolex kommt es stets anders als vermutet.

Am 22. März 2017 lüftete Rolex um Punkt 12 Uhr das Geheimnis: es gibt eine Jubiläums-Sea Dweller! Und diese hat einen roten Schriftzug, wie ihn sich viele Rolex Aficionados seit der legendären RedSub Ref. 1680 wünschen. Schlanker als die „SD4K“ genannte Referenz 116600 ist sie auch geworden.

Doch zwei neue Merkmale spalten die Rolex-Gemeinde: die neue Sea Dweller 126600 wuchs im Durchmesser von 40mm auf 43mm. Zu viel in den Augen Einiger. Und die neue Sea Dweller hat eine Zyklopenlupe!

Entgegen aller Überzeugungen hat Rolex nun also die erste Sea Dweller mit Datumslupe präsentiert. Auf den ersten Blick dachte ich, es wäre eine Neuauflage der Red Sub. Aber diese Uhr hier hat ein Heliumventil.

Und sie ist eindeutig beschriftet:

Viele Rolex Fans schockte hingegen, dass nun die Vorgängerin SD4K nach nicht einmal drei Jahren aus der Kollektion verschwindet.

Hier beide Sea Dweller Generationen im direkten Vergleich:

Im Inneren der neuen Sea Dweller Ref. 126600 versieht ein neu entwickeltes Kaliber seinen Dienst. Es ist das Kaliber 3235. Neben einer auf 70 Stunden gesteigerten Gangreserve wurde auch eine nun vollkommen amagnetische Parachrom-Spirale verbaut.

Die Hoffnungen der Fans, Rolex habe nun auch die technisch aufwändigere Schließe der Deep Sea bei der Sea Dweller verbaut bestätigten sich hingegen nicht.

Kosten wird die neue Ref. 126600 10.350 Euro und damit gut 1000 Euro mehr als ihre Vorgängerin.

Das Zifferblatt blieb matt, wie auch bereits bei der SD4K.

Ob Rolex nun die Datumslupe der besseren Ablesbarkeit der Datumsanzeige addiert hat oder aber, weil die Sea Dweller nun auch auf 5 Meter ohne jeden Zweifel als Rolex erkennbar ist bleibt offen. Fakt ist aber, dass diese Datumslupe spaltet.

Zu guter letzt noch die E-Broschüre der neuen Sea Dweller Ref. 126600

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Doch kaum hatte die Baselworld 2017 begonnen schauten schon einige Rolex Enthusiasten in die Zukunft. Was wird die Baselworld 2018 wohl bringen? Was wird mit der Deep Sea D-Blue? Fragen über Fragen, und ich werde darüber berichten.

 

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