Die Rolex Submariner – Archetypus einer Taucheruhr


In meinem Artikel „Warum Rolex?“ habe ich eingangs schon geschildert, dass viele Menschen die Marke Rolex zwar kennen aber die Allermeisten kaum wissen, was wirklich hinter der Marke steckt und was die Uhren aus Genf so besonders macht.

Die bekanntesten Modelle von Rolex sind wiederum die Day-Date und die Submariner, die schon James Bond in frühen Tagen am Arm hatte. In diesem Artikel geht es um meine Rolex Submariner mit der Referenz 114060, die seit einigen Tagen meinen Arm ziert.

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Das Modell Submariner gibt es seit 1953, also nunmehr seit 60 Jahren. Wie bei Rolex-Uhren generell fasziniert mich an diesem Modell die behutsame Modellpflege, die Rolex im Laufe der Jahrzehnte hat walten lassen. Ähnlich wie beim Porsche 911 kann man auch heute noch deutlich die Verwandtschaft des aktuellen Modells mit dem Ur-Modells der Submariner aus 1953 erkennen.

Die Referenz 6200, die Ur-Submariner, aus dem Jahr 1953

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Die Referenz 5508 aus dem Jahr 1958, auch Bond-Submariner genannt:

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Und die aktuelle Referenz 114060-0002 aus dem Jahr 2012

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Man bedenke, dass zwischen beiden Uhren sechzig Jahre liegen! In der Zwischenzeit kamen sinnvolle Ergänzungen wie ein Kronenschutz, der die Aufzugskrone gegen Schläge schützt, hinzu (ab 1959 bei der Ref. 5512), oder auch ein Safirglas anstelle des kratzempfindlichen Plexiglases (1981 bei der Submariner Date Ref. 16800, bei der Submariner ohne Datum ca. ab 1988 mit der Referenz 14060) und eine Datumsanzeige (ab 1966  bei der Submariner Date Ref. 1680). Auch das Uhrwerk wurde mehrere Male überarbeitet und optimiert. Seit 2012 gibt es nun die aktuelle Version der Submariner ohne Datum, die Referenz 114060.

Rolex pur –  die Submariner 

Rolex in reinster Form, so könnte man die Submariner ohne Datum seit jeher bezeichnen. Eine Uhr mit einem absolut symmetrischen Zifferblatt, keine Datumsanzeige stört die Proportionen. Auch keine so Rolex-typische Datumslupe auf dem Safirglas! Das ist der Grund, warum dieses Modell, ähnlich wie ihre Schwester, die Explorer I, so viele Anhänger findet. Mittlerweile verfügt dieses Modell auch über eine Lünette mit Keramikeinlage und platinbelegten Zahlen und Indicés, die nicht, wie die alten Aluminiumeinlagen, durch UV-Strahlung mit der Zeit ausbleichen.

Nach über zwanzig Jahren Rolex Enthusiasmus  und mehr als zwanzig verschiedenen Modellen aus Genf habe ich mich nun für die Referenz 114060 entschieden. Ganz bewusst!

Für alle, die sich noch nicht eingehend mit Rolex beschäftigt haben stelle ich hier neben der Uhr auch das komplette Zubehör vor. Ebenso nenne ich ein paar wichtige Punkte, die man beim Kauf einer solchen Uhr beachten sollte. Die Rolex-Fans wissen das alles aus dem FF.

Kaufen sollte man so eine Uhr im Idealfall beim Rolex-Konzessionär. Hier kann man sich sicher sein, dass die Uhr „echt“ ist und nicht z.B. gestohlen. Man kann dort auch verschiedene Modelle anprobieren und hat den ganzen service drum herum gleich mit gekauft, ein bei hochwertigen Uhren nicht unerheblicher Umstand! Schließlich brauchen mechanische Uhren, wie Automobile auch, in regelmäßigen Abständen eine technische Überholung des Uhrwerkes und der Dichtungen, welche die Uhr wasserdicht machen. beim Kauf einer gebrauchten Uhr von Privat empfehle ich definitiv einen Kaufvertrag, in dem alle Daten der Uhr und der beteiligten Personen aufgeführt sein müssen. Am besten, man nimmt sich jemanden mit der sich auskennt. Auch Internetforen wie http://www.r-l-x.de oder http://www.watchlounge.com können hilfreich sein.

Die Submariner kommt, wie alle aktuellen Uhren von Rolex in einer grünen Lederbox, die sich anfangs noch in einer Pappschachtel versteckt. Über das normalerweise zu einer Rolex gehörende Zubehör habe ich einen separaten Artikel geschrieben.

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Mit der schönste Moment ist für mich immer, wenn ich die Box das erste Mal öffne und die Uhr dann in die Hand nehmen kann.

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Gut geschützt von diversen Schutzfolien und dem Lünettenschutz ist sie bereit für den ersten Moment am Arm. Aber zuvor muss das Oysterband auf die richtige Länge gebracht werden. Im Normalfall macht das der freundliche und kompetente Konzessionär, der auch die Folien entfernt.

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Die aktuelle Submariner ist nahe an der Perfektion. Nicht nur optisch, vom perfekt proportionierten Zifferblatt her, sondern auch insgesamt, wenn man mal den Durchmesser der Uhr und die Höhe ins Verhältnis setzt. Diese Uhr kann nahezu jeder tragen. Nahezu zu jedem Anlass und nahezu zu jeder Art von Bekleidung. Die Submariner geht einfach immer.

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Im Detail kann man dann aber doch die pfiffigen Details entdecken, die es früher bei Rolex nicht gab und welche den technischen Fortschritt deutlich dokumentieren. Neben der neuen Lünette und den massiveren Gehäusen fallen die Änderungen an Band und Schließe enorm auf. Früher waren die Oysterbänder eher leicht und etwas klapprig. Die Schließen waren aus gepressten Stahlteilen hergestellt. Heute ist alles massiv, nichts klappert und alles scheint, für die Ewigkeit hergestellt zu sein.

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Die Schließe ist sehr interessant konstruiert! Bombensicher am Arm, ohne Gefahr, z.B. beim Tauchen aus Versehen auf zu gehen, versteckt die Schließe aber noch ein interessantes Detail: eine sehr einfach zu handhabende und äußerst praktische Schnellverstellung, über die man die Länge des Bandes im Handumdrehen einstellen kann.

Ausgangsposition.

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Wenn man nun leicht im 90 Grad-Winkel zur Schließe am Band zieht dann öffnet sich eine Arretierung. Und schon kann das Band länger oder kürzer gemacht werden.

Nach dem Ziehen am Band. Das kleine Bandteil in der Mitte, rechts neben dem roten Schutzaufkleber (der mittlerweile natürlich ab ist 🙂 ), ist hochgeklappt

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Und jetzt kann das Band verstellt , in diesem Fall länger gemacht werden:

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Nun muss man nur noch per sanftem Fingerdruck den kleinen Hebel wieder zurück drücken und es ist wieder alles sicher arretiert. Wofür man so einen Mechanismus braucht mag sich mancher jetzt fragen. Zum einen verändert sich im Laufe des Tages durchaus der Durchmesser des Handgelenkes. Zum anderen kann man so die Uhr auf für verschiedene Menschen ohne Werkzeug passend machen, z.B. wenn die bessere Hälfte mal Lust auf diese Uhr hat. Zunehmend findet man die Submariner nämlich auch an den Handgelenken von Frauen.

Die Teile der Schließe sind aus dem Vollen gefräst und sehen noch dazu schön aus:

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Der Verschluss der Schließe ist wirklich Vertrauen erweckend:

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Das Gegenstück:

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Ein Detail, welches an keiner Submariner fehlen darf ist die Triplock-Krone, erkennbar an den drei Punkten:

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Hier noch mal die nur gegen den Uhrzeigersinn drehbare Cerachrom-Lünette mitsamt der Keramikeinlage im Detail:

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Über die Lünette kann man beim Tauchen z.B. die Tauchzeit einstellen. Falls die Lünette dann doch aus versehen verstellt wird, kann sie nur kürzer werden. Das ist mit Blick auf mögliche Dekompressionszeiten und die Gesundheit des Tauchers wichtig. Die Zahlen und Indicés der Lünette sind platinbelegt. Der Leuchtpunkt bei 12 Uhr ist ebenso mit Leuchtmasse belegt wie die Indicés auf dem Zifferblatt und die Zeiger. So lässt sich die Uhr auch bei absoluter Dunkelheit sehr gut ablesen. Die Zeiten des Tritiums als Leuchtmasse sind vorbei. Tritium alterte und verlor auch seine Leuchtkraft mit der Zeit. Heute wird blaue Chromalight-Leuchtmasse verwendet.

Das folgende Bild zeigt mal die verschiedenen Proportionen aktueller Rolex Sportmodelle: links die Sea Dweller Deep Sea, in der Mitte die Explorer II und rechts die Submariner

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Hier die Deep Sea, seit 2008 Nachfolgerin der guten alten Sea Dweller Ref. 16600, quasi die große Schwester der Submariner im Größenvergleich (43mm vs. 40 mm)

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Auch in der Höhe unterscheiden sich beide Uhren erheblich

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Hier sieht man den gewaltigen Höhenunterschied noch mal ganz schön

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Auch die neue Explorer II, eine Sportuhr von Rolex mit zweiter Zeitzone, ist etwas größer / höher (Explorer II 42mm, Submariner 40 mm)

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Da die Explorer II keine Taucheruhr ist, hat sie auch keine Triplock-Krone, sondern eine Twinlock-Krone. Diese erkennt man an dem Strick unter dem Kronensymbol:

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Der direkte Größenvergleich zeigt, dass die Twinlockkrone (rechts) wesentlich kleiner ist als die Triplockkrone, hier an der Sea Dweller Deep Sea

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Und auch die Schließe der Explorer II (links) ist eine gänzlich andere als die der Submariner (rechts), ohne Schnellverstellung

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Abschließend noch mal Submariner (rechts), Sea Dweller Deep Sea (oben) und Explorer II (links) auf einem Bild

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Doch die anderen Modelle stelle ich jeweils in separaten Artikeln noch mal  detailliert vor.

Ganz zum Schluss, kurz vor meinem Fazit noch zwei Taucheruhren-Legenden auf einem Bild, links die IWC Ocean 2000, die zusammen mit Porsche Design Anfang der 80´er entstand und komplett aus Titan hergestellt ist, rechts die Submariner

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Fazit:

Die neue Rolex Submariner ist eine nahezu perfekte Uhr. Langlebig, hochwertig, wertstabil und zeitlos. Die Dimensionen sind moderat und so kann die Uhr nahezu jeder gut tragen. Die Schnellverstellung der Länge des Bandes trägt immens dazu bei. Braucht irgendjemand eine Luxusuhr für den Preis von über 6000 Euro, die nichtmal eine Datumsanzeige hat? Rational gesehen sicher nicht. Zudem gehen mechanische Uhren auch relativ ungenau (das hier vorgestellte Modell geht in einer Woche ca. zwei Sekunden vor). Und doch kauft meine so eine Uhr aus der Freude an der Sache. Wie eine andere berühmte Marke aus Genf unlängst schrieb: man erfreut sich an der Uhr, und doch bewahrt man sie schon für die nächste Generation auf. Und so werde ich das auch machen! Diese Uhr bekommt irgendwann mal mein Sohn.

Mit der Submariner von Rolex kann man nichts falsch machen. Sollte man irgendwann einmal kein Gefallen mehr an ihr haben dann kann man sie ohne großen Wertverlust wieder verkaufen.

Gibt es denn so gar nichts, was an der Uhr negativ ist? Eigentlich nicht. Für einen Taucher lässt sich u.U. der Lünettenring etwas zu leicht drehen. Das fällt aber dem normalen Träger der Uhr nicht auf!

Well done Rolex!

Und hier noch etwas Lektüre von Rolex: die Submariner Broschüre

rolex_submariner_de

Kategorien:Rolex, Uhren

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