Die Rolex Sea Dweller Double Red


Die wohl begehrteste Taucheruhr von Rolex ist die Sea Dweller Referenz 1665 in ihrer ersten Variante. Aber in Wirklichkeit begann die Geschichte des Modells „Sea Dweller“ mit einer Zusammenarbeit zwischen Rolex und der französischen Taucherfirma COMEX. Für COMEX entwickelte Rolex im Jahr 1967 eine neue Variante der Submariner, die Rolex „Sea Dweller“, also Meeresbewohner nannte. Erste später, mit der Einführung der Sea Dweller Ref. 1665 „Great White“ verschwand der Zusatz „Submariner“ auf dem Blatt und die Sea Dweller war fortan eine eigenständige Uhrenlinie von Rolex.

Die Mark 0 (Single Red)

Die erste Version, eine Uhr mit dem für die Sea Dweller typischen Heliumventil auf der linken Gehäuseseite ist höchst begehrt. Man spricht von etwa sechs Exemplaren, die es von der „Single Red“ gibt. Sie erschien 1967. Eine davon wurde am 11.11.2012 bei Antiquorum in Genf für 490.900 CHF versteigert.

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Die Uhr war bis 500 m bzw. 1650 Fuß wasserfest und zeichnete sich durch den roten Schriftzug „SEA-DWELLER“ aus. Die Gehäusenummer einer dieser „Single Red“ Sea Dweller lautet 1.602.922. Somit lässt sich zuverlässig sagen, dass die Geschichte der Sea Dweller in diesem Gehäusenummernbereich beginnt.

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Hier die Abbildung aus dem Antiquorum Katalog der Auktion:

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Die oben gezeigte Single Red von Antiquorum trägt die Seriennummer 1.602.931. Das verbaute Oysterband ist eine Ref. 7206 mit einem Patend Pending Extension Link.

Die ersten echten „Double Red Sea Dweller“ tauchten ebenfalls 1967 mit einer Gehäusenummer um die 1.701.XXX auf. Von der Sea Dweller Ref. 1665 mit doppelt rotem Schriftzug existieren sieben verschiedene Varianten, wobei die Mark VII das aktuell verwendete Serviceblatt mit Superluminova-Leuchtmasse ist. Es wird im Rahmen von Revisionen in die „Double Red“ eingebaut. Die Double Red wurde bis 1977 gebaut, dann erschien die „Great White“. Es ist der Nachfolger der DRSD mit komplett weißem Druck und fehlendem „Submariner 2000“ Schriftzug. In einem anderen Artikel in diesem Blog habe ich die verschiedenen Blattvarianten der „Great White“ näher beschrieben.

Die meisten DRSD haben den Gehäuseboden, bei dem die Rolex-Gravur nicht der kreisrunden Bodenform folgt wie der Rest der Gravur. Es gab anfänglich auf dem Boden den Schriftzug „Patent Pending“.

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Später dann wie abgebildet „Rolex Patent“. Die „Single Red“ hatte einen anderen Gehäuseboden.

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Die letzten DRSD erschienen im Gehäusenummernbereich 5.2xx.xxx bis 5.28x.xxx, hatten das Mark IV Blatt und schon den Gehäuseboden, den man vom Nachfolger, der „weißen“ Ref. 1665 kennt:

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(Quelle der letzten zwei Bilder: Steve P.)

Der Prototyp

Im Jahr 1967 gab Rolex ungefähr 30 Exemplare der neuen Sea Dweller an Berufstaucher und Forscher rund um den Globus. Diese Prototypen unterschieden sich erheblich von den etwas später käuflich zu erwerbenden Serienmodellen der Mark I (s.u.).

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So fällt sofort auf, dass im doppelt roten Schriftzug hinter dem Wort „SUBMARINER“ die „2000“ fehlt.

Ein Bild aus dem Antiquorum-Katalog:

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Und ein weiteres in etwas besserer Qualität:

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Zudem hatten diese Prototypen kein Heliumventil in der Gehäuseflanke bei 9 Uhr.

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Der Bodendeckel war, im Unterschied zu den Serienmodellen, nicht graviert.

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Das Gehäuse war insgesamt etwas dünner als bei der Mk I.

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Gesehen habe ich diesen Prototypen im Antiquorum Katalog „Revolution – Evolution of the Rolex Sport Models“ aus dem Jahr 2008 (Lot 209).

Die Mark I

Mit der Mark I begann 1967 die Geschichte der Double Red Sea Dweller. Es ist die seltenste Blattvariante nach der Single Red.

Mk 1 II

Relativ gedrungene Rolex-Krone. Der Schriftzug ist relativ fett gedruckt. Die runden Enden der Kronenzacken sind sehr ausgeprägt.

Mk i 2

Im unteren Bereich des Blattes liegen die hauptsächlichen Erkennungsmerkmale. Die beiden roten Schriftzüge sind gleich groß gedruckt. Das ist nur bei der Mk I so. Auch findet man viele DRSD Mk I, bei denen die roten Zeile sehr ausgeblichen wirken. Von Rosa über gelb bis weiß kann man fast alles finden (siehe das Bild weiter oben). Das „S“ von „SEA-DWELLER“ steht exakt über dem „B“ von „SUBMARINER“. Das ist nur bei der Mk I so. Das „=“ zwischen den Tiefenangaben ist sehr kurz. Die „Sechs“ ist offen. Das Zifferblatt wurde erst weiß bedruckt und das Rot dann darüber.

mark i 2

Die Mark II

Die zweite Version des Blattes unterscheidet sich deutlich von der Ersten.

Die Zacken der Krone sind plump und dick im Vergleich zur Mk I. Der Schriftzug wirkt graziler.

Mk ii 2

„SEA-DWELLER“ ist deutlich größer gedruckt als „SUBMARINER 2000“. Die Buchstaben „D“ und „W“ von „DWELLER“ stossen an einander. Das ist nur bei der Mk II so. Das „=“ zwischen Tiefenangaben ist breiter als bei der Mk I. Die „Sechs“ ist ebenfalls offen. Das „R“ von „SUBMARINER“ steht unter dem Bindestrich von SEA-DWELLER. Das Rot wurde ab dieser Version direkt auf das Blatt gedruckt.

Mk ii 1

Viele der Mk II Blätter verfärben sich im Laufe der Zeit braun. Daher der Begriff „Tropical“ mit Bezug auf diese braunen Blätter.

Die Mark III

Die Krone ist wesentlich graziler als bei der Mk I und Mk II. Die Schriftzüge im oberen Bereich zeigen eine andere Schriftart als bei der Mk II.

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Der untere Druck ähnelt dem der Mk II. Jedoch steht hier das „A“ (und nicht das „R“, wie bei der MK II) des Wortes „SUBMARINER“ direkt unter dem Bindestrich des „SEA-DWELLER“. Die „Sechs“ ist auch hier offen. Häufig beschrieben werden beim Mk III Blatt die Serifen, d.h. die Enden der Buchstaben, die etwas auseinander gehen. „Als Serife bezeichnet man die (mehr oder weniger) feinen Linien, die einen Buchstabenstrich am Ende, quer zu seiner Grundrichtung, abschließen.“ (Quelle: Wikipedia)

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Diese findet man tatsächlich bei den meisten Mk III Blättern, aber eben nicht bei allen. Es gibt auch Mk III Blätter, bei denen die Serifen nur wenig ausgeprägt sind und bei denen auch die Sechsen fast geschlossen sind. Der Druck wirkt bei diesen Blättern etwas fetter. Insgesamt zählt hier bei der Identifikation also eher die Position der Schriftzüge zu einander als ein Einzelmerkmal wie die Serifen (die es übrigens auch bei der Mk VII (s.u.) gibt). Hier ein Beispiel eines Mk III Blattes ohne ausgeprägte Serifen:

Mk III o. Serife 2

Die Mark IV

DRSD mit dem Mark IV Blatt sind die häufigsten Uhren dieser Modellreihe.

Rolex-Krone und Schriftzug deutlich größer als bei den anderen Versionen. Das „L“ von „ROLEX“ steht ziemlich genau unter der Krone. Das ist nur bei der Mk IV so.

Mk iv 2

Auffällig bei der Mk IV ist, dass die Tiefenangaben größer gedruckt sind als der Rest darunter. Bei den anderen Versionen war die Tiefenangabe gleich groß wie der Text darunter. Zudem ist die „Sechs“ hier geschlossen.

Mk iv 1

Die Mark V (Serviceblatt alt)

Die ersten Ersatzblätter, die im Rahmen von Servicearbeiten in die DRSD verbaut worden sind waren Blätter der „Great White“, bei denen der Schriftzug „SEA-DWELLER“ rot überdruckt worden ist. Diese Blätter sind extrem selten. Mir sind nur zwei Uhren mit einem solchen Blatt bekannt. Eine Quelle spricht von einer Uhr, die ca. 2006 ein solches Blatt während eines Service bekommen hat.

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(Quelle der letzten beiden Bilder: Addict)

Unten ist dieses Blatt mit „SWISS“ beschriftet. Die Maßangaben „ft“ und „m“ sind kursiv gedruckt anstatt aufrecht, wie bei den Serien-Blättern Mk I bis IV.

Die Mark VI (erstes doppelt rotes Serviceblatt, Superluminova)

Die Mark V Blätter waren die ersten Serviceblätter der DRSD, die doppelt rot bedruckt worden sind. Vorher wurde bei einem Blatttausch bei einer DRSD meist ein weiß bedrucktes Blatt der „Great White“ verbaut, in seltenen Fällen auch ein Blatt der Mk V. Sie sind bereits mit Superluminova belegt. Man erkennt sie alleine schon an der hellen Farbe der Leuchtmasse und an der Leuchtintensität. Die alten Tritium-Blätter leuchten nicht mehr. Unten tragen sie dennoch den Schriftzug „T-SWISS < 25“. Teilweise wurden diese Blätter auch später noch als Tauschblatt verwendet (vermutlich Restbestände).

DRSD Service

(Quelle des Bildes: www:tswisst.com)

Anders als bei den anderen Versionen der DRSD-Blätter sind die die Maßeinheiten der Tiefenangabe kursiv gedruckt. Die Tiefenangabe ist wieder gleich groß wie der Text darunter. Die „Sechs“ ist geschlossen. Das „A“ von „SUBMARINER“ steht direkt unter dem Bindestrich von „SEA-DWELLER“, wie bei der Mk III und IV.

DRSD Service 2

Insgesamt ist dieses Blatt wesentlich feiner bedruckt als die älteren Blätter.

Die Mark VII (Serviceblatt aktuell)

Dieses Blatt ist dem Blatt der Mk V sehr ähnlich. Im Unterschied zu diesem ist es unten mit „SWISS“ bedruckt.

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(Quelle der letzten zwei Bilder: http://www.doubleredseadweller.com)

Auffällig bei dem letzten Blatt, der Mark VII, ist die Form der Schrift, die sehr an die Beschriftung der ersten Serie der Sea Dweller Deep Sea erinnert. Besonders die Buchstaben „S“ des roten Druckes sind identisch zur Deep Sea. Die Buchstaben „ft“ der Tiefenangabe stehe schräger als beim Mark VI Blatt und die Querstriche beider Buchstaben sind wesentlich kürzer, so dass diese Buchstaben sich wesentlich näher stehen als bei der Mk V.

Sondervarianten

Auch von der DRSD gab es Sondervarianten, die für Retailer wie Tiffany hergestellt worden sind.

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4 Kommentare

  1. Guten Tag,

    Ich habe vor ca 30 Jahren eine Rolex von einem Onkel geerbt. Hab sie gerade wieder ausgegraben, weil meine Hauptuhr beim Uhrmacher ist. Nach der Beschreibung ist es eine Mark III double red. Machen Sie auch Beratung? Ich wuerde den Wert gerne erhalten.

    Danke

    Hartmut

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