H. Moser & Cie. vs. Swiss Made


Die Schweizer Uhrenmanufaktur H. Moser & Cie. wendet sich in einem spektakulären und mutigen Schritt ab 2017 vom „Swiss Made“ Label ab. Das tut man, obwohl die Marke ein stolzes Schweizer Unternehmen ist und man bereits jetzt die Anforderungen des Labels mit Leichtigkeit erfüllt.

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Gemäß aktueller Studien sind nicht-Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten bereit, für ein „Swiss Made“ Produkt bis zu 20 Prozent mehr auszugeben, bei Luxusgütern wie etwa Uhren sogar bis zu 50 Prozent mehr. Auch innerhalb der Schweiz lässt man sich diese Heimatverbundenheit gern etwas mehr kosten: mehr als 60 Prozent der Eidgenossen würden gemäß einer Umfrage für Äpfel, Milch oder Fleisch zum Teil mehr als das Doppelte bezahlen, wenn diese aus dem Inland stammten.

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Wann ist eine Uhr «Swiss Made»?

Ab dem 01. Januar 2016: wenn mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen. Bisher lag die Grenze bei 50 Prozent. Neu können zu den Herstellungskosten jedoch auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gerechnet werden.

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Für die 60-Prozent-Marke hat sich ein großer Teil der Uhrenindustrie stark gemacht, um sich gegen Trittbrettfahrer aus dem Ausland zu wappnen. Bei mittleren und kleinen Unternehmen aus der Uhrenbranche sorgte die 60-Prozent-Regelung hingegen für Unmut. Sie fürchten den Verlust ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Denn anders als bei Großkonzernen sind Forschung und Entwicklung bei vielen kleinen Marken kein gewichtiger Ausgabenposten. Zudem muss die Entwicklung eines Uhrwerks einer „Swiss Made“ Uhr auch vollständig in der Schweiz erfolgen.

Warum also entfernt H. Moser & Cie. nun ab 2017 das „Swiss Made“ Label von allen Uhren des Hauses?

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Die Gründe sind sehr einfach erklärt. Bei H. Moser & Cie. werden heute schon über 95 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz erbracht. Man sieht sich als Schweizer Uhrenmarke und man ist stolz darauf! H. Moser & Cie. entwickelt eigene Uhrwerke, die auch beeindruckende Komplikationen wie Ewige Kalendarien oder Tourbillons beinhalten. Zudem fertigt man in Neuhausen am Rheinfall selbst die aufwändigsten Teile einer Uhr wie die Spirale und die Unruh inhouse.

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Der zweite Grund ist ebenso nachvollziehbar. Bei Moser sagt man, dass es eine große Abweichung in der Wahrnehmung des „Swiss Made“ Labels bei den Kunden zur Realität auch der neuen Regel des Labels gibt. Menschen, die ein „Swiss Made“ Produkt kaufen verlassen sich darauf, dass es auch wirklich ein Schweizer Produkt ist und nicht nur 60% davon. H. Moser & Cie. gehen auch die neuen „Swiss Made“ Regeln nicht weit genug.

Und nun?

Moser & Cie. wird ab 2017 kein „Swiss Made“ mehr auf den Uhren bzw. auf deren Zifferblättern vermerken. Es ist davon auszugehen, dass Moser dies auch aktiv als Abgrenzung zum bisherigen Label kommunizieren wird. Das neue Statement lautet „Swissness“.

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Dieser Schritt dürfte nicht ganz unumstritten sein, denn viele kleinere und mittlerer Schweizer (Uhren-) Marken weisen eine wesentlich geringere Fertigungstiefe als H. Moser & Cie. auf und entwickeln zudem kaum in dem Maße, wie man dies in Neuhausen tut. Es bleibt abzuwarten, wie dieser mutige und vor allem deutliche Schritt von H. Moser & Cie. aufgenommen wird und ob er gar Nachahmer finden wird.

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Tolle Uhren baut man bei H. Moser & Cie. so oder so.

Folgen kann man H. Moser & Cie. unter dem folgenden Hashtag

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