Qualitätssiegel bei Uhren – eine persönliche Einschätzung


Unser Leben wird heute bestimmt von technischen Vorschriften, Normen und Qualitätsstandards. Und das ist grundsätzlich auch durchaus sinnvoll, machen solche Vorschriften, Normen und Standards unser Leben sicherer und auch einfacher.

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Zusätzlich geben bestimmte Standards ja auch Orientierung im nahezu undurchdringlichen Angebot z. B. an hochwertigen mechanischen Uhren von Uhrenmarken, die sich beim Marketing ständig selber übertreffen wollen.

Doch welchen tatsächlichen Wert haben Qualitätssiegel wie ein COSC-Zertifikat, die Genfer Punze, das Qualité Fleurier Siegel, das Patek Philippe-Siegel oder das Master-Chronometer-Zertifikat auf mechanischen Uhren für den Kunden?

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Bringen solche Siegel und Zertifikate heute noch irgendeinen Vorteil für den Träger einer Uhr? Oder sind sie lediglich zu Marketinginstrumenten verkommen?

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Zudem gibt es große Uhrenmarken wie A. Lange & Söhne, die keinerlei Qualitätssiegel tragen und dennoch zu den besten und qualitativ hochwertigsten Uhren weltweit gehören.

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In früheren Zeiten z.B. stand der Begriff „Chronometer“ fest und unerschütterlich für besonders präzise Uhren, die auch entsprechend getestet worden sind.

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Große Uhrenmarken nahmen regelmäßig an Chronometer-Wettbewerben von Observatorien wie dem in Neuenburg oder dem in Genf teil und waren sichtlich stolz, wenn ihre Uhren (genauer: die Uhrwerke; denn nur die werden als Chronometer geprüft, nicht aber die gesamte Uhr) als Sieger aus diesen Wettbewerben hervorgegangen sind.

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Doch braucht man heute noch Chronometer-Zertifikate? In einer Zeit, in der die Produktion der Einzelteile einer Uhr per Drahterosion, CNC Maschinen usw. in einer Präzision abläuft, von der man vor 20 Jahren nur träumen konnte? Und die Präzision der Einzelteile bestimmt bekanntermaßen auch die Präzision der gesamten Uhr bzw. des Uhrwerks.

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Neue Materialien wie Silizium, die reibungsarm und verschleißfrei arbeiten und zudem unempfindlich gegenüber Magnetismus und Temperaturschwankungen sind, und die heute breitflächig bei verschiedenen Uhrenmarken Verwendung finden erhöhen die Präzision einer Uhr zusätzlich.

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Wozu also dienen heute noch markenunabhängige Qualitätssiegel? Diese Frage stellten sich z.B. Uhrenmarken wie Patek Philippe, L.U. Chropard, Parmigiani Fleurier Omega und Seiko auch und entwickelten eigene Qualitätsstandards, die z.T. weit über die Standards der großen Prüforganisationen hinausgehen.

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Zudem gibt es verschiedene Auffassungen, was „Qualität“ mit Blick auf mechanische Armbanduhren bedeutet. Alleine die Präzision eines Uhrwerks ist es sicher nicht. Eher schon die Eigenschaften der gesamten Uhr, wie wir sie kaufen können wie Zuverlässigkeit, Langlebigkeit usw. Aber ist es nur die Uhr, oder betrifft Qualität nicht auch den Vertrieb und den Service? Und was ist in 20 Jahren

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Gütesiegel und Prüfzeugnisse, so wird oft suggeriert, sollen uns bei der Einschätzung der Qualität einer Uhr helfen. Und sie sollen für uns ein Kaufargument sein.

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Grundsätzlich kann man die Gütesiegel unabhängiger und markenübergreifender Prüforganisationen von solchen unterscheiden, die von einzelnen Uhrenmarken initiiert und auch vergeben werden. Bleibt die Frage nach dem Nutzen für den Besitzer einer Uhr. Auf diese Frage gehe ich in der folgenden kurzen Beschreibung der verschiedenen Gütesiegel ein.

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Die Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres, meist kurz COSC genannt, ist die Schweizer Kontrollstelle für Chronometer.

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Trotz der im Namen enthaltenen Bezeichnung „offiziell“ und ihren staatlichen Kollektivmitgliedern ist die COSC keine öffentlich-rechtliche Einrichtung und keine staatlich geprüfte Kontrollstelle, sondern eine als gemeinnützig anerkannte Organisation zur freiwilligen Selbstkontrolle der Uhrenhersteller.

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Das COSC-Testverfahren ist festgelegt in der ISO 3159, die für mechanische Uhrwerke > 20mm Durchmesser gilt und die den oben dargestellten Testzyklus beinhaltet.

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Dabei wird ein Uhrwerk in einem Kunststoffcontainer gestetet, nicht aber die komplette Uhr, so wie sie an den Kunden ausgeliefert wird. Es handelt sich um einen reinen Präzisionstest in verschiedenen Lagen der Uhr und bei verschiedenen Temperaturen.cosc-1000

Mehr zur COSC-Zertifizierung und den Kriterien zugrunde liegenden Kriterien findet sich hier:

COSC-Homepage

Wer sich für die Festlegungen der ISO-Normen zum Thema Uhren interessiert, der wird hier fündig:

ISO-Normen Uhren

Chronometerprüfung in Deutschland

Im Jahr 2006 eröffnete an einem geschichtsträchtigen Ort in der Sternwarte der Wempe Chronometerwerke Glashütte i/SA eine deutsche Prüfstelle für Chronometer, die von Wempe betrieben wird.

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Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Mess- und Eichwesen Thüringen und dem Sächsischen Landesamt für Mess- und Eichwesen von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) als Kalibrierlaboratorium und Außenstelle für Chronometerprüfungen des Deutschen Kalibrierdienstes (DKD) zertifiziert.

Die Grenzwerte für mechanische Armbanduhren entsprechen (nach DIN 8319-1 / ISO 3159) den o. g. Schweizer Werten.

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Einschätzung: Sowohl die COSC-Zertifizierung als auch die Chronometer-Zertifizierung in Deutschland sagen also lediglich etwas über die Präzision eines Uhrwerks zum Zeitpunkt der Prüfung aus. Über die Uhr, wie sie an den Kunden geliefert wird sagen diese Zertifizierungen ebenso wenig aus wie auch über Qualitätsaspekte wie Vertrieb und Service.

Genfer Siegel (Poinçon de Genève)

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Uhrwerke, die also im Kanton Genf gebaut und reguliert werden und welche die folgenden Voraussetzungen erfüllen können sich also mit der Genfer Punze schmücken, die sich üblicherweise auf einer Platine des Uhrwerks als Gravur findet.

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  1. Das einreichende Unternehmen muss im Kanton Genf ansässig sein. Auch Montage, Regulierung, Einschalen des Werks und der Platten für Zusatzmodule sowie die Kontrolle des eingeschalten Uhrwerks ohne Armband müssen hier erfolgt sein.
  2. Das Uhrwerk, das Zusatzmodul und die Ausstattung (Habillage) der Uhr müssen durch das technische Gremium (Commission technique du Poinçon de Genève), das aus sieben vereidigten Mitgliedern besteht, anerkannt werden. Diese Komponenten werden in der Folge regelmäßig innerhalb des Unternehmens durch die Auditoren des Bureau du Poinçon de Genève kontrolliert.
  3. Alle eingeschalten Uhrwerke müssen die folgend genannten Kriterien der Genfer Punze erfüllen. Die Kontrollen betreffen die Wasserdichtigkeit, die Ganggenauigkeit, die Funktionen und Gangreserve.

Die Kriterien des Poinçon de Genève habe ich in meinem Artikel über das Patek Philippe Siegel eingehend beschrieben:

Das Patek Philippe Siegel

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Das im folgenden Bild dargestellte Uhrwerk ist ein anschauliches Beispiel für die Qualität des Genfer Siegels.

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Qualité Fleurier

Die Fleurier Quality Foundation (FQF) wurde am 5. Juni 2001 von den Uhrenmarken Parmigiani Fleurier, Chopard und Bovet Fleurier sowie dem Werkehersteller Vaucher Manufacture Fleurier (im Besitz von Parmigiani) gegründet. Ausdrückliches Ziel dieser Stiftung ist, auch für den Uhrenliebhaber / -käufer transparente ästhetische und technische Qualitätsmerkmale zu schaffen, an denen dieser dann hochwertige Uhren von weniger hochwertigen unterscheiden kann.

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Hier habe ich schon eingehend zu diesem Qualitätssiegel berichtet:

Das Siegel „Qualité Fleurier“

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Die Kriterien im Überblick:

-Manufactured 100% in Switzerland

-The movement must have a finish of exclusive aesthetic quality

-The movement must have passed the Chronofiable test

-The movement must be COSC certified

-The running of the finished watch must pass the Fleuritest

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-Affixing the FQF logo

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Das Logo der Quality Fleurier Foundation muss auf dem Uhrwerk sichtbar eingraviert sein. Sollte die Uhr über keinen Glasboden verfügen, dann ist das Logo auch sichtbar, z.B auf dem Zifferblatt oder dem Gehäuseboden anzubringen.

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Einschätzung: Die Genfer Punze geht, wie auch das QF-Siegel gehen also über eine reine Zertifizierung der Präzision des Uhrwerks hinaus. Aspekte wie ein Test der gesamten Uhr hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Präzision, so wie sie an den Kunden geliefert wird, spielen hier ebenso eine Rolle wie die Herkunft der Einzelteile der Uhr wie auch der Uhr an sich (Regionaliät). Auch die Qualität der Einzelteile (Polituren, gebrochene Kanten, Oberflächenbeschichtungen usw.) werden bewertet.

METAS & Master Chronometer

Das Swiss Federal Institute for Metrology (METAS) arbeitete in Kooperation mit der Uhrenmarke Omega ab 2014 an einem neuen und unabhängigen Zertifizierungsverfahren, das am Ende sog. Master Chronometer hervorbringen soll. Damit sich eine Uhr “Master Chronometer” nennen darf muss diese komplett fertiggestellt eingereicht werden. Das Uhrwerk muss zuvor nach COSC-Kriterien (s.o.) zertifiziert worden sein.

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Der METAS-Prüfzyklus beinhaltet Test, die Belastungen simulieren, welche eine Uhr am Arm eines Menschen erleben kann. Dies schließt die Wasserfestigkeit und die Resistenz gegen Magnetfelder (Tests > 15.000 Gauss) mit ein. Dabei muss sich die Präzision der Uhr im Bereich von plus/minus 0 bis +5 Sekunden / Tag vor und nach dem Magnetfeld-Test bewegen.

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Einschätzung: Die METAS-Zertifizierung bezieht sich auf die gesamte Uhr. Das Uhrwerk wurde separat auf seine Präzision geprüft und zertifiziert. Im Unterschied zur Genfer Punze und zum OF-Siegel liegt der Schwerpunkt hier auf physikalischen Einflüssen wie Magnetismus. Die Herkunft von Einzelteilen und ganzer Uhr spielt ebenso wenig eine Rolle wie auch die Qualität der Bearbeitung der Werkteile.

Von diesen markenunabhängigen Gütesiegeln und Prüfverfahren sind die Qualitätssiegel einzelner Uhrenmarken abzugrenzen. Kann also ein markeninternes Qualitätssiegel einen höheren Wert haben als ein unabhängiges Siegel?

Patek Philippe Siegel

Patek Philippe stellt das lange im eigenen Hause verwendete Genfer Siegel nicht in Frage. Man hat lediglich entschieden, dass man einen umfassenderen Qualitätsbegriff verfolgt und hierzu eigene Standards benötigt, da diese in einem solchen Ansatz noch nicht existierten.

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Zum Patek Philippe Siegel habe ich schon ausführlich in diesem Blog berichtet

Das Patek Philippe Siegel

Hier finden sich die Testkriterien in allen Details, die ich hier in diesem Beitrag nur anschneiden werde.

Die Standards des Patek Philippe Siegels gliedern sich in die Kapitel „Die Uhr“, „Das Uhrwerk“, „Das Äußere“ und „Internationaler Kundendienst“.

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Die Kriterien stelle ich hier auszugsweise vor. Für weitere Details siehe den Link oben.

Die Uhr

Die Fertigung einer Patek Philippe Uhr übertrifft alle herkömmlichen Standards. Die Ganggenauigkeit der Patek Philippe Uhren wird während mehrerer Fertigungsstufen an den nackten Werken und eingeschalt in die Gehäuse geprüft. Die Endkontrolle der Ganggenauigkeit erfolgt auf einem Tragsimulator und muss die Patek Philippe Präzisionsnormen erfüllen

Bei allen Minutenrepetitionen wird der Klang mit akustischen Messgeräten geprüft und muss anschließend noch durch die Herren Philippe Stern oder Thierry Stern für gut befunden werden. Seit 2003 werden die akustischen Signaturen aller Minutenrepetitionen archiviert.

Das Äußere

Elegante Formen, edle Materialien, perfekte Finissierungen und kunstvolle Dekorationstechniken: Die aufwändige Ausführung der Ausstattung einer Patek Philippe Uhr muss in jeder Hinsicht die Perfektion des Uhrwerks widerspiegeln

Die Diamanten müssen strengen Qualitätskriterien entsprechen, den Reinheitsgrad „lupenrein“ und die Farbqualität Top Wesselton aufweisen sowie von makellosem Schliff sein.

Die aufgesetzten Indexe und/oder Ziffern sind aus Gold gefertigt und mechanisch befestigt, um die höchstmögliche Lebensdauer zu gewährleisten. Die Zeiger sind aus Gold gefertigt.

Das Uhrwerk

Um sich für das Patek Philippe Siegel zu qualifizieren, muss ein Uhrwerk hinsichtlich seiner Technik und Finissierung viele strenge Anforderungen erfüllen.

Bei Stahlteilen müssen die Flanken abgezogen, die Anglierungen und Kehlungen poliert sein. Die sichtbaren Flächen müssen geschliffen sein, ausgenommen die Rückervorrichtung, die poliert sein muss. Die Schraubenköpfe müssen poliert oder kreisgeschliffen sein, ihr Umfang und Schlitz angliert.

Jedes Uhrwerk muss mit Lagersteinen mit polierten Löchern ausgestattet sein, insbesondere für das Finissage- und Automatik-Räderwerk und die Hemmung.

Alle Brücken müssen auf der Oberseite dekoriert, angliert und mit polierten Kehlungen versehen sein. Die Unterseiten und Flanken der Brücken müssen sorgfältig finissiert sein.

Die Spirale muss in einer Weise mechanisch befestigt sein, die die perfekte Zentrierung und den perfekten Planlauf gewährleistet. Diese Befestigung muss auch den sicheren Halt bei Stößen nach NIHS-Norm sicherstellen.

Die Aufzugsrotoren werden aus Edelmetall gefertigt und müssen verziert sein.

Internationaler Kundendienst

Der Besitzer eines Zeitmessers mit dem Patek Philippe Siegel erhält die Garantie, dass seine Uhr auf eine weltweite Serviceorganisation zählen kann, die in jeder Hinsicht dieselben Qualitätsanforderungen wie das Produkt selbst erfüllt. Die zeitlich unbeschränkte Gültigkeit dieses Versprechens entspricht der Philosophie eines langlebigen Instruments, einer Uhr, die man nicht bloß für sich selber kauft, sondern auch an die künftigen Generationen weiterreichen will.

Einschätzung: Das Patek Philippe Siegel unterscheidet sich grundlegend von den bisher genannten Qualitätssiegeln, Punzen und von den Chronometerprüfungen. In erster Linie umfasst das Patek Philippe Siegel die komplette Uhr, wie sie dem Kunden ausgeliefert wird, und nicht bloß einzelne Komponenten des fertigen Produktes. Das Patek Philippe Siegel geht aber weit über die Ganggenauigkeit der Patek Philippe Uhren hinaus. Bis eine Patek Philippe Uhr fertig gestellt ist, wurden hunderte Qualitätskontrollen vorgenommen, und jede von ihnen muss die vom Patek Philippe Siegel verlangten Vorgaben erfüllen – ohne Ausnahme. Sogar die Edelsteine zum Schmuck der Uhr sind nicht vom Patek Philippe Siegel ausgenommen und müssen in jeder Hinsicht höchste Qualitätskriterien erfüllen (z.B. Top Wesselton) und nach genau definierten Regeln gefasst sein. Zudem ist der Service ein Teil der Qualitätsstandards. Ersatzteile und die Möglichkeit zur Reparatur z.B. wird man für eine Patek Philippe immer bekommen. Das ist längst nicht mehr bei allen Uhrenmarken der Fall. Auch bei manchen großen Namen nicht.

Jaeger LeCoultre 1000 Stunden Test

Bereits im Jahr 2004 entwickelte Jaeger LeCoultre den sog. 1000 Stunden Test. Auch hier war der Hintergrund der, dass man ein Testverfahren der gesamten Uhr, exakt so, wie sie an den Kunden ausgeliefert wird, entwickeln wollte.

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In verschiedenen Tests, die insgesamt über 6 Wochen Zeit in Anspruch nehmen, wird den Uhren möglichst nah an der Realität viel Abverlangt. Aspekte wie Ganggenauigkeit, Wasserfestigkeit, Gangreserve und die Zuverlässigkeit werden eingehend in z.T. martialisch anmutenden Maschinen und Robotern getestet. Allerdings bezieht sich der 1000 Stunden Test nur auf die Uhr, nicht aber auf den Vertrieb oder den Service.

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Einschätzung: Auch bei diesem Test wird die gesamte Uhr hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit und Präzision sehr realitätsnah getestet. Der Umfang der Prüfung geht nicht so weit wie beim PP-Siegel und er umfasst auch nur das fertige Produkt, nicht aber den Service.

Omega Master Chronometer (siehe METAS weiter oben)

Grand Seiko Standard

Alle mechanischen Uhren von Grand Seiko erfüllen einen besonders hohen Qualitätsanspruch. Die von Seiko entwickelten eigenen Standards erreichen die Schweizer Chronometernorm nicht nur, sie übertreffen diese. So werden die Uhren in sechs statt der üblichen fünf Lagen einreguliert und die Gangabweichungen betragen statt -4 bis +6 Sekunden pro Tag nur -3 bis +5 Sekunden. Die vollständige Montage aller Uhrwerksteile und die Réglage der Uhren werden durch Seikos Uhrmacher auf Begleitpapieren für jeden Zeitmesser dokumentiert. Außerdem wird jede Uhr einem 17-tägigen intensiven Test unterzogen, bevor sie in den Handel kommt.

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Grand Seiko Automatikwerke bestechen durch ihre Aufzugsleistung. Neben einer hohen Aufzugseffizienz durch einen Magic Lever (Magischer Hebel) sorgt die Aufzugsfeder aus der von Seiko entwickelten Legierung Spron für eine lange Gangreserve. Spron ist ein hochelastisches Material aus Molybdän, Kobalt, Chrom und Nickel.

Einschätzung: Ähnlich wie beim 1000 Stunden Test von Jaeger LeCoultre wird auch bei diesem Test die gesamte Uhr hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit und Präzision sehr realitätsnah getestet. Der Umfang der Prüfung geht ebenfalls nicht so weit wie beim PP-Siegel und auch er umfasst nur das fertige Produkt, nicht aber den Service.

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Abschließend lässt sich aus meiner ganz persönlichen Sicht feststellen, dass das Patek Philippe Siegel den aktuell umfassendsten Ansatz wählt und auch Aspekte abseits der Uhr wie den Service betrifft. Das PP-Siegel darf wohl zu Recht als Goldstandard bezeichnet werden. Zu wissen, dass nicht die Uhr von höchster Qualität ist sondern auch der Servicegedanke der Uhrenmarke ist mir ebenso wichtig wie, dass eine hochwertige Uhr auch in 30 oder 40 Jahren noch repariert werden kann.

Die markeninternen Tests wie der 1000 Stunden Test bei Jaeger LeCoultre der der Grand Seiko Standard gehen nicht ganz so weit wie das PP-Siegel. Ziel ist aber auch hier ein möglichst praxisnaher Test der gesamten Uhr hinsichtlich Zuverlässigkeit und Präzision auch unter Belastung. Der Käufer bekommt eine Uhr, die bereits ausgiebig getestet und mehr belastet worden ist, als dies der Träger einer Uhr je im normalen Leben könnte. Und er bekommt eine Uhr, die sich als zuverlässig und präzise erwiesen hat.

Die Chronometerzertifikate sagen nichts über die gesamte Qualität einer Uhr aus, wohl aber etwas zur technischen Präzision des Uhrwerks. Die optische Anmutung, also die Qualität der Oberflächenbearbeitung und -dekoration spielt hier hingegen keine Rolle. Der METAS-Test sticht insofern heraus, als das er auch die Beeinflussbarkeit einer Uhr durch Magnetfelder bewertet.

Regionale Aspekte beziehen die Genfer Punze und das OF-Siegel zusätzlich zu den objektiven Qualitätsstandards wie technische Präzision und Qualität der Materialen und Oberflächenbearbeitung mit ein. Zusätzlich wird hier sowohl die Qualität der Einzelteile einer Uhr wie auch der gesamten Uhr vorgeschrieben. Beide schützen vor allem aber auch die Herkunftsbezeichnung Genf bzw. Fleurier.

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