Hublot Big Bang Tourbillon Power Reserve 5 Days


Fragt man die Fans mechanischer Uhren, welche Komplikation sie am meisten begeistert so hört man sehr häufig die Antwort: das Tourbillon.

In der Tat fesselt dieser, von Abraham-Louis Breguet 1795 entwickelte mechanische Wirbelwind seit jeher auch mich. Und das, obwohl es sich keineswegs um die komplizierteste Komplikation handelt. Hier zeigen mechanische Chronographen, ewige Kalendarien und Repetitionen deutlich mehr Komplexität.

Aber das Tourbillon hat einen großen Vorteil, den die anderen Komplikationen so nicht haben: seine unverkennbare Präsenz auf dem Zifferblatt. Man kann ein Tourbillon beim Blick auf die Uhr gar nicht übersehen. Zugegeben ist das offene Zeigen des Drehgestells auf der Zifferblattseite ein vergleichsweise junger Trend.

(Bild (c) Breguet)

In den Taschenuhren, für die das Tourbillon worden ist, war die faszinierende Mechanik meist nur von der Werkseite her sichtbar.

(Bild (c) Breguet)

Taschenuhren befanden sich meist in einer kleinen Tasche der Weste und befanden sich so immer in der gleichen Position. Die Idee von Abraham-Louis Breguet war es, die Präzision der Uhr zu erhöhen, indem er die komplette Hemmung aus ihrer starren Lage löste und sie sich (einmal pro Minute) um die eigene Achse drehen lies. Dies kompensierte die Lagenfehler und erhöhte so die Ganggenauigkeit der Uhren enorm.

 

Sicher kann man über Sinn und Unsinn des Tourbillons in einer Armbanduhr trefflich streiten. Am Handgelenk ändert eine Uhr ihre Lage häufig und so kompensieren sich Lagenfehler eher als in einer Taschenuhr.

Aber faszinierend ist dieser Mechanismus auch in einer Armbanduhr und Gott sei Dank können wir ihn mittlerweile auch jederzeit auf dem Zifferblatt bewundern.

In diesem Artikel soll es nicht nur allgemein um die Historie des Tourbillons gehen, sondern um ein Tourbillon, das mein persönlicher Gral ist. Es ist die Hublot Big Bang Tourbillon Power Reserve 5 Days, die mich in ihrer Magic Gold Variante schlichtweg geflasht hat.

Warum gerade diese Uhr? Nun, ich bin gleichzeitig ein Freund bester und komplexester Mechanik und sportlicher, mutiger Uhren. Bislang waren Tourbillons in Sportuhren die absolute Ausnahme. Mit dem Big Bang Tourbillon Power Reserve 5 Days hat Hublot die perfekte Uhr für mich geschaffen. Tolle und innovative Mechanik in einer robusten Verpackung. Sprich: man kann dieses Tourbillon tatsächlich in jeder erdenklichen Situation im Alltag tragen. Im Fall der Magic Gold Version trifft das noch mehr zu, da das absolut kratzfeste 18k Goldgehäuse wirklich alles klag- und schadlos übersteht.

Vorgestellt wurde das Big Bang Tourbillon Power Reserve 5 Days auf der Baselworld 2015.

Hublot präsentierte dieses Modell in 4 Varianten im Titan-Gehäuse (Ref. 405.NX.0137.LR), in King Gold (Ref. 405.OX.0138.LR) , in schwarzer Keramik (Ref. 405.CI.0110.RX) als All Black und im Magic Gold-Gehäuse (Ref. 405.MX.0138.RX).

In Magic Gold gibt es diese Uhr 50 mal, in den anderen Gehäusevarianten je 99 mal.

Der Name der Uhr sagt es schon. Es handelt sich um ein Tourbillon mit 5 Tagen Ganreserve.

Die Basis dafür ist das Hublot Kaliber HUB6016.

hub6016-70

Es basiert technisch auf der Kaliberfamilie HUB60XX, die man u.a. als HUB6010 im Classic Fusion Skeleton Tourbillon findet.

Das Kaliber HUB6010 ausgeschalt:

Auch das im Jahr 2019 vorgestellte Classic Fusion Tourbillon Orlinski gehört mit seinem HUB6021 in diese Familie.

Und wenn man ganz genau hinschaut, dann erkennt man diese Verwandtschaft deutlich

Die einzige Uhr in der das HUB6016 tickt und die nicht in einem Big Bang Gehäuse daherkommt ist das Classic Fusion Berluti Tourbillon hier in der wunderbaren King Gold Version mit der Referenz 505.OX.0500.VR.BER17.

505-ox-0500-vr-ber17-cu-hr-w-1

Klar zu erkennen an der Gangreserveanzeige bei 9 Uhr, hier über einen Zeiger realisiert.

Lens Position: 3183

Es gab diese Uhr in King Gold und in schwarzer Keramik in einer Auflage von je 20 Uhren.

big-1

Schaut man auf die Rückseite so erkennt man sofort das HUB6016.

Hublot_Berluti_6

Eine Übersicht aller Hublot Kaliber seit 2004 findet sich hier in meinem Blog:

Hublot – die gesammelten (Uhr)Werke

 

Das HUB6016 misst 34mm m Durchmesser und schlanke 4 mm in der Höhe. Auf engstem Raum vereint es 175 Einzelteile, die man aufgrund der skelettierten Ausführung des Kalibers wunderbar bei der Arbeit beobachten kann.

Und so zeigt auch das Big Bang Tourbillon Power Reserve 5 Days das typische Merkmal nahezu aller Hublot-Uhren: jede Menge kleiner und kleinster Details, die man auch durch das Zifferblatt beobachten kann. Im Fall dieser Uhr besteht es aus Safirglas.

Hier einige der tollen Details:

Wo wir gerade bei den Details sind: im Schritt von den auf der Messe 2015 vorgestellten Prototypen hin zu den Serienuhren gab es eine winzige Änderung, die kaum jemandem aufgefallen ist. Hublot änderte die Ausführung der Gangreserveanzeige.

Bei den Prototypen war die Anzeige noch geteilt weiß und rot (im Bild oben). Bei den Serienuhren entschied man sich in Nyon aber zu einer vollkommen roten Anzeige (Bild unten).

Es gibt noch einen spürbaren Unterschied zwischen diesen Big Bang Tourbillons und z.B. der Big Bang Unicos oder der Meca 10.

Auf den ersten Blick sehen die Gehäuse hinsichtlich ihrer Dimensionen gleich aus.

Hinsichtlich des Durchmessers von 45mm stimmt das auch. Mit 13,2 mm ist das Big Bang Tourbillon Power Reserve 5 Days aber gut 2,3 mm bzw. 2,75 mm flacher als seine Schwestern (BB Unico: 15,5 mm und Meca 10: 15,95 mm).

Im folgenden Bild ist der Höhenunterschied gut sichtbar. Von links: Meca 10, Big Bang Unico und Big Bang Tourbillon Power Reserve 5 Days

Und diese knapp 3 mm in der Höhe spürt man am Arm ganz deutlich. Ich persönlich kann dadurch mein Armband um ein Loch enger tragen als bei der Unico BB oder der Meca 10. Wenn man die Uhr zu einem Hemd trägt, dann passt das Tourbillon auch bequem und angenehm flach unter die Manschette. Technisch entspricht das Gehäuse des Tourbillon aber dem der Meca 10.

Worin die um 70m unterschiedliche Wasserdichtigkeit der Uhren begründet ist (30m für das Tourbillon und 100m für die Meca 10) erklärte sich mir nicht sofort. Erst der Konstrukteur des Gehäuses konnte dieses Rätsel lösen. Der Titan-Container, in dem sich die Uhrwerke bei dieser Gehäusekonstruktion sicher und wasserfest verpackt befinden ist beim Tourbillon nicht nur Flacher, sondern auch hinsichtlich der Materialstärken dünner.

Technisch sind die Gehäuse ansonsten identisch und im WD-Test zeigen sich für beide Uhren ähnliche Werte der Wasserdichtigkeit. Aber Hublot geht auf Nummer sicher und beschreibt für das Tourbillon nur 30 Meter Wasserdichtigkeit.

Höchst praktisch ist, dass auch dieses Tourbillon mit dem genial einfach zu bedienenden One Click System ausgestattet ist. Ich gebe zu, dass auch dieser Umstand meine Entscheidung für diese Uhr beeinflusst hat, weil ich so die Armbänder, die ich für meine andere Hublot-Uhren bereits gekauft habe auch an dieser Uhr benutzen kann.

Jeder, wirklich jeder kann mit diesem System die Bänder und Schließen binnen weniger als einer Minute demontieren und wieder anbauen. Ohne Werkzeug und ohne spezielle Fähigkeiten und Ausbildungen zu besitzen. Und das Gehäuse bleibt auch noch kratzerfrei.

Noch im Jahr 2015 präsentierte Hublot dann eine weitere, sehr spannende Variante des Big Bang Tourbillons.

Genauer gesagt präsentierte Hublot zum 10. Jubiläum des letzten Formel 1 Rennens in Mexiko bei dem noch dazu Ferrari gewonnen hat.

10 Uhren zum zehnten Jubiläum, und jede davon ein Einzelstück.

Auf den Safirglasböden dieser Uhren findet sich denn auch ein Bild des siegreichen Ferraris von 1990 und der Schriftzug „Celebrating Ferrari Win Mexico 1990“.

Zu den Uhren gab es auch je ein Kolben aus dem Motor des Siegerfahrzeugs von 1990 und ein Helm von Sebastian Vettel mit seinem Autogramm als dem aktuellen Ferrari-Helden.

Die Referenzen im Überblick

405.OX.0138.LR.GPM15:            King Gold – Pièce Unique

405.OM.0138.LR.GPM15:           King Gold & Keramik– Pièce Unique

405.OQ.0138.LR.GPM15:            King Gold & Carbon– Pièce Unique

405.OJ.0138.LR.GPM15:             King Gold & Carbon mit Goldeinlagerungen– Pièce Unique

405.CI.0138.LR.GPM15:              Keramik– Pièce Unique

405.CJ.0138.LR.GPM15:              Keramik & Carbon mit Goldeinlagerungen – Pièce Unique

405.CO.0138.LR.GPM15:            Keramik & King Gold – Pièce Unique

405.NJ.0138.LR.GPM15:             Titan & Carbon mit Goldeinlagerungen – Pièce Unique

405.Ne.0138.LR.GPM15:             Titan & Keramik– Pièce Unique

405.NO.0138.LR.GPM15:            Titan & King Gold – Pièce Unique

Alle bisher erschienenen Hublot Ferrari Editionen finden sich hier in diesem Blog:

Hublot Ferrari – die Editionen

Für mich gehören einige dieser zehn Tourbillons zu den schönsten Uhren, die Hublot je gebaut hat.

Glanzvoll ging es dann auch im Jahr 2016 mit dem Big Bang Tourbillon Power Reserve 5 Days weiter.

Hublot präsentierte in Basel eine reich mit Diamanten besetzte Version der Uhr mit dem Namenszusatz „High Jewellery Impact Bang“ (Ref. 405.WX.9004.LR.7704).

Das Weißgoldgehäuse ist mit 387 Diamanten bester Qualität (30,55 Karat) besetzt. Dazu kommen noch 33 Diamanten auf der Schließe. Ich hatte Gelegenheit, eine der 50 Exemplare dieser 670.000,00 CHF kostbaren Uhr in den Händen zu halten. Eigentlich war ich bis dahin kein Fan steinbesetzter Uhren. Aber die Impact Bang hat etwas…

Noch übertroffen wurde die Impact Bang im Jahr 2017 mit einer weiteren High Jewellery Variante des Big Bang Tourbillons.

Sie schnöden Zahlenwerte sagen: Zifferblatt (149 Diamanten, 7,4 Kt) und Weißgoldgehäuse besetzt mit insgesamt 1.574 Diamanten an Gehäuse (384 Diamanten, 20 Kt), Lünette (88 Baguette-Diamanten, 11,2 Kt) und Band (953 Diamanten, 46,3 Kt) 84,9 Karat. Wert: 1,558 Mio. Euro. Ach ja, es handelt sich um Einzelstück, dass dem Verlauten nach bereits am ersten Messetag verkauft war.

Etwas zurückhaltender ist da die High Jewellery Version mit Lederband (Ref. 405.WX.9304.LR.9904) , die in etwa der Impact Bang von 2016 entspricht.

 

Sie gab es auch in einer King Gold-Version (Ref. 405.OX.9308.LR.9904).

Die Art der Steinsetzung ist anders, hinsichtlich des Gesamtgewichts bewegen sich diese beiden Modelle mit je 438 Diamanten bei 25,5 Karat. Auch diese Uhren sind Einzelstücke bzw. werden nur auf Bestellung gefertigt.

Eine ganz besondere und sehr sehr seltene Version des Big Bang Tourbillon 5 Days Power Reserve ist die Pakistan Edition in einem weißen Keramikgehäuse, die vermutlich im Jahr 2017 gefertigt worden ist. Weder die Referenz noch die genaue Stückzahl dieser Pakistan-Edition ist überliefert.

Doch auch das folgende Jahr 2018 hielt vier weitere Überraschungen für die Liebhaber des Big Bang Tourbillon Power Reserve 5 Days bereit.

In Basel präsentierte Hublot mit der Referenz 405.JX.0120.RT eine Version im transparenten Safirglasgehäuse.

Der Clou dieser Version ist nicht alleine das transparente Gehäuse, das in der Herstellung erheblich aufwändig ist. Seit 2016 beherrscht Hublot die Fertigung dieser Art Gehäuse. Diese Uhr hat zudem transparente Brücken, so dass auch das Kaliber an sich durchsichtig erscheint. Das verleiht dieser Uhr eine faszinierende Optik.

Diese Brücken sind aber nicht aus Safirglas gefertigt worden sondern aus Polycarbonat. Safir eignet sich hinsichtlich seiner physikalischen Eigenschaften nicht als Werkstoff für Platinen und Brücken.

Vom Tourbillon Power Reserve 5 Days Sapphire gibt es 99 Exemplare.

Eine schöne Ergänzung ist das auf Bestellung gefertigte Big Bang Tourbillon Power Reserve 5 Days Sapphire Baguettes mit der Referenz 405.JX.0120.RT.1904.

48 Baguette-Diamanten mit etwa 2,80 Karat zieren die Safirglaslünette.

Der Clou ist hier nicht alleine der Umstand, dass Hublot Diamanten in eine Safir-Lünette gesetzt hat. Bisher verwendete man dazu immer Metall-Lünetten. Die Diamanten sind auch noch unsichtbar gefasst, so dass sie in der Lünette zu schweben scheinen. Umgesetzt hat man das mit einem speziellen sehr beständigen Silikon, mit dem die Diamanten in die Lünette gesetzt worden sind.

Ebenfalls in Basel präsentierte Hublot in Kooperation mit Karmaloog, einer Ledermanufaktur der Extraklasse ein ganz spezielles Set.

Das Set besteht aus einem Big Bang Tourbillon 5 Days Power Reserve Croco am Lederband, einer stich- und kugelsicheren (für Projektile bis 9mm) Jacke aus Krokoleder und einem Zubehörset mit verschiedenen Zipper-Anhängern, Armbändern etc.

Der Gesamtpreis lag bei etwa 1 Mio. Euro. Auch dieses Set fand noch während der Baselworld einen Liebhaber.

Von der Uhr gab es die oben gezeigte Version in Weißgold (Ref. 405.WX.9204.LR.9904) und die King Gold Variante (Ref. 405.OX.9208.LR.9904) im folgenden Bild. Beide Uhren tragen 380 Diamanten mit 13,5 Karat Gesamtgewicht.

Ende 2018 überraschte Hublot dann sie Uhrenwelt mit einer sehr schönen Rainbow-Version des Tourbillon Power Reserve 5 Days, von der es 20 Exemplare gibt.

In den Katalogen tauschte diese Version mit der Referenz 405.JX.0120.RT.4099 nie auf, zu schnell waren die Uhren verkauft.

Bild (c) Hautetime

Da man bei Hublot aber nicht nur transparentes, ungefärbtes Safirglas machen kann sondern es seit 2018 auch eingefärbt verwendet lagen die folgenden Neuheiten des Jahres 2019, präsentiert im Januar in Genf, nahe.

Je auf 30 Uhren limitiert präsentierte Hublot mit der Referenz 405.JL.0120.RT das Tourbillon Power Reserve 5 Days Blue Sapphire.

und mit der Referenz 405.JR.0120.RT die rote Schwester, die Red Sapphire.

Wie schon bei den transparenten Sapphire Versionen so sind auch die Brücken und Platinen des HUB6016 bei der Red und Blue Sapphire aus entsprechend eingefärbten transparenten Polycarbonat

Auch bei dieser Modellreihe bleibt es spannend. Hublot wird sicher in der Zukunft noch weitere spannende Modelle präsentieren, und ich werde darüber berichten.

IMG_7994

 

 

 

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1 Kommentar

  1. Danke auch für diesen informativen Bericht. Ich freue mich schon auf den nächsten Bericht von Dir.
    Liebe Grüße
    Uwe

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