Die IWC Porsche Design Ocean – Der Versuch einer Erklärung


Die IWC Porsche Design Ocean sicher nicht jedermanns Sache. Es ist keine Uhr, die einen auf den ersten Blick beeindruckt. Die Einen lieben sie, andere hassen sie. Vielleicht muss man ihr auch einfach etwas Zeit geben, sie vielleicht sogar ein wenig verstehen?! Ein zweiter Blick auf diesen Klassiker lohnt sich in jedem Fall. Die folgende Abbildung zeigt die allererste Werbung für die „Titanium Divers Watch“ von Porsche Design aus dem Jahr 1982.

Eine Titanium Taucheruhr von Porsche Design, präsentiert mit einem silbernen Armband und einem schwarzen Zifferblatt. Die Uhr hat einen robusten Rahmen, ist druckgeprüft bis 1950 Metern und wurde speziell für das Tragen mit Tauchhandschuhen entwickelt.

Man beachte, dass ganz am Anfang noch jeder Hinweis auf die IWC fehlte. Sowohl auf dem Zifferblatt als auch in der Werbung und auch auf dem Zubehör. Auch wurden diese Uhren in den ersten Monaten ausschließlich über Porsche Design Salzburg vertrieben.

Eine Porsche Design Armbanduhr auf einem schwarzen Untergrund mit einer beschädigten Verpackung und einer Bedienungsanleitung.

Die folgenden Abbildungen zeigen weitere, sehr frühe Werbeanzeigen für die Ocean.

Titanium Taucheruhr von Porsche Design mit schwarzem Zifferblatt und Edelstahlband.

Die in der folgenden Abbildung gezeigte Anzeige ist die erste, auf die IWC vermerkt ist. Sie stammt aus dem Jahr 1983. Man beachte, dass nun auch auf dem Zifferblatt die IWC als Hersteller der Uhr berücksichtigt worden ist.

Werbung für die 'OCEAN' Taucheruhr aus Titan von IWC Schaffhausen, die technische Vorteile von Titan wie Leichtigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Strapazierfähigkeit hervorhebt.

Etwa zu dieser Zeit stieg auch die IWC in den Vertrieb dieser Uhren über das eigene, weltweite Händlernetz ein. Die folgende Abbildung zeigt die erste Anzeige zur Ocean im „weißen“ Design der damaligen Kataloge der IWC, wohingegen die späteren , separaten Kataloge der Porsche Design Uhren by IWC im schwarzen Design gehalten waren.

Bildbeschreibung einer Broschüre über die Titan-Taucheruhr "ocean" von IWC im Porsche Design, einschließlich des Armbands, Schraubenziehers und einer detaillierten Beschreibung der Eigenschaften.

Ich gehöre zweifelsfrei zu den Fans der Ocean. Meine Leidenschaft für mechanische Uhren hat zwei Ursprünge, eine davon war in den frühen 1990er Jahren eine Ocean 2000 im Schaufenster eines IWC-Konzessionärs meiner damaligen Heimatstadt. Diese Uhr war, zwischen all den glitzernden und funkelnden anderen Sportuhren bekannter Marken, einfach anders. Oft blieb ich vor dem Schaufenster stehen und versuchte zu ergründen, warum mich diese Uhr derart fesselt?  Dabei hatte ich sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal in den Händen gehalten geschweige denn wusste ich etwas über diese Uhr. Eines Tages fasste ich all meinen Mut und ging in das Geschäft und fragte nach dieser Uhr. Ein freundlicher älterer Herr nahm mich meiner an und holte die Ocean aus dem Schaufenster. Ich fragte, was an der Uhr so besonders sei? Diese Frage erstaunte ihn offenbar denn er fragte, warum ich diese Uhr so besonders finde.

Zwei automatische Taucheruhren mit schwarzem Zifferblatt und verschiedenen Armbändern auf einer Holzoberfläche.

Diese Frage erstaunte ihn offenbar denn er fragte, warum ich diese Uhr so besonders finde. Ich konnte es nicht sagen. Ohne es in diesem Moment zu wissen war es seit dem Tage um mich geschehen, die Ocean ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Der ältere Mann erklärte mir die Uhr geduldig, ihr Design, aber auch die technischen Finessen. Wieviel Technologie doch in so einer Uhr stecken konnte. Zugegeben verstand ich nicht alles, aber ich war begeistert. Dann gab er mir diese Uhr in die Hand und ich war überrascht. Sie war leicht und das Titan an Band und Gehäuse fühlte sich sehr angenehm an. Er forderte mich auf die Uhr anzulegen und trotz ihrer Größe passte sie mir sehr gut. Während ich die Uhr buchstäblich erlebte holte der ältere Herr ein schwarzes Büchlein, den IWC Porsche Design Katalog.

Eine Uhr mit schwarzem Zifferblatt und Edelstahlarmband auf einem Holzuntergrund.

Mein Erleben fand ein jähes Ende als ich das Preisschild an der Uhr entdeckte. Das konnte doch nicht sein. Diese Uhr kostete mehr als doppelt so viel wie eine der funkelnden Rolex Submariner im Schaufenster?! Meine Irritation blieb dem älteren Herrn nicht verborgen und er lächelte. Nach einmal erklärte er mir den Preis über die vielen Innovationen die diese Uhr in sich trug. Und auch das verstand ich damals nur teilweise. Es sollte noch weitere 10 Jahre dauern bis ich die erste Ocean 2000 mein Eigen nennen durfte.

Es war tatsächlich die Erfüllung eines lange gehegten Wunsches, aber bei weitem nicht das Ende des Weges. Seit jenem Tag bei dem IWC Konzessionär suchte ich nach jeder Information, schaute mir viele Oceans an, auf Uhrenmessen und bei Uhrenhändlern. Ich lernte diese Uhr mehr und mehr kennen. Und lieben. Tatsächlich und im Gegensatz zu den meisten anderen Uhren die ich besaß und besitze hat die Ocean in all den Jahren nichts an Reiz verloren. Egal in welcher Variante, als Referenz 3500 der ersten Stunde oder als Referenz 3519, der amagnetischen Variante für die Minentaucher der Bundeswehr. Ganz im Gegenteil, im Alter wird diese Uhr noch interessanter, schlicht weil ihr Entwurf von F. A. Porsche tatsächlich zeitlos ist und sich keiner Mode unterwirft. Sieht man von verschiedenen Zifferblattbeschriftungen und der Evolution der Band-Geometrien einmal ab ist die Ocean immer dieselbe geblieben. Wunderbar in einer scheinbar rastlosen Zeit, in der alles schnelllebig ist und sich ständig zu ändern scheint. Die folgende Collage ist von einem lieben Sammlerkollegen (HeBe) erstellt worden.

Bild zeigt mehrere IWC Uhrenmodelle in Titan und ihre Komponenten, darunter Ref. 3500 und 3524. Die Hinteransicht einer Uhr und verschiedene Armbandglieder sind abgebildet, sowie Hinweise zur Funktionsweise des Armbands.

Zu erwähnen wäre lediglich, dass das als Ref. 3504 betitelte Zifferblatt nur für kurze Zeit (etwa 1989 / 1990) und nur in bestimmten Märkten (Japan) angeboten worden ist. Die Ref. 3504 gab es auch mit dem Blatt mit „Schnürli-Schrift“.

Nahaufnahme des Zifferblatts einer IWC-Uhr mit dem Schriftzug 'IWC International Watch Co. Schaffhausen'.

Wie viel an neuartiger Technologie um das Jahr 1980 von genialen Menschen, Ingenieuren und Uhrmachern, wie Lothar Schmidt und Jürgen King, für diese Uhren entwickelt worden ist habe ich erst im Laufe der Jahre erkannt. Ob es die höchst innovative Dichtung des Safirglases ist oder die Ideen, die man für die Dichtungen im Bodendeckel hatte. Oder die Beschichtung der Titanteile mit einem Gewinde, Titanteile kann man nicht roh miteinander verschrauben. Oder wie man eine solche Uhr zu leicht und so flach gestalten konnte. Das setzt noch heute Maßstäbe. All diese Entwicklungen lassen sich heutzutage z.B. anhand der Patente nachvollziehen, die einst von der IWC angemeldet worden sind. Und auf einige davon möchte ich in der Folge weiter eingehen.

Patentblatt mit der Bezeichnung DE 3603850 A1, das Informationen über ein Gelenkarmband enthält. Es zeigt Anmeldedaten, Erfinderinformationen und technische Beschreibungen.

Doch wie kam es überhaupt zur Entwicklung dieser Taucheruhr? Die Legende besagt, dass F.A. Porsche die IWC im Jahr 1976 beauftragte eine Uhr mit mechanischem Kompass für ihn zu entwickeln. Als Einzelstück und Sonderanfertigung für ihn, der gerne in den Bergen unterwegs war. Zu dieser Zeit hatte F.A. Porsche bereits eine Uhr entworfen, die dann von Orfina für Kunden des Hauses Porsche gefertigt wurde.

Eine Hand mit einem Fahrhandschuh, die ein Porsche-Design-Chronograph zeigt, während sie ein Sportlenkrad hält.

Die IWC wiederum steckte in den 1970er Jahren in erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, u.a. waren dies die Auswirkungen der Quarzkrise. Seit 1976 wurden keine eigenen mechanischen Uhrwerke mehr entwickelt. Man arbeitete damals in Schaffhausen in Teilzeit und fertigte im Auftrag auch Bauteile in Metall für externe Auftraggeber. Kurioserweise u.a. auch Metallmodelle des Porsche 911 für die Firma Porsche. Die folgende Abbildung zeigt ein Modell des Porsche 911, das von der IEV zu jener Zeit für Porsche Design gefertigt hat.

Modell eines silbernen Sportwagens auf einer dunklen Oberfläche, im 3D-Perspektive aufgenommen.

Der Auftrag zur Fertigung einer solchen außergewöhnlichen Uhr kam also zur rechten Zeit und noch vor dem Verkauf an VDO Adolf Schindling (später VDO / Mannesmann).

Skizze einer Armbanduhr mit Details zum Gehäuse und Armband auf schwarzem Hintergrund.

Hier einige Entwürfe für die Kompassuhr aus dem Archiv des Studio FA Porsche in Salzburg.

In der Folge erlangte die IWC die Bezeichnung „Ingenieur unter den Uhrenmarken“, nicht zu Unrecht wie sich herausstellen sollte. Eine Uhr mit Kompass, wie jene von F.A. Porsche beauftragte, bedeutete, dass jedwedes künstliche Magnetfeld, wie es z.B. von Bauteilen aus Stahl erzeugt wird, vermieden werden muss. Es würde schlicht die empfindliche, magnetisierte Kompassnadel ablenken und den Kompass ungenau machen.  Auch darf die Uhr an sich nicht durch externe Magnetfelder magnetisiert werden. Damit fiel Stahl als Werkstoff für Gehäuse, Band und jedwede Werkteile aus. Man experimentiere viel und kam auf Aluminium und Titan als Gehäuse und Bandmaterial, später auch auf Kunststoff. F.A. Porsche favorisierte von Anfang anTitan, allerdings fand sich kein Gehäusebauer in der Schweiz, der Titan verarbeiten wollte. Und so beschaffte sich die IWC Werkzeugmaschinen aus Japan und begann die eigene Gehäusefertigung unter Nutzung von Titan, dass man von Thyssen-Krupp bezog, zu entwickeln. Eine echte Herausforderung wie sich zeigen sollte. Die IWC war nicht die erste Uhrenmarke die Titan verwendet hat, aber man hat es sicher konsequenter getan als andere. So spannend und sinnvoll das Material Titan für den Uhrenbau ist, so komplex ist es auch in der Verarbeitung. Das werden die in der Folge genannten Patente noch anschaulich zeigen.

(Quelle: IWC)

Die IWC meistere schlussendlich aber alle Herausforderung und übergab F.A. Porsche seine Kompassuhr als Einzelstück. Zugegeben war es eine experimentelle Uhr, ein Prototyp noch weit entfernt von der Serie. Der Rest ist Geschichte. Damit startete 1978 eine der spannendsten Kooperationen im Uhrenbau. Porsche Design, Pionier im Design, und die IWC, Pionier bei den Technologien, waren kongeniale Partner. Die Erkenntnisse und Forschungsergebnisse aus der Entwicklung der Kompassuhr ging wenig später in Serie, als erstes Resultat der Kooperation präsentierten die IWC und Porsche Design 1978 die erste Kompassuhr Referenz 3510 als Serienuhr.

(Quelle: IWC)

Zugegeben zunächst noch im Aluminiumgehäuse, denn von einer Verwendung von Titan in Serienuhren war man zu dieser Zeit noch etwas entfernt.

Die Kompass-Uhr von IWC: zwei Ansichten der Uhr mit schwarzem Gehäuse und Zifferblatt, roten und weißen Zeigern sowie Kompassfunktion.

Das Jahr 1978 markiert noch einen weiteren Wendepunkt für die IWC. VDO Adolf Schindling, später VDO/Mannesmann, kaufte die IWC und Jaeger-LeCoutre und gründete so den Unternehmenszweig LMH (Les Manufactures Horlogéres), in den etwa zur gleichen Zeit ein junger Mann namens Günter Blümlein als Berater einstieg. 1980 übernahm er dann die Leitung der LMH, Erfahrungen mit Uhren hatte er bereits zuvor im Rahmen seines Maschinenbau-Studiums mit der Spezialisierung auf Feinmechanik und bei Junghans sammeln können.

Porträt eines Mannes mit grauem Bart und Anzug, vor einem dunklen Hintergrund.

Die technologischen Erkenntnisse aus der Entwicklung der größtenteils amagnetischen Kompassuhr flossen in der Folge auch in andere Uhrenmodelle der IWC ein, so u.a. in die Entwicklung der folgenden Ingenieur-Referenz 3508. Und die Entwicklung der Kompassuhr war dann, etwas später, auch die Grundlage für die IWC, überhaupt die Taucheruhr Ocean fertigen konnte. Denn im Frühjahr 1980 schrieb die Bundeswehr eine amagnetische Taucheruhr für den militärischen Einsatz aus, die zunächst für Minentaucher bestimmt sein sollte. Das folgende Bild zeigt eine Abschrift der ursprünglichen Lieferbedingungen, die eine neue Taucheruhr der deutschen Marine erfüllen musste. Mannesmann/VDO beteiligte sich über die Firmentochter Diehl Avionik an der Ausschreibung.

Die folgende Abbildung zeigt die Abschrift der sog. Teilekennzeichen der Bundeswehr in denen beschrieben ist, welche Anforderung ein Ausrüstungsgegenstand erfüllen muss.

Technische Beschreibung eines Uhrwerks mit Details zu Rotor, Ankerwerk, Zifferblatt und Gehäuse.

Eine der Kernforderungen aus dem Lastenheft für die Minentaucheruhr lautet, dass die Uhr komplett amagnetisch sein musste. Sonst könnten die hochempfindlichen Zünder von Seeminen versehentlich ausgelöst werden. Das bedeutete ein vollkommen amagnetisches und nicht magnetisierbares Uhrwerk, Gehäuse usw. Jetzt kamen die Erkenntnisse und der damit verbundene technologische Vorsprung, den man bei der Entwicklung der Kompassuhr und von Titan als Gehäusematerial erlangt hatte, der IWC zugute. Zusammen mit Professor Steinmann von der Universität Lausanne suchte man nach Materialien und Technologien, die im Ergebnis eine vollkommen amagnetische Uhr entstehen lassen sollten. VDO/Mannesmann bzw. Diehl gewann die Ausschreibung der Bundeswehr und F.A. Porsche entwarf, streng orientiert an den Vorgaben des Lastenheftes der Bundeswehr, Technische Lieferbedingungen genannt, eine Taucheruhr aus Titan. Das kam seinem Leitspruch „form follows function“ sicher sehr entgegen, denn die Technischen Lieferbedingungen beschreiben die Funktionen und Eigenschaften eines Gegenstands sehr präzise. Eines der untypischen Merkmale einer Ocean BUND und gleichermaßen untypisch für professionelle Taucheruhren ist die fehlende Skalierung der Lünette, die Bundeswehr hatte sie ausdrücklich nicht gefordert. Die IWC fertigte auf dieser Basis die erste komplett amagnetische Uhr der Welt. Jürgen King, bis dahin der technische Direktor der IWC, wurde von Günter Blümlein zum Entwicklungsleiter dieses Projektes ernannt, der Rest ist Geschichte. Die folgende Abbildung zeigt den ersten Prototypen einer Ocean BUND.

Eine schwarze Armbanduhr mit einem geprägten Zifferblatt und einem breiten Textilarmband.
(Quelle: Studion FA Porsche)

Vor einigen Jahren hatte ich das unglaubliche Glück in einem Teilekonvolut ein originales Zifferblatt dieses Prototypens zu finden. Nichtmal der IWC war bewusst, dass es diesen Prototypen gegeben hat.

Uhrengesicht einer IWC Uhr mit schwarzem Zifferblatt, goldenen Indizes und dem Schriftzug "BUND".

Klingt einfach, war es aber nicht. Die Entwicklung der Ocean BUND AMAG dauerte vier Jahre und brachte den Einsatz vollkommen neuer Materialien für den Uhrenbau mit sich. Niob-Zirkonium-Legierungen z.B., die für die Spiralfeder eingesetzt werden und die man sonst nur in Nuklearanlagen findet. Oder Beryllium-Legierungen, die für die Unruh und andere Werkteile verwendet worden sind. Die folgende Abbildung zeigt einen von vier bekannten AMAG Prototypen, die 1984 zur Bundeswehr für intensive Tests gegangen sind.

Armbanduhr von IWC mit schwarzem Zifferblatt, roten und goldenen Zeigern sowie einem grauen Band.

Auch die sonst im Kaliber 375 verbauten Stahlkugellager mussten ersetzt werden. Man entscheid sich für Kugeln aus Rubin und Lageschalen aus Beryllium.  Allesamt amagnetisch. Es war eine Entwicklung, die unter strikter Geheimhaltung stattfand.  Im Jahr 1984 wurden dann die ersten Exemplare der heute legendären „AMAG“ an die Bundeswehr ausgeliefert. Zwischendurch wurden die Prototypen regelmäßig in einer Wehrtechnischen Dienststelle der Bundeswehr in Greding geprüft. Spannend bei dem oben zeigten Prototypen ist, dass er noch das Kaliber 375 (erkennbar an der Position des Datumsfensters in der Minuterie) trägt. Die im November 1988 ausgelieferten 50 „Serienuhren“ der AMAG hatten schon das Kaliber 3755AM.

Detailansicht eines mechanischen Uhrwerks mit goldenen Komponenten und einem zentralen Antrieb, auf schwarzem Hintergrund.

Bei diesem liegt, wie beimKaliber 3752 der Ocean BUND 3509 und der Ocean GSG 9 3501 dem dem Kaliber 37521 der Ocean BUND 3529, das Datumsfenster weiter innen auf dem Zifferblatt, neben der Minuterie. Das folgende Bild zeigt links eine Ocean 2000 Ref. 3500 mit Kal.375 und rechts eine Ocean BUND Ref. 3529 mit Kaliber 37521.Man beachte die Lage der Datumsfenster.

Zwei IWC Uhren mit schwarzem Zifferblatt und Porsche Design, eine in Titan und die andere in schwarz, auf einer Holzoberfläche.

Bereits ein Jahr zuvor, 1983, präsentierte die IWC auf der Uhrenmesse in Basel die IWC Porsche Design Ocean 2000. Und bereits 1981 erwähnte das Studio F. A. Porsche die „Titanium Divers Watch Ocean“ in einer Pressemitteilung. Ab 1982 wurde diese zivile Version der Ocean zunächst ausschließlich von Porsche Design in Salzburg direkt vertrieben. Hier noch einmal die erste Werbeanzeige der frühen Ocean.

Eine Titanium Taucheruhr von Porsche Design mit schwarzem Zifferblatt und silbernem Armband.

Aus dieser Zeit stammen die Zifferblätter, die nur mit dem Porsche Design-Logo signiert waren.

Auch auf dem Zubehör fehlte noch jeder Hinweis auf die IWC als Hersteller.

Eine Porsche Design Taucheruhr in Titan, zusammen mit einer schwarzen Aufbewahrungsbox, einer Anleitung und einem zusätzlichen Armband.

Ab 1983 dann wurde die Ocean auch über das Vertriebsnetz der IWC vertrieben. Von dieser Zeit an stand die IWC auch deutlich erkennbar auf Zifferblatt und Zubehör. Etwas später dass übernahm die IWC den Vertrieb der Ocean. Hier das Datenblatt der Ref. 3500 aus dem IWC Händlerkatalog von 1983.

Technische Daten und Beschreibung der IWC Titan-Taucheruhr Modell Ref. 3500, einschließlich Mechanismus, Abmessungen und Materialien.

Die zivile Version der Ocean unterscheidet sich in einigen Details maßgeblich von der militärischen Version. Hier einige Merkmale zivile Ocean 2000 vs. Ocean BUND:

  • 2000 m Wasserfestigkeit vs. 300 m (Wahrscheinlich ist die Ocean BUND deutlich wasserfester, die Bundeswehr forderte aber nur 300m; technisch gesehen spricht nichts dagegen, dass die Ocean BUND auch 1000m wasserfest sein kann)
  • ein gewölbtes, über 6 mm dickes Safirglas vs. einem flachen, nur knapp 4 mm starken Glas
  • eine Lünette in perlgestrahltem Titan vs. eine per TiCON-Verfahren geschwärzte Lünette
  • ein weißer Minutenzeiger vs. einem roten Minutenzeiger für das Militär
  • Auch der Sekundenzeiger unterschied sich. In der Ocean 2000 hat der Sekundenzeiger eine rote Spitze, in der militärischen Schwester ist er vollständig weiß.
  • Weitere Merkmale der sog. Ocean BUND sind die Gravur des Gehäusebodens mit der Bezeichnung „BUND“ und einer Versorgungsnummer sowie andere Referenznummern. Versorgungsnummern, immerhin handelt es sich um militärische Ersatzteile, finden sich auch auf dem letzten Glied des Titanbands und auf den Velcro-Bandanstößen.
  • Zudem wurden die Ocean BUND mit schwarzem Velcro-Klettband ausgeliefert, die Ocean 2000 mit grauen Klettbändern. Und auch das Zubehör wie der kleine Schraubendreher tragen bei der Ocean BUND eine Versorgungsnummer, beim Werkzeug der zivilen Ocean fehlt diese. Was viele nicht wissen: im Griff dieser Schraubendreher verstecken sich Ersatzklingen und vier winzige Ersatzschrauben für die Lünette. Die Ocean ist eben als echtes Werkzeug konzipiert, bei dem man auch die Lünette demontieren kann.
  • Hinsichtlich des Uhrwerks wurde anfangs das Kaliber 375 auf Basis des ETA 2892-2 verbaut. Dieses Uhrwerk hat 21 Lagesteine. In der militärischen Ocean BUND AMAG werden aber 22 Lagersteine ausgewiesen, weil man das Rubinkugellager der Automatikschwungmasse als einen weiteren Stein mit einrechnete. Die zivile Ocean 2000 Referenz 3500 hatte also anfangs das Kaliber 375 mit 21 Lagersteinen (wie auch die Ocean BUND Ref. 3501), die Ocean BUND Referenz 3519 AMAG das Kaliber 3755 AM mit 22 Lagersteinen. Später wurde das Kaliber 37521 sowohl in den Ocean BUND (außer AMAG und Quartzvarianten) mit dem optimierten Rotorlager verbaut, das dann grundsätzlich 22 Lagersteine besaß.

All das sind sie kleinen Kennzeichen, über die Kenner eine Ocean 2000 von einer Ocean Bund unterscheiden können.

Zwei Taucheruhren mit schwarzem Zifferblatt und unterschiedlichen Armbändern auf einem Holzuntergrund. Links eine Uhr mit grauem Textilarmband und rechts eine Uhr mit silberner Metallband.

Im Laufe der Zeit wurde der Bandschnellwechselmechanismus, ebenfalls eine Forderung der Bundeswehr, immer weiter optimiert. Sammler sprechen hier von den sog. Band-Geometrien 1 bis 4.

Eine Anordnung von Uhrmacher-Werkzeugen, einschließlich Glieder, einer Stift und einem Werkzeuggriff mit roter Kappe, auf einem Holztisch.

Hier die Bandgeometrien bei drei verschiedenen Ocean.ImUhrzeigersinn links bei 9. Uhr beginnend: die Bangeo 1 einer Ocean Ref. 3501 GSG 9, bei 1 Uhr die Bandgeo 2 einer Ocean BUND Ref. 3519 AMAG und bei 5 Uhr die Bandgeo 3 einer Ocean 2000 Ref. 3524.

Drei Uhrengehäuse aus Edelstahl auf einem Holzuntergrund, eines mit der Gravur 'BUND'.

Wobei sich die Band-Geometrien 3 und 4 fast unmerklich lediglich im Spiel zwischen den Bandgliedern unterscheidet.

Eine Anordnung von Porsche Design Uhren, die verschiedene Armbänder und Zifferblätter zeigen.

(Quelle: HeBe)

Und natürlich gibt es zu den Band-Geometrien und zu den in der folge dargestellten Bandwechselwerkzeugen auch Patente der IWC. Einzig zur initialen Bandgeo 1 findet sich kein Patent.

Anmerkung: Alle gezeigten Patente habe ich am Ende dieses Artikels als Links eingefügt, so dass die vollständige Lektüre der Patente für alle ohne Aufwand und Suche möglich ist.

Für die Bandgeo 2 ist es das Patent mit der Nummer DE 36 03 850 A1 vom 7. Februar 1986. Das weist als Einführungszeitraum dieser neuen Bandgeometrie auf das Jahr 1986 hin.

Patentdokument DE 3603850 A1 mit Informationen über ein Gelenkarmband, einschließlich Anmeldedaten, Erfinder und eine technische Zeichnung des Designs.
Technische Zeichnung eines Verbindungselements mit Schnittansicht und Beschriftungen.

Auch das Bandwechselwerkzeug der Bandgeo 2 wird in dem Patent beschrieben.

Technische Zeichungen von verschiedenen Komponenten mit Bezeichnungen und Nummerierungen.

Die Bandgeometrie 3 wurde als Patent am 31. März 1989 angemeldet. Das Patent trägt die Nummer DE 39 10403 A1. Auch hier ist Lothar Schmidt als Erfinder genannt.

Patentdokument DE 3910403 A1 über ein flexibles Gliederarmband mit gelenkig verbundenen Einzelgliedern.

Eine Detailseite aus diesem Patent.

Technische Zeichnung einer Baugruppe mit verschiedenen Ansichten, einschließlich einer Querschnittsdarstellung und mehreren Detailansichten.

Das ebenfalls sehr typische Bandwechselwerkzeug der Bandgeo 3 und 4 bekam ein eigenes Patent mit der Nummer DE4125506 A1. Es datiert auf den 01. August 1991 als Anmeldetag.

Patentdokument über ein Entkopplungswerkzeug für Glieder eines Armbands, einschließlich Abbildung und technischen Details.

Und eine Detailseite aus diesem Patent.

Technische Zeichnung einer Vorrichtung mit maßstabsgetreuen Ansichten und Beschriftungen.

Hier noch einmal eine Übersicht der Bandwerkzeuge.

Werkzeugset bestehend aus verschiedenen Metallteilen, darunter Verbindungselemente, ein Einstellwerkzeug und eine schwarze Halterung mit einem roten Griff.

Passend zu den Geometrien der Bänder, die sich übrigens auch bei den anderen Modellen aus der Porsche Design by IWC-Linie wiederfinden, gab es also die passenden Bandwerkzeuge. Von einem kleinen Schraubendreher bei Geometrie 1 über eine kleine Gabel bei der Geometrie 2 bis hin zu einem richtigen Tool, mit dem man die Stifte der Geometrien 3 und 4 austreiben kann.

Die Faltschließe des Titanbands der Ocean war ebenfalls eine komplette Neuentwicklung. Ihm widmet sich das Patent mit der Nummer DE 34 35207 C2 aus dem September 1984.

Patentdokument DE 3435207 C2 von der Bundesrepublik Deutschland mit Details zur Patentinhaber IWC International Watch Co AG und Erfinder Günter Blümlein.
Technische Zeichnung eines Geräts mit verschiedenen Komponenten und nummerierten Teilen.

Es muss noch ein früheres Patent zu der Faltschließe gegeben haben, denn zum einen gab es die Faltschließe bereits 1982 und zum anderen zeigt das hier genannte Patent bereits eine Weiterentwicklung der Schließe. Diese Weiterentwicklung sich eine unkomplizierte Längenverstellung des Armbands zu.

Technische Zeichnung mit zwei Ansichten eines mechanischen Teils, einschließlich Detailbeschriftungen und Nummerierungen, datiert 5. Februar 1987.

Diese Art der Schließe mit Längenverstellung gab es bei der Ocean nie, man konnte sie aber bei anderen PD-Uhren der IWC finden. Bemerkenswert ist auch, dass Günter Blümlein in diesem Patent als Erfinder genannt wird.

Spannend ist, dass die IWC im Juli 1982 ein weiteres Patent mit der Nummer DE 3226480 A1 angemeldet hat.

Patentdokument DE 3226480 A1 mit technischen Zeichnungen und Beschreibung einer Befestigungsvorrichtung für Armbänder an Uhren.

In diesem Patent wird ein Schnellwechselsystem zur Befestigung eines Armbandes an einem Uhrengehäuse beschrieben, dass die IWC damals nicht herausgebracht hat.

Technische Zeichnung eines mechanischen Teils mit Beschriftungen und Maßangaben.

Auch die Entwicklung dieses Schnellwechselsystems ist auf die Forderungen der Bundeswehr zurück zu führen. Hier wird explizit eine solche, ohne Werkzeug lösbare Verbindung zwischen Band und Gehäuse gefordert.

Für die Ocean entwickelte die IWC auch spezifische Dichtungssysteme für das Safirglas und auch für den Gehäuseboden.

Eine klare, runde Linse auf einer Holzoberfläche.

Das Safirglas der Ocean ist mit über 6mm Stärke nicht nur beeindruckend dimensioniert, es ist auch in besonderer Art und Weise befestigt.

Schnittdarstellung einer Taucheruhr "ocean" von IWC im Porsche Design mit detaillierten Komponenten und Funktionen.

Das Patent DE 32 05 823 A1 beschäftigt sich mit der Glasdichtung und der Bodendeckeldichtung der späteren Ocean 2000. Es wurde am 18. Februar 1982 angemeldet.

Patentdokument für ein wasserdichtes Uhrengehäuse aus Metall mit Skizze und Angaben zur Erfindung.

Das Uhrglas wird nicht, wie üblich, in einen Dichtungssitz mit Dichtung gepresst. Vielmehr wird das Glas eingelötet. Das Glassitz ist aus einer speziellen Legierung gefertigt. Das Gehäuse wird beim Einbau des Glases erhitzt, es dehnt sich aus. Auch das Glas muss erhitzt werden, sonst springt es beim Einbau. Glas und Gehäuse werden vereint und es folgt ein langsamer, temperaturgeführter Abkühlungsprozess, bei dem der Glassitz auf das Safirglas geschrumpft wird. Die weiche Legierung des Glassitzes presst sich mechanisch beim Abkühlen an das Safirglas und dichtet es hermetisch ab. 

Schematische Darstellung eines Patents mit einem Querschnitt eines mechanischen Teils, das verschiedene Elemente zeigt, einschließlich einer spezifischen Form und Markierungen.

Auf der folgenden Seite ab Zeile 4 wird die Sinnhaftigkeit einer Lötverbindung von Safirglas und Gehäusemittelteil beschrieben.

Ein Dokument mit technischen Informationen über die Konstruktion und Vorteile eines Uhrengehäuses aus Titan.

Spannend zu erwähnen ist, dass auch die bis heute niedrige Bauhöhe der Ocean (für eine bis 2000m wasserfeste Uhr!) u.a. auf diese besondere Art der Dichtung zurückzuführen ist.

Ab Zeile 26 auf den folgenden Seiten wird diese Lötverbindung des Glases im Gehäuse beschrieben. Die Nummerierung der Bauteile im Text bezieht sich auf das oben gezeigte Bild.

Technische Beschreibung eines Dichtungssystems aus Silber und Titan für ein Gehäuse.
Ein Dokument mit textuellen Informationen über die Herstellung eines Uhrgehäuses. Es beschreibt die Verwendung von Lötverbindungen und Materialien für Taucheruhren.

Der Vorteil ist nicht nur eine extreme Abdichtung, die auch Temperaturschwankungen und erhebliche mechanische Belastungen aushält. Durch diese Entwicklung kann das Safirglas auch ungewöhnlich groß ausgeführt werden, übliche Dichtsitze von Uhrgläsern verkleinern des Glasausschnitt. Zudem ist diese Konstruktion sehr gewichtssparend, auch das geringe Gewicht der Uhr war eine Forderung der Bundeswehr.

Patentdokument DE 3205822 A1 über ein Uhrgehäuse mit einer speziellen Schraubverbindung.

Für die Dichtung des Bodendeckels sah die IWC ebenfalls eine ungewöhnliche Lösung vor. Es sollte nicht einfach eine Kautschuk-Dichtung verwendet werden. Vielmehr sollten sich die extrem planen und glatten beschichteten Flächen von Gehäusemittelteil und Bodendeckel grundsätzlich durch die extrem genaue Passung Metallfläche auf Metallfläche abdichten. Zusätzlich sollte eine dauerhafte Metalldichtung aus Silber eingesetzt werden. Dabei muss man sich diese Dichtung als beschichtete Metallfeder vorstellen, die in einer Ringnut liegt. Das spart Gewicht und ebenso Bauhöhe, wie auch die spezielle Beschichtung der Metallteile, welche die Reibung der Gewindeflächen derart minimiert, dass die Gewinde mit weniger Bauhöhe ausgeführt werden könnten. Alls das erklärt, warum die Ocean, trotz der beachtlichen Wasserfestigkeit, ein derart schlankes Design zeigt.

In dem weiter oben genannten und gezeigten Patent DE 32 05 823 A1 werden auch die für Taucheruhren sehr vorteilhaften Materialeigenschaften des Titans beschrieben. Sogar die amagnetischen Eigenschaften und der Einsatz als Uhr von Minentauchern wird erwähnt. Als Gehäusematerial kam Titan Grade 2 (ASTM B Gr. 2, DIN 3 7035) verwendet.

Ab Zeile 21 werden auf den folgend abgebildeten Seiten des Patents die Vorzüge des Titans genannt.

Seite aus einem technischen Dokument über die Konstruktion eines Uhrengehäuses mit Metall-Dichtungselementen aus Leichtmetall.
Textdokument mit technischen Informationen über Dichtungselemente in Gehäusen und deren Anordnung.

Für die Ocean entwickelte die IWC auch eine spezielle Krone samt Tubus. Diese Entwicklung dokumentiert sich in dem Patent mit der Nummer DE 33 13 515 A1.

Patentdokument DE 331515 A1 für eine Schraubkronevorrichtung an Uhren.

Die Krone sollte verschraubt sein, alle Dichtungen und Gewinde sollten sich aber nicht, wie herkömmlich, außen am Tubus befinden, sondern innen. Das schützt sowohl die Dichtungen als auch die Gewinde vor Verschmutzung oder dem beim Tauchen im Meer unvermeidlichen Sand, Schlick und Salz.

Schnittzeichnung eines technischen Bauteils mit nummerierten Komponenten und Beschriftungen für Patentanmeldungen.

Last but not least existiert auch zu dem genialen Lünetten-Mechanismus der Ocean ein Patent mit der Nummer DE 32 05 821 C1 vom 18. Februar 1982.

Eine Ansammlung von vier metallischen Ringen, die in verschiedenen Größen und Designs auf einem dunklen Untergrund angeordnet sind.

Hier das Patent.

Patentdokument für eine Taucheruhr aus Deutschland, das technische Details und Zeichnungen zum patentierten mechanischen Mechanismus beinhaltet.

Die idente Konstruktion der Lünette nahm Lothar Schmidt später mit zu Sinn Spezialuhren. Es findet sich z.B. in allen U- und UX-Modellen von Sinn. Lothar Schmidt ist im o.g. Patent als Erfinder genannt.

Technische Zeichnung mit geschnittenem Detail eines mechanischen Teils, einschließlich Bezeichnungen und Nummerierungen.

Dieser Lünetten-Mechanismus ist genial konstruiert. Er funktioniert auch nach Jahrzenten noch tadellos und besteht aus nur 3 Teilen plus Lünetten-Ring, gehalten von vier winzigen Schrauben.

Technische Zeichnung mit mehreren Figuren, einschließlich einer Draufsicht, die eine runde Form zeigt, und weiteren Detailansichten von Strukturen.

Man muss die Lünette beidseitig herunterdrücken, um sie im Gegenuhrzeigersinn drehen zu können.

Technische Zeichnung mit mehreren Ansichten eines runden Objekts, einschließlich Front- und Seitenansicht, mit entsprechenden Zahlen und Bezeichnungen.

Zu jeder Ocean / Ocean BUND gab es einen kleinen Schraubendreher dazu, mit dem man die vier Schrauben der Lünette lösen konnte und so, nach einigen Tauchgängen, einfach und unkompliziert den Mechanismus reinigen kann. Hier die Variante des Schraubendrehers für die Ocean BUND.

Und im Griff des Schraubendrehers finden sich zwei Ersatzklingen für den Schraubendreher und Ersatzschrauben für die Lünette. Die Ocean ist eben ein echtes Tool.

Lothar Schmidt taucht auf den meisten Patenten als Erfinder auf. Seinerzeit als Ingenieur bei der IWC tätig so ist er heute der Inhalber von Sinn Spezialuhren in Frankfurt. Es verwundert also nicht, warum sich in den Taucheruhren von Sinn die eine andere technische Lösung findet, die bereits bei den Ocean-Modelle eingesetzt worden ist. Der Lünetten-Mechanismus der Sinn Taucheruhren entspricht, wie schon erwähnt, z.B. dem der Ocean.

Gefertigt wurde die Ocean von 1982 bis etwa 1996. In diesem Jahr endete die Kooperation von Porsche Design mit der IWC. IWC Porsche Design Kataloge gab es bis 1996. Der direkte Nachfolger in der Taucheruhrenlinie, die GST-Aquatimer Referenz 3536 mag optisch anders wirken, aber technisch ist diese Uhr noch immer sehr nah an der Ocean.

Eine elegante tauchfähige Uhr mit schwarzem Ziffernblatt, Edelstahl-Gehäuse und Armband, auf einer hölzernen Oberfläche platziert.

Ein kleiner Gruppenshot von Ocean 2000, GST Aquatimer 3536 und Aquatimer Automatik 2000, also der Generationen der Jahre 1982 bis 2007.

Drei Luxusuhren auf einem Holzuntergrund: eine links mit graublauem Ziffernblatt und Metallarmband, die mittlere mit schwarzem Ziffernblatt und drehbarem Rand, die rechte in grün mit gelber Skala.

Es wird erkennbar, dass diese kleine graue Taucheruhr ein echter Technologieträger ist. Nicht nur in ihrer Zeit, sondern bis heute. Man schaue sich nur mal die Proportionen der Uhr an, speziell das Verhältnis von Durchmesser zu Höhe. Für eine Uhr, die bis 2000m wasserfest ist, ist die Höhe bis heute rekordverdächtig.

Alle diese kleinen, aber feinen Details der Ocean habe ich im Laufe der letzten über 30 Jahre nach und nach kennen- und schätzen gelernt. Diese Details machen die Ocean für mich persönlich nicht nur zu einem Klassiker, sondern zu einer der spannendsten Uhren überhaupt. Sie bringt, vollkommen unaufgeregt und getreu dem Motto §die Form folgt der Funktion“, so viel Innovation und Ingenieurkunst mit wie kaum eine anderen Uhr.

Im zweiten Teil dieses Artikels möchte ich auf die verschiedenen Varianten, Versionen und Referenzen der IWC Porsche Design Ocean eingehen, die es im Laufe der Jahre zwischen 1982 und 1996 zivil und militärisch gab.

Aber vor dem Link zum zweiten Teil noch die versprochenen, verlinkten Patente aus dem Text dieses Artikels:

Und hier folgt in Kürze der Link zum zweiten Teil des Artikels zur Ocean. Viel Freude auch hier bei der Lektüre!

Sascha Glistau

Kategorien:IWC Schaffhausen, UhrenSchlagwörter:, , , ,

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