TAG Heuer Monaco V4 – tradition has a future


TAG Heuer ist ein Pionier im Uhrenbau. Nicht nur die höchst aussergewöhnlichen Uhren der Monaco V4-Serie, um die es in diesem Artikel gehen sol,l belegen dies nachdrücklich. Bereits im Jahr 1887 ließ sich die Firma Heuer den Schwingtrieb (engl. oscillating pinion) patentieren, noch heute ein absolut notwendiges Bauteil in den meisten mechanischen Chronographen.

1916 entwickelte Heuer den Micrograph, eine Stoppuhr mit der man 1/100 Sekunden messen konnte.

Ob es im Jahr 1969 nun Heuer war, die mit dem Kaliber 11 das erste automatische Chronographenkaliber präsentiert hat oder doch Zenith mit dem El Primero ist Ansichtssache. Zenith präsentierte damals das El Primero früher als Heuer das Kaliber 11, aber Serienreife erreichte zuerst TAG Heuer.

Viele weitere bahnbrechende Innovationen folgten in der jüngeren Geschichte von TAG Heuer, wie etwa 2004 die Monaco V4, die erste Uhr mit Riemenantrieb anstelle der üblichen Räderwerke, der aber 2009 die Pendulum Concept Watch mit einer Hemmung in die Dauermagnete integriert sind.

Hier in diesem Artikel meines Blogs findet sich eine Übersicht aller atemberaubenden Innovationen der jüngeren Geschichte von TAG Heuer:

Quo vadis mechanische Uhr – oder: die Welt des Guy Sémon

TAG Heuer arbeitet dabei, weitestgehend unbemerkt (oder sogar ignoriert…?) von einem Großteil der Uhrenliebhaber an nicht weniger als der Zukunft der mechanischen Armbanduhr.

Dabei geht es zunehmend weniger um die Optimierung bestehender Mechanismen, die noch immer im Wesentlichen auf den von Huygens und Pardies gelegten Grundlagen aus 1673 bzw. 1675 basieren.

Nein, es geht um das Infragestellen der bisherigen Lösungen. Nur so können vollkommen neue Ansätze gefunden und verfolgt werden.

Es hilft sicher enorm, dass mit Guy Sémon bei TAG Heuer kein Uhrmacher die Entwicklungsabteilung leitet sondern ein Mathematiker, Physiker und Ingenieur.

Und so entstehen wirklich bahnbrechende Konstruktionen wie die im Jahr 2004 erstmals als Prototyp der Öffentlichkeit präsentierte Monaco V4.

Eine Uhr, welche die Grenzen in der Uhrmacherei nicht nur verschiebt, sondern gänzlich neu definiert. Das ist die Zukunft. Und TAG Heuer marschiert stramm in Richtung dieser Zukunft, wie die kleine Reihe an Artikeln über die Innovationen von TAG Heuer, die mit diesem Artikel über die Monaco V4 beginnt, zeigen soll.

Vergessen Sie also erstmal alles, was Sie über mechanische Armbanduhren wissen. Guy Sémon und sein Team beweisen mit der Monaco V4 und ihren innovativen Schwestern der Folgejahre, dass es ganz anders geht. Zahnräder? Die gibt es in der Monaco V4 nur vereinzelt!

Eine auf dem Uhrwerk rotierende Automatik-Schwungmasse?

Auch hier: Fehlanzeige! Die Uhrmacher erzeugen in ihrem neuen mikromechanischen Kunstwerk die notwendige Kraft mittels eines 12 Gramm schweren Wolfram-Barrens, der linear hin und her gleitet.

Das Schwermetall gleitet auf den nach Werksangaben kleinsten Kugellagern der Welt. Der weißglänzende Barren ist so gelagert, dass er seine Bewegungsenergie an zwei im Winkel von +/- 13 Grad angeordnete Federhäuser abgibt, die optisch an die Zylinder eines Formel-1-Rennmotors erinnern. Ein Getriebesystem verwandelt die Kraft in eine Drehbewegung, die wiederum über unglaublich dünne Zahnriemen die Uhr antreibt – neben der linearen Kraftquelle stellt dies die zweite Weltpremiere in dieser Uhr dar.

Die winzigen Zahnriemen sind gerade mal 0,07 mm stark und damit etwa so dünn, wie ein menschliches Haar. Clou: Nach Angaben von TAG Heuer ist die Uhr wesentlich wartungsfreundlicher als konventionelle mechanische Werke.

Der Vorteil liegt auf der Hand. In einem Räderwerk brauche ich zur Übertragung einer Bewegung über eine längere Strecke viele Zahnräder und Triebe. Jedes ist gelagert, in den Lagern entsteht Reibung, Reibung ist Energieverlust. Beim Eingriff der Räder entsteht wiederum Reibung und somit Energieverlust. In der Summe führt der Energieverslust zu einer mangelhaften Präzision der Uhr.

Mit einem Riemenantrieb braucht man zur Übertragung einer Bewegung auf der gleichen Strecke nur zwei Räder und einen Zahnriemen. Das Ergebnis ist wesentlich weniger Reibung/Energieverlust = höhere Präzision.

Alleine die Entwicklung der Zahnriemen, für die man Guy Sémon zunächst als Berater in 2004 in das Team geholt hatte, dauerte mehrere Jahre. Sie sind zehnmal kleiner als die bis dahin kleinsten, je hergestellten Zahnriemen. Und so wurde (entgegen aller Unkenrufe die es als unmöglich ansahen, Zahnriemen in einer Uhr zu verwenden) im Jahr 2009 dann die serienreife Monaco V4 in Basel gezeigt und auch verkauft.

Der Name Monaco ist übrigens keine zufällige Wahl. Schon Steve McQueen trug im cineastischen Motorsportklassiker „LeMans“ eine Heuer Monaco am Handgelenk.

Bereits damals durchbrach Heuer schon einmal die althergebrachte Uhrmachertradition: Das quadratische Gehäuse bedeutete seinerzeit einen kompletten Bruch mit der bis dahin runden Ästhetik der traditioneller Uhren.

Es lag also nahe, mit der bahnbrechend innovativen Technik der V4 eine Neuinterpretation des längst zum Klassiker gewordenen Stilbruchs zu wagen.

Die Idee zur Monaco V4 stammt aus der Zeit vor 2004. Als das Konzept seinerzeit in Basel vorgestellt wurde, belächelte die versammelte Fachwelt das mutige und vollkommen neuartige Konstrukt und bescheinigte der Uhr gleichzeitig nur geringe Chancen, jemals in Serie zu gehen.

Zum 150. Firmenjubiläum im Jahr 2010 bewiesen Guy Sémon und sein Team der Welt das Gegenteil. Das bereits in 2009 in Basel präsentierte faszinierende Stück Zeitgeschichte im Platingewand war auf 150 Exemplare limitiert. Und die fanden, trotz des stattlichen Preises von 70.000 Euro, reißenden Absatz.

Mehrere limitierte Auflagen der Monaco V4 sollten folgen – in Roségold, Titan, Platin und Keramik, eine atemberaubender als die andere.

2014 V4 Tourbillon

Zur Baselworld 2014 lancierte TAG Heuer mit der Monaco V4 Tourbillon dann das ersten riemengetriebene Tourbillon und liefert damit ein Revival der eigenen uhrentechnischen Zeitgeschichte.

Zur Baselworld 2014 kombiniert TAG Heuer Avantgarde mit Haute Horlogerie. Mit ultrafeinen, 0,07mm starken Zahnriemen, hinter verschlossenen Türen für die V4 entwickelt und so dünn wie ein menschliches Haar, geht TAG Heuer bei seiner Weiterentwicklung der V4 noch einen Schritt weiter und verbindet sein patentiertes Riemensystem mit einer der legendärsten Komplikationen im Bereich der Uhrenherstellung: dem Tourbillon.

Das Ergebnis – die MONACO V4 TOURBILLON mit patentierter Technik – bricht erneut mit allen geltenden Regeln und Konventionen des Uhrmacherhandwerks.

Die mit Abstand komplexeste und legendärste Komplikation in der Haute Horlogerie ist das Tourbillon.

Es stellt ein ausgeklügeltes mechanisches System zur Regulierung der Geschwindigkeit dar, mit der eine Armbanduhr „tickt“. In traditioneller Ausführung, ursprünglich für Taschenuhren entwickelt, birgt es Unruh und Hemmung des Uhrwerks in einem rotierenden Käfig und gleicht so den Einfluss der Schwerkraft aus.

Die Monaco V4 Tourbillon bringt eine weitere Komplikation ins Spiel und verwendet für den Antrieb des Tourbillon erstmals einen Mikroriemen.

Dank des Riemens, der das Tourbillon antreibt, gibt es keinen Rückschlag auf das Tourbillon.

Der größte Vorteil ist die absolute Flüssigkeit seiner Rotation. Anstelle des konventionellen rotierenden Systems ist die Monaco V4 Tourbillon, wie auch die V4 aus 2004/2009, mit einem automatischen linearen Aufzug ausgestattet, bei dem die Schwungmasse linear über eine Schiene geführt wird.

Die vier miteinander verzahnten und ultradünnen (0,07 mm) Zahnriemen, deren Design und Technik zu den am besten gehüteten Geheimnissen der Uhrenwelt zählen, sorgen für eine unvergleichliche Stoßfestigkeit. Ein weiteres technisches Highlight sind die von der V4 übernommenen rotierenden Federhäuser auf Kugellagern.

Die Fertigung und Montage erfolgt komplett von Hand im Haute-Horlogerie-Atelier bei TAG Heuer im schweizerischen La Chaux-de-Fonds.

Verwendet werden beste und widerstandsfähige Materialien, darunter schwarzes Titan Grad 5 für das Gehäuse. Mit der einzigartigen Verbindung von Riemen- und Tourbillon-Technologie beweist die patentierte Monaco V4 Tourbillon einmal mehr TAG Heuers führende Position im Bereich der Weiterentwicklung der mechanischen Uhr.

Fortfahren werde ich in meiner kleinen Reihe der uhrentechnischen Meilensteine von TAG Heuer mit einem Artikel über die Pendulum Concept Watch aus dem Jahr 2009, der auch in diesem Blog erscheinen wird.

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