Quo vadis mechanische Uhr – oder: die Welt des Guy Sémon


Stellt man sich die Frage nach der innovativsten Uhrenmarke, so fallen einem vor allem kleine und unabhängige Uhrenmarken ein, die mit ihren zum Teil höchst ungewöhnlichen Kreationen immer wieder zu beeindrucken wissen.

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Aber ist ungewöhnlich auch immer gleich innovativ?

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Ich meine nein, denn meist handelt es sich bei den ungewöhnlichen Uhren nur um neue Arten der Zeitanzeige die natürlich, da abweichend von der Norm, sofort ins Auge fallen.

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Wenn die Zeit über mit fluoreszierender Flüssigkeit gefüllte Röhren oder über drehende Scheiben anstelle von Zeigern bewerkstelligt wird ist das oft technisch sehr aufwändig weil man z.B. Nachspannwerke wie im Fall der Zeitwerk von A. Lange & Söhne oder Kolben bei den HYT-Uhren benötigt. Und das ist sicher auch eine tolle handwerkliche Leistung.

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Aber richtig innovativ ist das, mit Blick auf die eigentliche Mechanik der Uhr an sich, kaum.

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Es ist tatsächlich so, dass die u.a. von Christiaan Huygens und Ignace-Gaston Pardies in den Jahren 1673 bis 1675 beschriebenen mechanischen Grundprinzipien der Uhr noch heute in einer jeden Uhr mechanischen Uhr Anwendung finden.

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(Quelle: Watchtime)

Klar gab es schon seit jeher Bemühungen, diese Mechanik zu optimieren. Patek Philippe hat z.B. mit seinem Advanced Research Programm  die wesentlichen Teile der Hemmung und des Regulierorgans einer Uhr optimiert.

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Aber das Grundprinzip  blieb doch stets das Gleiche.

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Einige Neuentwicklungen wie die Senfine von Vaucher / Parmigiani stellen zwar das Grundsystem der Mechanischen Uhr in gewisser Art und Weise in Frage, sind aber bislang nicht über ein frühes Prototypenstadium hinausgekommen.

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Stellt also eine Uhr, die nach den Grundprinzipien von Huygens und  Ignace-Gaston Pardies konstruiert worden ist bereits das erreichbare Optimum dar?

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Sicher nicht. Denn die Entwicklung moderner moderner Technologien und Materialien vor allem im Bereich „Advanced Mechanics“ ist weit voran geschritten und ermöglicht mittlerweile Lösungen, die vor einigen Jahren noch unvorstellbar waren.

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Entwicklungen wie die berühmte Monolythic Bee der Harvard University zeigen, welche Möglichkeiten heute in der Mikromechanik existieren.

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Und diese Möglichkeiten werden nicht nur die mechanische Uhr in ihrer Erscheinungsform bzw. in ihrer Funktion verändern, sondern auch und vor allem die Herstellung eines solchen Zeitmessers.

Der Geruch von Öl und große, laute Maschinen zur Herstellung von z.T. winzigen Einzelteilen einer Uhr werden wohl der Vergangenheit angehören und ersetzt durch Apparaturen, mit denen sich Bauteile aus neuartigen Materialen aus einem Stück leise und sauber herstellen lassen.

Auch der Anteil an Handarbeit an diesen neuen Uhren wird sinken, da die Bauteile aus neuen Materialien (auch abseits des Silizium) unglaublich präzise gefertigt werden und auch die Materialeigenschaften der neuen Werkstoffe z.B. eine Nachbearbeitung nicht mehr notwendig machen.

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Sind das dann noch mechanische Uhren, wie wir sie heute lieben und schätzen? Ja und nein. Die Ästhetik wird eine gänzlich andere sein. Aber fakt ist, dass sich nur unter dem Einsatz neuer Materialien und Technologien die Mechanische Uhr auf Dauer auf breiter Basis erhalten lässt. Oder wer glaubt, dass unsere Kinder und Enkel noch in großer Zahl mechanische Uhren heutiger Bauart kaufen werden?!

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Die Zukunft der Mechanischen Uhr ist also sehr verlockend. Man stelle sich eine mechanische Uhr vor die eine Gangreserve von mehreren Wochen hat, die mit wenigen Sekunden pro Monat eine überragende Präzision aufweist und die zudem keinerlei Wartung benötigt weil sie absolut schmierungsfrei funktioniert. Eine Uhr die absolut antimagnetisch ist und gegen Temperaturschwankungen weitestgehend unempfindlich. Eine Uhr deren mechanisches Dreizeiger-Uhrwerk vielleicht noch 50 Bauteile aufweist. All das ist keine Spinnerei, all das ist z.T. bereits Realität oder wird sehr bald Realität werden

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Stellt sich also die Frage, welche Uhrenmarke substanziell die derzeit innovativste ist? In meinen Augen ist das TAG Heuer.

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Was?! Das werden jetzt einige Leser sagen. Die Marke, die mit den Connected Uhren auch Smartwatches anbietet. TAG Heuer, die gerade die gute alte mechanische Uhr als Revival der Autavia aufleben lassen? Ja, TAG Heuer! Und speziell Guy Sémon und sein Team.

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Leider sind die bahnbrechenden Entwicklungen eines Guy Sémon wie die V4, das Mikropendulum, der Mikrotimer, der Mikrogirder und die Carbon-Nanotube-Siralen an der breiten Öffentlichkeit weitestgehend vorbei gegangen. Aber genau diese mikromechanischen Kunstwerke sind jene Technologieträger, welche den Weg in die Zukunft der mechanischen Uhr weisen. Grund genug also, sich mit diesen Meisterwerken mal etwas näher auseinander zu setzen.

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Hier in diesem Artikel möchte ich jene außergewöhnlichen Uhren Zeigen, die bei TAG Heuer aus der Feder von Guy Sémon entstanden sind. Jeder dieser Uhren widme ich dann in der Folge einen eigenen, eingehenden Artikel in diesem Blog. Nach der Lektüre dieser Artikel werden Sie als Leser verstehen, dass die Zukunft im Uhrenbau längst begonnen hat.

Viel Freude bei der Lektüre.

TAG Heuer bringt seit 2004, neben relativ normalen Armbanduhren, auch immer wieder mikromechanische Spitzenleistungen hervor, die maßgeblich durch Guy Sémon entwickelt worden sind.

2004 – Die Monaco V4 Concept Watch

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Die V4 Monaco war im Jahr 2004 die erste Uhr an der Guy Sémon mitgewirkt hat. Von Hause aus Mathematiker, Physiker und Ingenieur hatte er zunächst nie etwas mit Uhren zu tun. Doch als die Realisierung der sehr zukunftsweisenden Monaco V4 bei TAG Heuer zu scheitern drohte weil man keine perfekte technische Lösung für die winzigen Riemen fand, die in dieser Uhr eine maßgebliche Rolle spielen, war Guy Sémon der Retter in der Not.

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Als Naturwissenschaftler näherte er sich dem Thema „Mechanische Uhr“ aus einer gänzlich neuen Richtung und vollkommen anders, als dies ein Uhrmacher getan hätte. ER stellte die bestehenden Lösungen konsequent in Frage und fand vollkommen neue Wege, mit neuen Technologien und neuen Materialien Uhren zu bauen. Mehr zu dieser faszinierenden Geschichte dann im nächsten Artikel, der sich der Monaco V4 von TAG heuer widmet.

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Die Monaco V4 von TAG Heuer wird von mehreren Zahnriemen angetrieben.

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Ein Werk mit Riemen anstatt mit Zahnrädern zum Laufen zu bringen, galt lange Zeit als ein Hirngespinst der Uhrmacherei. Der Riemen-Antrieb mag in der Automobilindustrie funktionieren, so das Verdikt der vermeintlichen Experten, in der Mikro-Mechanik habe diese Technologie nichts verloren. Ein Irrtum. Als TAG Heuer 2004 den Prototypen einer solchen Uhr vorgestellt – und wurde der Uhrmacher immer noch belächelt.

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Die Ingenieure aus La Chaux-de-Fonds belehrten die Skeptiker eines Besseren. Inzwischen feiert das Kaliber Monaco V4 mit den 0,07 Millimeter „dicken“ Riemen sein Zehnjähriges. Mit dem Modell mit Titan-Gehäuse und einer Titankarbid-beschichteten Oberfläche lotet TAG Heuer erneut die Grenzen des technisch machbaren aus. Das Modell ist extrem leicht und trotzdem widerstandsfähig.

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Vieles an dieser Uhr ist vollkommen neu: die Monaco V4 Concept Watch war die weltweit erste Uhr mit Riemenantrieb anstelle der üblichen Räderwerke, mit einer linearen Schwungmasse, die ebenfalls über Riemen vier Federhäuser mit Energie versorgt und mit Kugellagern anstelle der üblichen Rubinlager.

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Guy Sémon brauchte insgesamt fast 5 Jahre, um den Riemenantrieb zur Serienreife zu bringen. In 2009 wurde die Monaco V4 als Serienuhr präsentiert.

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Im Jahr 2009 folgte der nächste Streich von Guy Sémon und seinem Team. Man präsentierte die Pendulum Concept Watch, die weitere 4 Jahre bis zur Serienreife brauchte (siehe weiter unten)

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Es handelte sich um einen revolutionären Mechanismus, denn die Hemmung wurde über vier Dauermagnete (zwei an der Unruh befestigte und somit bewegliche und zwei fest montierte) realisiert. So etwas gab es zuvor noch nirgends.

2011 – Carrera Mikrograph 1/100

Der Weg zum Geschwindigkeitsrekord

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Im Jahr 2005 trat bei TAG Heuer die Carrera Caliber 360 in die Fußstapfen der ersten Hunderstelsekunden-Chronograph von 1916. Es war seinerzeit die erste mechanische Armbanduhr mit Hunderstelsekunden-Stoppmechanismus.

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Für die Zeitanzeige war ein Eta-Kaliber verantwortlich, die Vorderseite trug ein Modul von La Joux-Perret mit manuellem Aufzug für die Stoppfunktion.

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Der dritte Hunderstelsekunden-Chrono folgte dann 2011. Beim Carrera Mikrograph 1/100th gelang es auf einen modularen Werkaufbau zu verzichten. Zwei Federhäuser sowie getrennte Hemmungssysteme waren dennoch notwendig.

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2011 – TAG Heuer Mikrotimer Flying 1000 Concept Chronograph

2011 folgte dann sogar noch eine weitere Steigerung: eine Armbanduhr von TAG Heuer, die Zeitintervalle auf die Tausendstelsekunde genau zu stoppen vermag.

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Wie beim Hundertstelsekunden-Stopper Mikrograph besitzt das Automatikwerk des Mikrotimer Flying 1000 zwei getrennte Getriebeketten mit jeweils einem Schwing- und Hemmungssystem. Unruh und Spirale oszillieren mit einer Frequenz von vier Hertz.

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Das eigentliche Chronographenwerk kommt ohne Unruh aus. Dafür wird eine spezielle Spiralfeder verwendet, die mit einer Frequenz von 500 Hertz (3,6 Millionen. A/h) oszilliert Der zentralen Chronographen-Zeiger rotiert dabei zehnmal pro Sekunde um die eigene Achse.

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2012 – TAG Heuer Mikrogirder

Zur Baselworld 2012 (den Prototypen zeigte man erstmalig im Januar des Jahres in Genf) kam TAG Heuer dann mit dem Mikrogirder.

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Wie schon beim Mikrograph und Mikrotimer ist Entwickler Guy Sémon auch hier die treibende Kraft. Hier dreht der Stoppsekundenzeiger pro Sekunde 20 Runden auf dem Zifferblatt und misst so die Zweitausendstelsekunde, abzulesen auf einer Skala am Zifferblattrand.

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Beim Ablesen sollen zudem eine Drei- und eine 90-Sekunden-Skala helfen. Realisiert wird der Präzisionsrekord wie beim Vorgängermodell von einem eigenen Chronographenwerk mit Starter-Nabenbremsen- System und Säulenradsteuerung. Neu ist die noch höhere Schwingfrequenz der speziellen Spiralfeder, die mit 1000 Hertz (7,2 Millionen Halbschwingungen pro Stunde) oszilliert. Dank eines Ausschnitts im schwarzen Zifferblatt kann man dem Mechanismus bei der Arbeit zuschauen.

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Der Mikrogirder 10.000 gewann 2012 den “Aiguille d’Or” (“Golden Hand“) des Grand Prix de l’Horlogerie in Genf.

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Mikrotourbillon S von TAG Heuer besitzt auf dem mit “Côte de Genève”-Dekor verzierten Zifferblatt zwei sichtbare Tourbillon-Mechanismen. Einer reguliert die Zeitanzeige, der andere die Zeitmessung.

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Der erste schwingt mit 4 Hertz, also 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und steuert die nach ISO 3159 gefertigte Uhr. Dieses Tourbillon kreist mit der üblichen Geschwindigkeit von einer Umdrehung pro Minute um sich selbst.

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Das zweite und schnellste Tourbillon weltweit steuert den Chronographen, der die Messgenauigkeit einer Hundertstelsekunde erreicht. Es wird dynamisch auf eine Frequenz von 50 Hertz reguliert, vollzieht also 360.000 Halbschwingungen pro Stunde und dreht sich in schwindelerregenden fünf Sekunden (12 Mal pro Minute) einmal um die eigene Achse. Durch die “Dual Chain”-Architektur arbeiten Uhrwerk und Chronograph getrennt voneinander. Das fliegend gelagerte Tourbillon des Chronographen schwingt mit einer 50-Hz-Frequenz

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Beide besitzen ein eigenes Federhaus, Räderwerk und Hemmung. Durch diese separaten Kraftflüsse beeinflusst das Starten und Stoppen des Chronographen somit keinesfalls die Amplitude des Uhrwerks und damit die Genauigkeit der Zeitanzeige. Ein Automatikrotor zieht nur das Uhrwerk auf. Der Handaufzug über die gummiüberzogene Krone aus 18 Karat Rotgold führt dem Chronographen wie dem Uhrwerk Energie zu.

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Die Monaco V4, der Mikrograph, Mikrotimer, Mikrogirder und seit 2013 auch das Mikropendulum sind alle samt Weltpremieren. Sie waren die erste Uhre mit Zahnriemenantrieb, der erste Armband-Chronograph mit einer Frequenz von 50 Hz (360,000A/h), der erste Chronograph mit 500 Hz (3.6 million A/h), der erste Chronograph mit  1,000 Hz (7.2 million A/h) und Gewinne des Aiguille d’Or des  Grand Prix d’Horlogerie de Genève 2012 und, im Fall des Mikropendulum, die erste durch Magnetismus angetriebene Hemmung.

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TAG Heuer wird seinem Markennamen, dem Akronym  „Technologie d’Avant-Garde“ in höchstem Maße gerecht. Und einen maßgeblichen Anteil daran hat Guy Sémon. Seit seinem Eintritt in die Marke im Jahr 2004 hat der Mathematiker, Physiker, Ingenieur und frühere Testpilot bei TAG Heuer und mittlerweile auch innerhalb der LVMH Watch Division eine wissenschaftliche Herangehensweise an das Thema „Mechanische Uhr“ etabliert, die bahnbrechende Entwicklungen ermöglicht hat.

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Das Mikropendulum nutzt erstmals Magnetismus als Grundprinzip für die Hemmung einer mechanischen Uhr.

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Im Jahr 2010 zeigte TAG Heuer die erste Konzeptuhr mit magnetischer Hemmung. Die Unruh schwingt angeregt durch permanente Magnete. Diese Schwingung ist wesentlich gleichmäßiger als die einer  jeden Spiralfeder.

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Das Mikropendulum verfügt in der Serienuhr als Chronograph (der Proto aus 2009 war eine Dreizeigeruhr) über eine herkömmliche  Hemmung für die Zeitanzeige die  mit 3,5 Hertz schwingt.

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Die magnetische Hemmung  des Chronographen  schwingt mit beeindruckenden  50 Hertz. Und das ist noch nichts das Ende aller Möglichkeiten.

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2013 wurde eine weitere Konzeptuhr, die Carrera „MikropendulumS“ , präsentiert, wobei das „S“ am Ende ist als Plural zu verstehen ist, denn im Gegensatz zur Serienuhr Mikropendulum verfügt sie über zwei Magnetpendel-Hemmungen, die noch dazu als Tourbillons ausgeführt sind: eines für die Zeitmessung, mit 12 Hertz (86400 A/h) getaktet, und eines für den Chronographen, mit 50 Hertz getaktet.

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Das erste rotiert dreimal, das zweite zwölfmal pro Minute. Die höhere Frequenz für die Zeitanzeige ist notwendig, weil das Magnetpendelsystem eine Frequenz von mindestens 12 Hertz benötigt.

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2014 – TAG Heuer V4 Tourbillon

Auf der Baselworld 2014 präsentiert TAG Heuer zum zehnjährigen Jubiläum der Monaco V4-Familie ein riemengetriebenes Tourbillon als Weiterentwicklung der Monaco V4 aus 2004/2009.

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Dessen V4-Tourbillon-Werk besteht aus 214 Komponenten und ist mit 46 Rubinen und 9 Mikrokugellagern ausgestattet.

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Das Gehäuse aus Titan Grade 5 und Keramik misst 41 mal 41 Millimeter und ist bis zu einem Druck der 50 Metern entspricht wasserdicht.

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Die Vorderseite schützt ein Saphirglas, ebenso die Rückseite. Dort kann man durch das dreiteilige Saphirglas die vier Federhäuser bewundern, welche durch ihre paarweise v-förmige Anordnung der Monaco V4 ihren Namen geben.

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Seine Energie bezieht das Werk aus einem linear pendelnden Gewicht.

2017 –Carbon Nanotubes Zenith Defy EP 21

Im 2017 präsentierten El Primero 21 von Zenith findet sich eine höchst interessante Entwicklung von Guy Sémon und seinem Team.

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Guy Sémon gelang die Entwicklung von Spiralfedern, die zu 100 Prozent aus Kohlenstoff bestehen.

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Die Vorteile dieser sog. Carbon Nanotube Matrix im Vergleich zu herkömmlichen Spiralen aus Metalllegierungen liegen auf der Hand.

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Alle Probleme, die herkömmliche Spiralfedern zeigen und die Uhrmacher weltweit beschäftigen wurden mit den Kohlenstoff-Spiralen eliminiert.

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Magnetismus hat ebenso keine Chance wie auch Temperaturschwankungen. Selbst die Einflüsse der Schwerkraft spiele bei dem ultraleichten Material keine Rolle.

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Diese Spiralen wachsen auf Wafern und entstehen in einem Stück. Form, Oberfläche und Dimensionen sind von vorne herein fertig und bedürfen keiner Nachbearbeitung. Während des gut dreistündigen Herstellungsverfahrens entstehen mehrere Dutzend Spiralen gleichzeitig auf einem Wafer. Das ist ein wesentlicher Schritt hin zu vollkommen neuen Fertigungsmethoden im Uhrenbau. Vergleicht man die Fertigung der Carbon Nanotube-Spiralen mit der sehr zeitintensiven und komplexen Fertigung von herkömmlichen Spiralen, die zudem noch nachteilige Eigenschaften mit sich bringen wird klar, wohin die Reise in der Uhrentechnologie künftig geht.

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(Quelle: SJX)

Im September 2017 wird das neueste Meisterwerk von Guy Sémon, der mittlerweile ein integraler Bestandteil des Research & Development Departments der LVMH Watch Division (Hublot, Zenith & TAG Heuer) ist, der Öffentlichkeit präsentiert. Jean-Claude Biver trägt diese Uhr bereits am Handgelenk und ist sichtlich stolz!

Es wird nicht weniger sein als die erste mechanische Serienuhr, die nicht nach den Grundprinzipien von Huygens und Pardies konstruiert worden ist. Seien Sie gespannt auf diese Revolution des Uhrenbaus.

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