My first love – oder: wie alles begann


Meine große Leidenschaft sind gute mechanische Armbanduhren. Und das seit nunmehr etwas über einem Vierteljahrhundert.

Sehr viel Zeit und nicht ganz wenig Geld hat mich diese Leidenschaft gekostet. Aber auch viele tolle Erfahrungen konnte ich ebenso sammeln wie sehr viel Wissen rund um die Uhren und die Marken. Und das Wichtigste: ich habe viele grandiose Menschen, darunter Sammler, Macher und Händler, getroffen. Das macht diese Leidenschaft aus. Und nicht zuletzt ist auch dieser Blog daraus entstanden.

Wenn ich zurück denke wie das alles begann, dann muss ich doch etwas schmunzeln.

Es war das Jahr 1992 und es war in Köln. Ich spazierte durch die Innenstadt und hatte zuvor keinen Draht zu mechanischen Uhren.

Die Batterie meiner preiswerten Quarzuhr machte schlapp und ich ging in das nächstbeste Uhrenfachgeschäft. Es war ein sehr gutes Geschäft, das erkannte ich rasch. Die Dame im Geschäft schaute sich meine Uhr an und wies mich darauf hin, dass der Batteriewechsel höchstwahrscheinlich mehr kosten würde als meine Uhr wert sei. Ich hatte keine andere Uhr und so ließ ich den Batteriewechsel durchführen. Für die Wartezeit gab mir die nette Dame eine dünne Broschüre zur Lektüre. Es war der oben gezeigte Sonderdruck des Uhrenmagazins zum Thema „Jaeger LeCoultre“. Und es traf mich wie ein Schlag. Was waren dass denn für Uhren? Der Grand Reveil mit ewigem Kalender und Bronzetonfeder. Oder die Geographique, die verschiedene Zeitzonen anzeigen kann. Auch die Reverso faszinierte mich sofort. Und natürlich die Atmos, eine Uhr, die von der Luft lebt. Wow! Vor allem gefielen mir aber die Uhrwerke, jene mikromechanische Kunstwerke höchster Komplexität, die man als Laie nicht sofort versteht, die aber unmittelbar begeistern.

Kurz darauf war meine Uhr fertig und ich verließ, mit dem Sonderdruck und einem Jaeger LeCoultre Katalog unter dem Arm, das Geschäft. In Bonn zurück, dort wohnte ich seinerzeit, kaufte ich mir sofort das gesamte Uhren Magazin und seit dem begeistere ich mich für gute mechanische Uhren.

Doch meine erste wirklich gute Uhr kam erst gut zwei Jahre später. Eine Jaeger LeCoultre war es nicht (die kam später), die waren preislich zu weit weg von meinen Möglichkeiten seinerzeit. Im Januar 1995 fuhr ich erneut nach Köln und suchte, nun schon sehr im Thema „mechanische Uhr“ verhaftet, eine schöne Omega Seamaster.

Mein Deutsch-Lehrer im Gymnasium trug so eine und die faszinierte mich sofort. Im Fachgeschäft angekommen musste ich feststellen, dass es von der eigentlich gesuchten Version nur noch die Quarzversion zu kaufen gab. Die schied allerdings von vorne herein aus. Mechanisch sollte meine erste „gute“ Uhr sein.

Es wurde aber doch eine Omega. Man zeigte mir den brandneuen Nachfolger der von mir gesuchten Seamaster und was soll ich sagen?!

Die Uhr war komplett anders als die von mir gesuchte, aber sie war toll!

Das Blatt mit dem Wellenmuster und der Boden, der das thematisch passende Dekor schön aufnimmt.

Wow.

Viele Uhren kamen und gingen auch wieder seit dem. Aber meine erste Liebe ist bis heute geblieben!

Wie das eben bei einer echten ersten Liebe ist.

Wohlgemerkt: zu dieser Zeit trug James Bond in seinen Filmen noch Rolex! Die Uhr von 007 wurde sie erst einige Monate, nachdem ich sie gekauft habe.

Mich begeistern, damals wie heute, die vielen schönen Details.

Das Gehäuse ist wunderbar.

Am Stahlband trägt sich die Uhr ebenso angenehm wie am blauen Hailederband, mit dem sie ursprünglich verkauft worden ist.

Die Schließe ist noch immer top, einschl einer praktischen Tauchverlängerung.

Mittlerweile ist dies meine einzige Omega, denn das Konzept meiner Sammlung sieht vor, dass ich von jeder Marke die mich interessiert nur eine Uhr besitze. Das zwingt zum Nachdenken, welche Uhren man sich kauft. Nach einigen Jahren der hohen Quantität die dazu geführt hat, dass ich manche Uhr monatelang nicht am Arm hatte, ist diese Hinwendung zu mehr Qualität seit einigen Jahren höchst wohltuend.

Lange habe ich überlegt, ob ich z.B. meine alten Omega Flightmaster oder meine Speedmaster mit Hesalithglas behalte und diese hier verkaufe. Doch die erste Liebe blieb.

Und das freut mich wirklich!

Und nun bekam sie von mir eine vollständige Revision spendiert. O.k., die kostete 50% vom damaligen Neupreis, aber sie hat sich gelohnt.

Sie ist technisch neuwertig, hat aber ihre Anmutung nicht verloren. Das alte Tritium-Blatt ist ebenso geblieben (die leicht verbogenen Zeiger leider nicht) wie auch einige tiefere Macken am Gehäuse und am Bodendeckel, die ich bewusst nicht lasern ließ. Wir Menschen tragen ja auch unsere Spuren des Lebens davon. Und das macht uns doch auch irgendwie authentisch.

Zur Uhr habe ich noch das wirklich komplette „Full set“.

Sogar das Chronometerzeugnis ist mit dabei. Und die Werte können sich doch wirklich sehen lassen für so ein „olles“ ETA-Kaliber. 😉

Und so wird mich diese Uhr noch lange durch mein Leben begleiten und mich stets an die Anfänge meiner Leidenschaft erinnern, die mittlerweile zu einem essentiellen Teil meines Lebens geworden ist.

 

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