Die Rolex GMT-Master Ref. 1675 – into the details


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Die Geschichte der Rolex GMT Master beginnt im Jahr 1954. Es war eine Zeit, in der sich die Menschheit technisch immer noch rasant weiter entwickelt hat. Die frühen Raumfahrtprogramme vor und hinter dem Eisernen Vorhang faszinierten die Menschen ebenso wie sie deren Fantasie beflügelten.

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Es war auch die Zeit, in der das Reisen auch über Kontinente hinweg möglich und erschwinglich wurde. Flugzeuge mit Düsen-Triebwerken wie die Boeing 707 entstanden und Fluglinien wie Pan Am befriedigten den Wunsch der Menschen nach immer adäquaterem Transport.

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Und so brachte Rolex, ein Jahr nach der legendären Submariner, im Jahr 1954 exakt die passende Uhr für den weltreisenden Menschen heraus: die GMT-Master Referenz 6542. Diese Uhr zeigte ihrem Träger zwei verschiedene Zeitzonen, eine davon in einer 24-Stunden-Anzeige über einen Extra-Zeiger.

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Einige Quellen besagen, dass Rolex die GMT-Master auch auf Anfrage von Pan Am entwickelt hat. Die Fluglinie suchte eine zuverlässige Uhr für ihre Piloten, die idealerweise auch zwei verschiedene Zeitzonen anzeigen sollte, ohne dass man die Uhr ständig verstellen musste.

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Die vollständige Geschichte der GMT-Master, von 1954 bis heute, habe ich in diesem Blog bereits hier beschrieben:

Die Rolex GMT-Master – into the details

Hier in diesem Artikel möchte ich die wohl bekannteste Vertreterin der GMT-Master Familie von Rolex beschreiben: die im Jahr 1959 eingeführte Referenz 1675.

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Und die GMT-Master Ref. 1675 ist wohl auch das am weitesten verbreitetste Modell, was sich aus dem 31 Jahre andauernden Produktionszeitraum leicht erklären lässt.

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Der Umstand, dass die Ref. 1675 auch das Lieblingsmodell vieler Prominenter in Film und Fernsehen war (und ist) hat ganz sicher auch zur Popularität dieses Modells beigetragen.

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Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin, der Referenz 6542, hatte das Gehäuse der 1675 nun einen Kronenschutz an der rechten Gehäuseflanke. Damit, wie auch mit der stilbildenden blau/roten (in Anlehnung an die Farbgebung der Pepsi-Cola-Dosen) „Pepsi“ genannten Lünette begründete sie das Design der GMT Master, das Rolex recht strikt bis in das Jahr 2008 hinein beibehielt.

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Auch die Gehäusemaße und, wesentlich wichtiger, die Proportionen der GMT-Master blieben in diesen fast 50 Jahren mit 40 mm gleich. Das Gehäuse der 1675 war bis 50m /165ft wasserfest.1675-mvmt

Technisch optimierte Rolex auch die GMT-Master im Laufe der Zeit. In der langen Produktionszeit der Referenz 1675 wurden verschiedene Rolex-Kaliber verbaut.

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Es waren dies die Kaliber 1565 (1959-1964)

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und das Kaliber 1575 (1965-1980; mit einer auf 19600A/h gesteigerten Frequenz; Sekundenstopp („hacking“) seit 1971).

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Wählen konnten die Kunden bei der Referenz 1675 zwischen dem von Anfang an erhältlichen Oysterband (Ref. 78360) und dem seit 1968 Zeitpunkt optional erhältlichen Jubilee-Band (Ref. 62510).

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Auch gab es bei der 1675, neben der blau/roten Pepsi-Lünette, ab den frühen 1970er Jahren eine schwarze Lünetteneinlage. Die erst in den 1980er Jahren eingeführte schwarz/rote Lünette (auch „Coke“ genannt) hingegen gab es für die Referenz 1675 nicht. Sie war der 1983 eingeführten Referenz 16760 (Fat Lady) und der nachfolgenden Referenz 16710, also den GMT-Master II vorbehalten.

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In den späten 1960er Jahren wurde dann auch der 24-Stunden-Zeiger verändert. Der Zeiger mit der kleinen Spitze, wie er bereits bei der 6542 verbaut worden ist, wurde gegen einen Zeiger mit einer größeren Spitze getauscht (bei dem o.g. Zeiger handelt es sich um den sog. „all red“ Zeiger, der auch eine Besonderheit darstellt und für den heute einzeln mehrere tausend Euro gezahlt werden)

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Bei der Referenz 1675 finden sich einige besondere Merkmale, die von den Rolex-Enthusiasten ebenso spezielle Namen bekommen haben. Ein schönes Beispiel sind die „pointed crown guards“, also ein spitz zulaufender Kronenschutz (siehe das Bild oben), der auch gerne „PCG“ abgekürzt wird und der bis ca. 1964 so zu finden war.

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Im gleichen Zeitraum wurde auch das sog. Chapter Dial verbaut, ein Blatt, bei dem umlaufend ein geschlossener Ring um die Minuterie läuft (siehe das Bild oben).

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Zwischen 1959 und 1964 wurden zudem sog. Glossy-Dials (s.o.), also Zifferblätter mit glänzender Oberfläche verwendet (man kann diese gut an den Spiegelungen der Zeiger auf dem Blatt erkennen).

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Anfangs waren dies sogar „gilt-dials“, die nicht nur eine glänzende Oberfläche aufweisen, sondern auch noch einen goldfarbenen Druck. Von 1964 bis 1980 waren es dann Blätter mit einer matten Oberfläche und weißem Druck („matte-dials“).

Sie sehen, dass es rund um das Thema Rolex jede Menge solche, teilweise recht spezielle Begrifflichkeiten gibt, die ich hier in diesem Blog zusammengefasst habe:

Das Rolex Lexikon

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Auch gab es von der GMT-Master 1675 Uhren, die für spezielle Kunden gefertigt worden sind und die heute bei den Sammlern sehr gesucht sind. Es sind dies Uhren für das Militär des Omans, genauer für dessen Marine.

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Rolex druckte auch den Namen großer Retailer wie Tiffany & Co. auf die Zifferblätter, was heute natürlich auch zu einer Wertsteigerung dieser seltenen Exemplare führt.

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Die Referenz 1675 gab es auch in Edelmetall. Der Zusatz /8 steht hierbei für die massiv goldene Variante (s.o.) und /3 für die Stahl-/Gold-Variante.

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Eine weitere Spezialität der Goldmodelle der Referenz 1675 ist das sog. Nipple Dial (s.u.), bei welchem die Indicés bereits in Metall gefasst sind und spitz zulaufen.

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Die Fantasie der Rolex-Enthusiasten scheint keine Grenzen zu kennen…!

The details

Wie auch bei anderen Rolex Modellen wie der Submariner Ref. 1680 RedSub oder der Sea Dweller Ref. 1665 Double Red gibt es von der GMT-Master Ref. 1675 verschiedene Blattvarianten, die ich in der Folge etwas detaillierter beschreiben möchte.

Man unterscheidet bei der GMT-Master Referenz 1675 einerseits zwischen dem sog. „glossy-dial“, welches in der Anfangszeit dieser Referenz verwendet wurde. Dies sind glänzende Blätter, die zeitweise mit einer goldenen Schrift bedruckt worden sind (und die dann „gilt-dial“ genannt werden). Im Fall der 1675 kam auch noch der sog. Chapter-Ring hinzu, ein außen um die Minuterie umlaufender Ring. GMT-Master mit diesen Merkmalen zeigten auch die sog. „pointed crown guards“, abgekürzt PCG. Solche 1675 wurden zwischen 1959 und 1963 hergestellt.

Andererseits findet man die Ref. 1675 seit 1964 mit dem sog „matte dial“, also Blättern mit einer matten Oberfläche. Insgesamt sind derzeit zehn verschiedene Blattvarianten der Ref. 1675 mit „matte dial“ bekannt (in der Folge als Mark oder Mk bezeichnet). Bei der Einschätzung einer solchen Uhr sollte man sich hinsichtlich der Blattvariante auf die Beschriftung der Zifferblätter konzentrieren. Ganz so, wie dies auch bei anderen Rolex Vintage-Modellen wie der Red Sub oder DRSD der Fall ist.

Ich konzentriere mich in meiner Übersicht auch auf die deutlich erkennbaren Unterschiede der Typographie der verschiedenen Blattvarianten der 1675 im Edelstahlgehäuse. „Normalen“ Menschen mag diese Aufmerksamkeit für Details etwas merkwürdig erscheinen, aber wie alle Sammler so sind auch Rolex Enthusiasten teilweise sehr speziell, wie z.B. die bereits weiter oben erwähnten vielen Fachbegriffe zeigen, die im Laufe der Jahrzehnte entstanden sind. Siehe u.a. hier:

Das Rolex Lexikon

Die in der Folge geschilderten Daten spiegeln meine Beobachtungen über mehr als 20 Jahre dar, die ich mit anderen Sammlern ausgetauscht und diskutiert habe. Ich stelle keinen Anspruch auf 100 prozentige Exaktheit meiner Daten. Denn bei Rolex weiß man nie…!

Interessant ist noch die Reihenfolge der Zeiger bei einer Ref. 1675: vom Zifferblatt aus in Richtung Glas sind dies: GMT/Stunde/Minute/Sekunde. Bei der Nachfolgerin Ref. 16750 hat man dies in die Abfolge Stunde/GMT/Minute/Sekunde geändert.

Gilt Dial, Chapter Ring und Pointed Crown Guards

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Die 1675 mit “gilt dial”, “chapter ring” und “pointed crown guards” gab es von 1959 bis etwa 1963. Damit waren dies die ersten Uhren dieser Referenz. Charakteristisch ist die glänzende Oberfläche des Blattes, der goldfarbene Druck und die außen um die Minuterie herum laufende Chapter Ring.

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Die allerersten Blätter trugen in der unteren Blatthälfte in Zeile 2 den Schriftzug „OFFICIALLY CERTIFIED“ und in Zeile 3 „CHRONOMETER“ (s. das Bild oben)

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Hier im Vergleich dazu eine Ref. 6542, die Vorgängerin der 1675, mit exakt dem gleichen Blatt. Es darf also angenommen werden, dass die oben abgebildete Ref. 1675 eine der ersten Uhren dieser Referenz war, bei der das Blatt der 6542 noch eine Weile weiter verwendet wurden ist. Einige Quellen gehen davon aus, dass Rolex zwischen 1960 und etwa 1962 die neue 1675 parallel zur noch im Sortiment vorhandenen 6542 gefertigt und auch verkauft hat. Das erklärt den Einsatz identischer Blätter in beiden Referenzen.

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Wenig später änderte Rolex die Beschriftung der Chapter-Blätter. Es stand nun „SUPERLATIVE CHRONOMETER“ in Zeile 2 und „OFFICIALLY CERTIFIED“ darunter in Zeile 3.

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Zudem findet sich bei 6 Uhr die Aufschrift „SWISS“. Bei diesen Uhren verwandte Rolex noch Radium-Leuchtmasse.

Eine rare Spezialität: das ‚double Swiss underline‘-Blatt

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Eine höchst seltene, wenn nicht gar die seltenste 1675 ist die sog. ‚double Swiss underline‘. In einem sehr kurzen Zeitraum von 1962 bis 63 gefertigt sind es wohl die ersten Blätter, die mit Tritium-Leuchtmasse anstelle der zuvor verwendeten Radium-Leuchtmasse versehen worden sind.

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Diese Blätter tragen, wie die gilt dials auch (s.o.), bei 6 Uhr eine „SWISS“ Beschriftung. Direkt über dem 6 Uhr Index habe diese Uhren aber einen kleinen Strich (im Rolex-Fachjargon: „underline“ genannt). Sie können als Übergang zwischen dem „gilt dial“ (s.o.) und dem „matte dial“ gesehen werden. Ob der „underline“-Strich nun eine Markierung für Tritium als Leuchtmasse oder eine Positionierungshilfe für den Zifferblatt-Druck war ist wohl abschließend nicht zu klären. Beide Theorien werden in Sammlerkreisen rege diskutiert.

Die wenigen ‚double Swiss underline‘-Blätter, die ich bisher gesehen habe finden sich in Uhren im Gehäusenummernbereich von etwa 1.XXX.XXX und leicht darüber.

Etwa 1964/65 (ganz genau lässt sich das nicht sagen, da Rolex teilweise verschiedene Versionen einer Referenz parallel gebaut hat…) fand dann der Wechsel zu den unten beschriebenen „matte“-Blättern statt.

Mark 0

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Diese Blattvariante wurde erst später, deutlich nach der Mark I, entdeckt, obwohl sie vor der Mark 1 verbaut worden ist. Daher hat man sie noch vor der Mark I einsortiert. Dies führt zu Bezeichnungen wie Mark 0 oder Mark 0,5. Mark 0 Blätter zeigen eine sehr ähnliche Typographie wie die Mark 1 Blätter. Haupt-Unterscheidungsmerkmal ist der nicht ganz so lange Mittelstrich des „E“ von „ROLEX“. Dieser Mittelstrich ist aber länger als der bei der Mark II bis VIII.

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In der unteren Hälfte des Zifferblattes steht das „V“ von „SUPERLATIVE“ leicht links versetzt unter dem Bindestrich zwischen „GMT“ und „MASTER“.

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Uhren mit Mark 0 Blättern finden sich im Bereich der Gehäusenummern unter 1.6XX.XXX.

Mark 1

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Mark 1 Blätter sind eindeutig und sehr gut zu erkennen am sehr langen Mittelstrich des „E“ von „ROLEX“. Die Variante hat zudem eine Krone mit relativ stark gerundeter Basis (sog. „o-base coronet, die auch, in Anlehnung an die Frisur einer Comic-Figur „Bart Simpson“ genannt wird).

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Eine Gemeinsamkeit mit den Blättern der Mark 0 und Mark 2 sind die Abstände der einzelnen Buchstaben des Wortes „ROLEX“. Diese Abstände sind unterschiedlich breit. Man erkennt gut, dass die Buchstaben „E“ und „L“ näher beieinander stehen als die restlichen. Bildlich und etwas übertrieben schaut der Schriftzug bei den Mark 0, 1 und 2 wie folgt aus: „R O LE X“. Bei den späteren Blattvarianten Mark 3 bis 6 sind die Abstände zwischen den Buchstaben symmetrisch.

In der unteren Blatthälfte steht das „V“ von „SUPERLATIVE“ exakt unter dem Bindestrich zwischen „GMT“ und „MASTER“.

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Zu finden sind Mark 1 Blätter in Uhren von 1967 bis 1978 (Gehäusenummern ca. 1.5XX.XXX bis frühe 5.XXX.XXX )

Mark 2

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Ähnlich der Mark 1, da das „L“ und das „E“ von „ROLEX“ näher beieinander stehen als die anderen Buchstaben des Wortes. Beim Mark 2 Blatt zeigt sich aber ein kürzerer Mittelstrich des „E“ von „ROLEX“. Außerdem ist eine recht große Lücke zwischen den Worten „OYSTER“ und „PERPETUAL“ zu erkennen. Bei dieser Blattvariante hat die Krone eine flachere Basis (sog. flat base coronet), die Öffnung ist fast nur ein Strich.

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In der unteren Hälfte des Blattes stehen die Buchstaben „A“ (von „GMT-MASTER“, erste Zeile), „H“ (von „CHRONOMETER“, zweite Zeile) und „C“ (von „CERTIFIED“, dritte Zeile) exakt untereinander.

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Zu finden sind Mark 2 Blätter in Uhren von 1972 bis 1976 (Gehäusenummern ca. 3.XXX.XXX bis frühe 4.XXX.XXX)

Mark 2,5

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Beschreibt das sog. Lemrich-Blatt (der Zulieferer dieser Blätter war die Fa. Lemrich): das Blatt der Mark 2,5 gleicht nahezu dem der Mark 2, zeigt aber insgesamt einen noch fetterer Druck und eine etwas kleinere Lücke zwischen den Wörtern „OYSTER“ und „PERPETUAL“.

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Im unteren Teil des Blattes stehen die Buchstaben „A“ (von „GMT-MASTER“, erste Zeile), „H“ (von „CHRONOMETER“, zweite Zeile) und „C“ (von „CERTIFIED“, dritte Zeile) nahezu exakt untereinander.

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Lediglich das „C“ in der dritten Zeile weicht ganz leicht nach rechts aus (wie bei der Mark 3, s.u.). Das ist aber mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Mark 2,5 Blätter wurden im Bereich der Gehäusenummern rund um 3.3XX.XXX beobachtet.

Mark 3

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Auf den ersten Blick gut zu erkennen und von allen anderen Blattvarianten der Mark 3 leicht zu unterscheiden: die nach innen, zur Zeigerachse hin und weg von der Minuterie gerückten Indicés. Zudem sind die Leuchtmasse-Dots kleiner. Diese Art Blätter nennt man Asia-, Exclamation-, Mini- oder Rail-Dial.

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Die Abstände der Buchstaben des Wortes „ROLEX“ sind gleichmäßig, die Rolex-Krone zeigt eine runden Basis mit einer ovalen Öffnung.

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Im unteren Teil des Blattes stehen die Buchstaben „A“ (von „GMT-MASTER“, erste Zeile), „H“ (von „CHRONOMETER“, zweite Zeile) und „C“ (von „CERTIFIED“, dritte Zeile), ähnlich den Blättern der Mark 2, nahezu exakt untereinander. Lediglich das „C“ in der dritten Zeile weicht ganz leicht nach rechts aus (wie bei der Mark 2,5, s.o.). Das ist aber mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Die Mark 3 Blätter wurden von 1975 bis 1977 verbaut (etwa im Gehäusenummernbereich frühe 4.XXX.XXX bis frühe 5.XXX.XXX)

Mark 4

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Im oberen Teil des Blattes ist eine deutlichere Spreizung der Strahlen der Rolex Krone erkennbar. Die runden Enden der Strahlen beschreiben auch keinen Kreisbogen, sondern fallen links und rechts eher flach an. Die Typographie ist symmetrisch und entspricht im Wesentlichen dem Mark 3 Blatt.

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Im unteren Teil des Blattes gibt es hingegen große Unterschiede zum Blatt der Mark 3 und auch den zu den früheren Blättern. Als Merkmal kann gelten, dass der Bindestrich zwischen den Worten „GMT“ und „Master“ ziemlich exakt über dem Zwischenraum der Buchstaben „V“ und „E“ von „SUPERLATIVE“ steht. Zudem ist der Druck etwas feiner als bei den voran gegangenen Blattvarianten. Ansatzweise sind hier auch Serifen zu erkennen.

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Verwendet wurde diese Blattvariante etwa von 1977 bis 1979 im Gehäusenummernbereich ca. frühe 5.XXX.XXX bis 5.8XX.XXX.

Mark 5

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Im oberen Teil des Blattes ähnelt die Typographie der Mark 5 Blätter sehr der Ausführung der Mark 4 Blätter. Lediglich die Rolex-Krone ist breiter aufgespreizt. Die Kugeln am Ende der Strahlen beschreiben in ihrem Verlauf wieder einen Kreisbogen.

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Im unteren Teil des Blattes gibt es deutliche Unterschiede zur Mark 4. Der Bindestrich zwischen den Worten „GMT“ und „Master“ steht exakt über dem „V“ von „SUPERLATIVE“. Zudem stehen die Buchstaben „A“ (von „GMT-MASTER“, erste Zeile), „H“ (von „CHRONOMETER“, zweite Zeile) und „C“ (von „CERTIFIED“, dritte Zeile), ähnlich den Blättern der Mark 2, nahezu exakt untereinander. Lediglich das „C“ und das „H“ in der dritten Zeile weichen ganz leicht nach rechts aus (wie bei der Mark 2,5 und 3 das „C“ s.o.).

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Manche Quellen besagen, dass bereits das Mark 5 Blatt ein Tauschblatt ist, das im Rahmen eines Service bei Rolex gegen alte und defekte Blätter getauscht worden ist. Sicher ist das aber nicht. Das Mark V Blatt findet sich auch serienmäßig bei den 1675. Sicher ist, dass es die letzte, serienmäßig verbaute Blattvariante der 1675 ist. Auch unterscheiden manche Sammler bei der Mark 5 bis zu vier Unter-Varianten, die sich z.B. an der Stärke der aufgebrachten Leuchtmasse orientieren. Soweit möchte ich hier nicht gehen, da die Typografie dieser Unter-Varianten gleich ist.

Mark 5 Blätter sind in Uhren im Gehäusenummernbereich der frühen 6.XXX.XXX bis zum Ende der Produktion der Referenz 1675 zu finden.

Mark 6

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Das sog. MK VI gilt als das erste Servicedial, welches bei den frühen 1675 während einer Revision gegen alte oder beschädigte Blätter getauscht wurde.

In der oberen Blatthälfte findet sich eine im Vergleich zum Mark 5 Blatt länglich gestreckte Rolex-Krone. Die restliche Typographie ist identisch mit dem Mark 5 Blatt.

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Die Typographie des Mark VI Blattes entspricht im unteren Teil des Blattes exakt dem des Mark V Blattes.

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Das Blatt ist mit Tritium-Leuchtmasse belegt.

Mark 7

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Auch dieses Blatt ist ein Service-Blatt. Die Rolex-Krone im oberen Teil des Blattes ist etwas gedrungener als bei der Mark VI. Ansonsten entspricht die Typografie dem der Mark VI.

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Allerdings ist dieses Blatt, trotz der Bezeichnung „SWISS – T < 25“ bei 6 Uhr, nicht mehr mit Tritium-Leuchtmasse belegt, sondern mit Superluminova. An der hellen grünen Leuchtkraft nach Belichtung sind diese Blätter gut zu erkennen. Tritium leuchtet nicht so intensiv und auch nicht so lange nach. Das ist ein weiterer und gut erkennbarer Unterschied zwischen Blättern der Mark 6 und der Mark 7.

Mark 8

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Auch bei den Blättern der Mark 8 handelt es sich um Serviceblätter, die wie die Mark 7 mit Superluminova belegt sind.

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Allerdings findet sich im Unterschied bei den Mark 8-Blättern bei 6 Uhr der Schriftzug „SWISS“.

Für Input jedweder Art (Ergänzungen, neue Erkenntnisse usw.) bin ich sehr dankbar. Von derartigem Input lebt mein Blog. Falls Sie also Input zum Thema oder zum Blog insgesamt haben so würde ich mich über eine Kontaktaufnahme sehr freuen. Danke!

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4 Kommentare

  1. Hallo Sascha,

    ich sauge aktuell jeden von Dir so toll verfassten Bericht über die Rolex GMT auf und möchte Dir einfach mal ein RIESEN Kompliment dalassen. Erst recht den jetzt von Dir vefassten Artikel über die 1675. Genau die soll es werden … mich haut einfach die teils wunderschöne Patina um.

    Nochmals Danke und auf weitere großartige Berichte von Dir.

    Herzliche Grüße
    R.

    • Hallo René,

      vielen lieben Dank für Dein Lob, über das ich mich sehr freue!
      Ich schreibe ja nur meine eigenen Gedanken und Erkenntnisse auf, die ich bei der Beschäftigung mit den Uhren sammele. Es freut mich, wenn Dir meine Blickwinkel etwas weiterhelfen.

      Beste Grüße!

      Sascha

  2. Hallo Sascha,
    Respekt, toller Bericht! Ich bin darauf gestossen, weil ich versuche, herauszufinden, warum meine massivgoldene 1675 aus 1966 mit einer Gehäusenummer 1.360.xxx keinen Kronenschutz hat und daher – vom Gehäuse – wie eine 6542 aussieht. Kannst Du mir da weiterhelfen? Grüsse, Lukas

    • Hallo Lukas, es gab etwas um 1966/67 auch massiv goldene GMT-Master Ref. 1675 ohne den sont bei dieser Referenz obligaten Kronenschutz des Gehäuses. Man geht davon aus, das Rolex noch Goldgehäuse der Ref. 6542 auf Lager hatte, die man nicht verwerfen wollte. So nutzte man diese Anfangs auch für die Ref. 1675 in Gold. Interessant wäre, was innen auf dem Bodendeckel steht. Dort könnte die Referenz 6542 durchstrichen zu finden sein. Das wäre dann die Bestätigung dieser Annahme.

      Beste Grüße!

      Sascha

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