Parmigiani – Qualität bis zum kleinsten Detail


Die wahre Qualität einer Sache offenbart sich u.a. darin, wie viel Mühe sich ein Hersteller auch in Bereichen gibt, die niemals durch einen Besitzer / Benutzer gesehen werden.
Oder aber bei Bauteilen, die im Falle von Uhren maximal ein Uhrmacher mal in die Hände bekommt respektive damit arbeitet.

Hier zu sehen ist das kleinste Bauteil einer Uhr aus dem Hause Parmigiani:

und etwas näher:
So eine winzige Schraube ist ja eigentlich auch unspektakulär. Allerdings ist diese Schraube für die Qualität einer Uhr ebenso entscheidend, wie andere und größere Bauteile.

Und daher überlässt man bei Parmigiani nichts dem Zufall. Ganz der Qualität und Langlebigkeit der Uhren verpflichtet stellt man auch diese kleinsten aller Teile lieber unter Eigenregie her. Bei Elwin, einer Tochter von Parmigiani, die sich auf solche winzigen Bauteile spezialisiert hat.


Übrigens dauert die Herstellung dieser oben gezeigten winzigen Schraube gut eine Minute. Wohlgemerkt einer einzigen Schraube! Schrauben minderer Qualität werden üblicherweise binnen weniger Sekunden gefertigt

Warum es auch bei diesen Schrauben auf höchste Qualität ankommt werde ich in diesem neuen Beitrag über Parmigiani schildern.

Übrigens merkt ein Uhrmacher beim Einschrauben einer solchen Schraube durchaus, ob diese Schraube Spitzenqualität ist oder nicht. Per Gefühl.

Elwin baut auh u.a. dieses Teil hier

Es ist aber kein Bauteil einer Uhr von Parmigiani. Im Rahmen freie Kapazitäten stellt man seine Kompetenzen auch anderen Top-Marken zur Verfügung.

Ein Tipp:

Richtig, es ist ein Bauteil eine Chronographenwerks von A. Lange & Söhne: das Schaltrad.

Auch A. Lange & Söhne bedient sich, wie viele andere Marken auch, mit Blick auf höchste Qualität bei Parmigiani! Und dies tut die Top-Marken nicht nur bei den Schrauben. Auch Zifferblätter, Uhrwerkteile und Gehäuse fertigt Parmigiani für viele andere Marken.

Doch zurück zur Herstellung kleiner Drehteile bei Parmigiani.
Klingt unsexy, ist aber sehr spannend wenn man sieht, wie viel Mühe in derart kleinen Bauteilen stecken kann wie z.B. in winzigen Trieben oder Schrauben.
Und wenn man erkennt, dass auch dabei erhebliche Qualitätsunterschiede zu finden sind.

Hier zwei Beispiele


Parmigiani stellt bei Elwin in Moutier, seit 2001 einer 100% Prozent-Tochter, diese kleinen Teile her und gibt sich dabei die selbe Mühe, wie bei allen anderen Bauteilen einer Uhr auch.


Hergestellt werden diese Winzlinge auf beeindruckend großen Maschinen von Tornos, die von Elwin allerdings modifiziert worden sind.


Mittlerweile hat man bei Elwin seine Kompetenz sogar in die Entwicklung neuer, computergestützter Maschinen gesteckt.
Das ist nur konsequent, denn wer sollte besser wissen was so eine Maschine können muss als derjenige, der sie jeden Tag nutzt?


Alles beginnt mit dünnen, meterlangen Metallstangen aus Stahl oder Messing, die über eine Art Magazin in den Maschinen zugeführt werden

Die alten Drehmaschinen arbeiten mit sog. Kurvenscheiben.

Eine Art Taster fährt an den Kurvenscheiben entlang und steuert darüber die Werkzeuge der Maschine.

Es sind also alle Spezifika einer herzustellenden Schraube wie die Gewindesteigung und der Flankenwinkel in diesen Kurvenscheiben „programmiert“.

Die Arbeitsschritte (= je eine Kurvenscheibe) können parallel oder nacheinander abgearbeitet werden, je nachdem, wie sie platziert werden. Die Kurvenscheiben drehen sich und die Taster reagieren dann auf Höhenänderungen der Scheiben
und steuern je ein Werkzeug an. Jede der hintereinander montierten Kurvenscheiben steuert ein einzelnes Werkzeug an.

In diesen Drehmaschinen drehen sich die Metallstangen und die Werkzeuge sind starr eingespannt.

Jedes dieser Werkzeuge wird bei Elwin selber hergestellt und kostet meist über 100 Euro pro Stück.


Hier Werkzeuge und Rohling in Aktion


Die Werkzeuge sind rund um den Rohling platziert und werden jeweils direkt von den Kurvenscheiben angesteuert (s.o.)

Die fertigen, winzigen Teile schwimmen nach dem Abtrennen vom Rohling in Öl in einen Auffangbehälter. Sie sind so leicht, ein leichte Luftstoss würde sie hinweg tragen.


Hier mal Bilder einer Computersimulation, welche die Herstellung einer solchen Schraube darstellt:

Der Ausgangszustand, die Metallstange

und hier nun die fertige Schraube:

Und selbst in den Zeiten moderner Computertechnik ist die Kontrolle der Bauteile auf die gezeigte Art durch nichts zu ersetzen.


Doch was macht nun den Qualitätsunterschied bei z.B. solchen Schrauben aus? Bei diesen winzigen Teilen? Nun zum einen dauert die Herstellung derart winziger Teile wie ganz oben gezeigt gut eine Minute pro Teil. Das ist viel! Andere schaffen dass in deutlich weniger als der Hälfte der Zeit.
Die Bearbeitungsdauer resultiert aus der Anzahl der Arbeitsschritte. So schneidet Elwin das Gewinde nicht einmal, sondern drei bis vier mal und glättet die Kanten. Das merkt der Uhrmacher beim Einschrauben deutlich.
Und Elwin stellt diese Teile in einem Arbeitsgang her, d.h. bei einer Schraube werden Gewinde und Kopf geschnitten, ohne, dass umgespannt werden muss.
Daher liegen Schraubenkopf und Gewindeteil auch exakt in einer Achse. Ein Umspannen der halb fertigen Schraube nach dem Schnitt des Gewindes und vor dem Schneiden des Kopfes wäre einfacher und billiger. Aber dabei können Toleranzen beim  Einspannen dazu führen, dass Kopf und Gewinde nicht in einer Achse laufen. Dann würde der Schraubenkopf beim Einschrauben „eiern“.

In der Summe hat also die Qualität einer Schraube schon Einfluss auf die Qualität der gesamten Uhr. Die ganze Mühe und die wesentlich höheren Kosten lohnen sich also auch für den Käufer einer Uhr.

Und Parmigiani produziert, wie bereits oben angedeutet, auch für andere Top-Marken, die sich die Kompetenz bei Parmigiani zu nutze machen.

Noch ein paar Impressionen von Elwin:







Qualität und eigene Kompetenz lohnt sich also bis ins kleinste Detail! Und es gibt nur sehr wenige Marken, die sich so eine Fertigungstiefe leisten.

Alles dafür, damit man seine Parmigiani Uhren möglichst lange und sorgenfrei tragen kann!

Parmigiani macht nahezu alles an den eigenen Uhren selber. Von der winzigen Schraube über Gehäuse, Zifferblätter und die Konstruktion wie auch Herstellung ganzer, z.T. sehr komplizierter Uhrwerke, einschließlich aller Teile.

Daher darf man Parmigiani ohne Zweifel auch als echte Manufaktur bezeichnen. Und von diesen gibt es in der Uhrenbranche vielleicht noch ein halbes Dutzend.

Die Summe aller Teile macht also wieder einmal das Ganze aus, auch oder gerade bei der Qualität!

Kategorien:Parmigiani Fleurier, UhrenSchlagwörter:, , ,

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