Patek Philippe Ref. 3974 – ewig, klingend, selten


Das Patek Philippe besondere Uhren baut ist ja hinlänglich bekannt. Große Taschenuhren wie die Graves, die Calibre 89 oder die Star Caliber 2000 sind ebenso bekannt wie die Modelle für das Handgelenk Sky Moon, die Grandmaster Chime oder die Ref. 5204.

Bei manchen Uhren von Patek Philippe muss man allerdings zweimal hinschauen, um die Spezialität bzw. Komplikationen zu erkennen. Das ist dann Understatement pur.

Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die Referenz 3974, die der hier im Blog bereits vorgestellten Ref. 3940 wie aus dem Gesicht geschnitten ähnelt.

Siehe hier:

https://100percentpassion.wordpress.com/2015/01/01/patek-philippe-ref-3940-die-ewige-referenz/

Unkundige würden beide Referenzen sicher kaum unterscheiden können.

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Und doch liegen Welten zwischen beiden Modellen.

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Einige Varianten der Ref. 3974 erreichen heute spielend Auktionspreise über einer Million US$, wohingegen die Ref. 3940 für um die 50.000 US$ zu bekommen ist.

Der Unterschied zwischen beiden Referenzen ist der Minutenrepetitionsmechanismus, erkennbar am typischen Schieber an der linken Gehäuseflanke, den die Ref. 3974 in Ergänzung zum Ewigen Kalendarium der Ref. 3940 hat.

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Und so war die Ref. 3974 einige Zeit lang eine der kompliziertesten Armbanduhren, die es bei Patek Philippe gab. Alleine das Uhrwerk Kaliber R 27 Q vereint 467 Einzelteile inkl. zweier Tonfedern in sich.

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Ein weiterer Umstand für die hohen Preise der Referenz 3974 dürften die sehr geringen Stückzahlen sein, in  denen diese Referenz zwischen 1989 und 1997 (manche Quellen sprechen von 2002) gebaut worden ist. Patek Philippe Kenner werden an der Jahreszahl 1989 erkennen, dass diese Referenz eine der Uhren war, die zum 150. Jubiläum der Uhrenmarke präsentiert worden sind. Die ersten Uhren der Ref. 3974 trugen eine Seriennummer um die 1906000.

Selten ist vor allem die im folgenden Bild gezeigte Version in Roségold. Einschlägige Quellen berichten von einer gefertigten Stückzahl von sechs Uhren in Roségold.

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Philippe Stern, der Ehrenpräsident von Patek Philippe, der sich auch jede Patek mit Schlagwerk vor der Auslieferung persönlich anhört und jede Uhr einzeln abnimmt, ist der Meinung, dass der Klang eines Schlagwerkes wie einer Minutenrepetition am besten in Goldgehäusen zur Geltung kommt.  Speziell Roségold soll aufgrund seines Kupferanteils den besten Klang geben, weil das Kupfer das Gold etwas poröser macht. Und so reservierte Philippe Stern die wenigen Roségolduhren dieser Referenz für besonders gute Kunden des Hauses, die er persönlich ausgesucht hat. Auf Grund des Klangverhaltens gibt es von der Ref. 3974 auch so gut wie keine Uhren in Platin. Fünf Platinuhren der Ref. 3974 sind bislang bei Auktionen aufgetaucht.

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Diese Platinversion wurde vor einiger Zeit bei Antiquorum versteigert. Die Besonderheit liegt zusätzlich noch in den drei verschiedenen Zifferblättern, die bei dieser Uhr dabei waren.

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(die Abbildung zeigt ein und die selbe Uhr mit jeweils einem anderen montierten Blatt).

Insgesamt sollen von der Referenz 3974 nur etwa einhundert Uhren ausgeliefert worden sein. Das macht diese Referenz sehr selten.

In einem 36 mm großen und 12 mm hohen Gehäuse bringt Patek Philippe ein Automatikwerk mit Mikrorotor, mit ewigem Kalendarium und einem Mechanismus der Minutenrepetition mit 467 Einzelteilen und 39 Lagersteinen unter. Das ist sehr erstaunlich.

Ebenfalls eine Besonderheit sind die Gehäuse der Ref. 3974. Diese sind gefertigt von John Pierre Hagman, einem der besten Genfer Gehäusebauer. Das kann man an einer kleinen Punze an der Unterseite der Uhr erkennen

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Patek Philippe hat mit der Referenz 3974 ganz sicher wieder eine Referenz geschaffen, die kaum optisch für Aufsehen sorgt und mehr über die Komplikationen und die Anzahl der gefertigten Stücke wie auch über die Auswahl der Kunden für Aufsehen sorgt.

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Für mich ist die Ref. 3974 eine der schönsten Pateks überhaupt. Schlicht und dennoch kompliziert, zeitlos und trotzdem edel – das schafft so nur Patek Philippe.

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Kategorien:Patek PhilippeSchlagwörter:, ,

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