Watches & Automata – The Maurice Sandoz Collection


Watches and Automata – The Maurice Sandoz Collection

Das beeindruckende, drei Bände und gut 1200 Seiten umfassende Werk, welches ich hier vorstellen möchte enthält keine einzige aktuelle Uhr! Auch nicht von Parmigiani Fleurier. Was hat es also mit Parmigiani zu tun? Weit mehr, als man auf den ersten Blick glauben mag! Michel Parmigiani arbeitete früh, nach dem Ende seiner Ausbildung, als Restaurator für die Fondation Sandoz, deren Sammlung zum Teil im Musée International de la Horlogerie in La Chaux de Fonds gezeigt wird.
Über diese Tätigkeit lernte er nicht nur Pierre Landolt, den Vorsitzenden der Sandoz Stiftung, der eine entscheidende Rolle bei der Gründung der heutigen Marke Parmigiani spielen sollte persönlich kennen. Vielmehr lernte er sehr viele alte Uhren verschiedenster Typen und mechanische Automaten bis ins Detail ihrer
Funktion und Konstruktion kennen. Und dieses Wissen ist die Grundlage für die einzigartige Kompetenz, die Parmigiani auch mit Blick auf die Uhren der Neuzeit auszeichnet und aus der Masse der Uhrenmarken wohltuend heraus hebt.


In den drei hier vorgestellten Bänden wird die komplette Sammlung von Maurice Sandoz in sehr schönen Bildern und ausserordentlich detailreich vorgestellt. Wenn man sich mit den neuzeitlichen Uhren von Parmigiani beschäftigt, dann wird man viele Ideen von damals in den heutigen Uhren wieder erkennen. Einige Beispiele werde ich Euch in diesem Beitrag zeigen.

Im ersten Band dieses Werkes werden vornehmlich Taschenuhren aus der Sandoz-Sammlung vorgestellt.

Die Vorderseite des Einbandes:

und die wunderschöne Rückseite:

Ein der in diesem Band vorgestellten Taschenuhren ist eine Uhr mit retrograder Zeitanzeige ohne Zeiger:




Hier ein Blick in die wunderbare Mechanik dieser Uhr (die auch die rückwärtige Ansicht des dritten Bandes schmückt):


Diese herrliche Uhr wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von der Fa. Perrin Fréres
hergestellt. Die Schwester dieser Uhr findet sich, mit etwas anderer Gravur, im Patek Philippe Museum.

Parmigiani setzte diese Idee der Zeitanzeige in seinem Haute Horlogerie-Modell
Toric Capitole (siehe auch hier) um:

Man integrierte in Fleurier selbstverständlich auch einen Minutenrepetitions-Mechanismus wie beim Original, so dass das Uhrwerk PF 321 entstand. Man beachte die Ausführung der Tonfedern beim Original und bei der Toric Capitole! Das nenne ich detailgetreues Arbeiten!


Der zweite Band des Werkes behandelt vornehmlich die mechanischen Automaten der Sandoz-Sammlung.

Die Vorderseite:

und die Rückseite des Einbandes:

Mechanische Automaten, wie der im nächsten Bild gezeigte (die Uhr wandert langsam im Laufe der Stunden auf der Schräge nach unten) sind für Uhrenliebhaber eine höchst interessante Angelegenheit! Den im nächsten Bild gezeigten Automaten konnte ich live im Atelier für die Restaurationen in Fleurier bewundern:

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Hier ein Eindruck aus dem Restaurationsatelier bei Parmigiani

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Noch ein eindrucksvolles Beispiel dieser Kunst:

Welch tolle Mechanik!

Und auch heute noch widmet man sich in Fleurier der Entwicklung von mechanischen Kunstwerken.  Hier einige Beispiele der neue Kunstwerke:

The Cat and Mouse

The Dragon an the Pearl of Wisdom

Falke und Trappe

Der dritte Band des Werkes widmet sich sowohl den Uhren als auch den Automaten.

Die Vorderseite des Einbandes:

und die Rückseite (mit dem Uhrwerk der im ersten Band vorgestellten Taschenuhr):

In diesem Band findet sich eine hoch interessante ovale Taschenuhr, bei der Länge der Zeiger beim Umlauf variiert:

Auch diese historische Idee setzte Parmigiani vor einiger Zeit, im Jahr 2011, in einem Prototypen einer Armbanduhr um:

Original und Neuinterpretation nebeneinander:

Ende 2013 nun präsentierte Parmigiani den Pantographen Ovale als Serienmodell:

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Und auch dieses Modell konnte ich vor Kurzem noch in Fleurier bewundern:

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Und hier das alte Original im Restaurationsatelier von Parmigiani. Die Uhr ist ein Traum!

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Parmigiani verbindet also historische technische Ideen mit der heutigen Zeit und setzt sie in höchster Qualität um. Eine ganz tolle Sache wie ich finde!

In jedem Band sind zwei DVD´s beigelegt, auf dem alle gezeigten Stücke noch mal digital zu finden sind. Auch in Videos, die sogar auf 3D-tauglichen TV-Geräten dreidimensional angeschaut werden können. Speziell die Videos von den Automaten sind ein Genuss!

Dieses Werk ist zugegeben so teuer wie manche Mittelklasse-Uhr. Allerdings dürfte das Werk auf Grund der kleinen Auflage kaum zu bekommen sein. Wer Gelegenheit hat nach La Chaux de Fonds in das Internationale Uhrenmuseum zu kommen der sollte dort einmal einen Blick in die dort ausliegende Ausgabe werfen.

Es lohnt sich wirklich! Wie auch ein Besuch des Uhrenmuseums insgesamt!

Abschließend ein paar Impressionen aus dem Museum:

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Kategorien:Bibliothek Uhrenliteratur

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