Tiefere Einblicke in die IWC Deep One


Ich ein großer Freund der IWC Deep One Ref. 3527 und speziell für Technikinteressierte ist diese Uhr ein Leckerbissen! Mit Blick auf die vielleicht bald kommende Deep Two möchte ich Euch auf eine kleine Reise in die technischen Details dieser Ausnahmeuhr entführen.
Kaum ein Laie weiß es, aber man kann mit ein paar Handgriffen (und Spezielwerkzeug) sehr leicht tiefere Einblicke in die technischen Finessen der Uhr bekommen, ohne sie völlig auseinander nehmen zu müssen. Das Glas im dreiteiligen Gehäuse wird von einem verschraubten Titanring gehalten. So sieht der Ausgangszustand in der Seitenansicht aus:

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Wenn man den Titanring abschraubt, kann man den Ring samt Glas abnehmen und erhält einen spiegelfreien Blick auf Zeigerspiel, Blatt und innen liegender Lünette:

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Man kann nun den äusseren schwarzen Ring mit der „Meter“-Beschriftung abnehmen und anschließend die Scheibe der innenliegenden Lünette.

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Darunter kommt die Spezialität der Deep One, die Bourdonfeder, zum Vorschein. So war der Mechanismus für die Meisten sicher noch nie zu sehen:

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Dieser Tiefenmessmechanismus funktioniert wie folgt:
Die auf dem obigen Bild rund um das Zifferblatt verlaufende Röhre oder besser (Bourdon-) Feder ist über die Krone bei „vier Uhr“ mit der „Aussenwelt“ verbunden:

 

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Hier mal ein Blick auf diese Krone:

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Über die Bohrungen in dieser Krone dringt beim Tauchen Wasser in die Bourdonfeder (und somit in die Uhr) ein! Im Lieferumfang der Uhr ist auch eine hochwertige Pumpe enthalten, mit welcher
man die Funktion des Tiefenmessmechanismus prüfen kann:

 

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Wenn sich nun der (Wasser-) Druck erhöht, dann erhöht sich auf Grund der Bohrungen in der Krone bei „vier Uhr“ auch der Druck in der Bourdon-Röhre. Durch die Druckerhöhung versucht diese Röhre (oder Feder), aus der gekrümmten Form in eine gestreckte Form zu wechseln. Da die Feder nur im Bereich der Krone bei vier Uhr fixiert ist, kann sie sich an ihrem freien Ende bei 12 Uhr in Richtung Gehäuse bewegen und dabei über einen kleinen Hebel:

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die Lageänderung an einen Zeiger weitergeben, welcher dann, über einen weiteren Mechanismus auf der Unterseite des Werkes:

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bedient wird.

Die Tauchtiefe wird über einen Zeiger auf dem Zifferblatt angezeigt. Unter dem Zeiger befindet sich noch ein Schleppzeiger, der die tiefste, während des Tauchgangs erreichte Tauchtiefe festhält.
Hier mal ein Blick auf die Zeigerachse und das Zeigerspiel:

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Und hier noch mal der komplette Mechanismus in einer Explosionszeichnung:

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Zurückgestellt wird der Schleppzeiger über das Drücken der Krone bei „zwei Uhr“, die gleichzeitig als Stellkrone für die innenliegende Lünette dient. Der Lünetten-Mechanismus im Bild:

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Und die Lünettenschebe der Deep One (von der Unterseite):

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Noch ein Blick auf die drei Kronen:

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Die mittlere Krone ist verschraubt und dient der Zeiteinstellung. Da sich die Druckverhältnisse in Abhängigkeit der Höhe über dem Meeresspiegel ändern und dies beim Tauchen sehr wichtig ist kann man den Zeiger des Tiefenmessmechanismus mittels der Krone bei „vier Uhr“ „kalibrieren“ bzw. „auf Null“ stellen.

Noch eine schöne Gesamtansicht:

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und noch eine:

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Der Zusammenbau der Uhr erfolgt wie folgt. Hier noch mal die Einzelteile:

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Zuerst wir der Lünettenring wieder eingesetzt:

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Es folgt der schwarze Aussenring:

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und zum Schluss noch der Titanring samt Glas, welcher aufgeschraubt wird:

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Diese Titanring wird von einer O-Ring Dichtung abgedichtet:

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Und fertig ist das technische Kunstwerk:

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Ich hoffe, Euch hat dieser kleine Ausflug in das Innenleben der Uhr gefallen! Angetrieben wird sie übrigens von einem IWC-Uhrwerk auf Jaeger LeCoultre Basis, welches aber von der IWC, ähnlich den ETA-Basiswerken, noch in wesentlichen Punkten verändert wird.

Ein technischer Leckerbissen von der IWC, dem Ingenieur unter den Uhrenmarken!

Kategorien:IWC Schaffhausen

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