Der Mathematisch-Physikalische Salon zu Dresden


Für Freunde der Naturwissenschaften und Technik gibt es einen Ort in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, den man bei einem Besuch der Stadt nicht auslassen darf: den Mathematisch-Physikalischen Salon im Dresdner Zwinger.

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Hier findet sich eine beeindruckende Sammlung von optischen und technischen Geräten aus vielen Jahrhunderten, die zu ihrer jeweiligen Zeit den Stand der Forschung und Technik repräsentiert haben.

Der Mathematisch-Physikalische Salon wurde 1728 unter August dem Starken gegründet und ist bis heute eines der weltweit bedeutendsten Museen historischer wissenschaftlicher Instrumente. Das älteste Museum im Dresdner Zwinger zeigt nun in einer faszinierenden Neukonzeption, wie man bereits Jahrhunderte lang die Welt vermaß.

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Zu sehen und zu erleben sind hochpolierte Brennspiegel, erlesene historische Uhren und Automaten, Teleskope, astronomische Modelle sowie Erd- und Himmelsgloben, darunter einer des Mondes und einer des Mars, die nicht nur durch ihre Funktion, sondern auch durch ihre Schönheit begeistern. Die umfangreiche Sammlung von bedeutenden Kunstwerken des 16. bis 19. Jahrhunderts, die fast alle die Bestimmung hatten, der wissenschaftlichen Erkenntnis der Welt zu dienen, macht den Mathematisch-Physikalischen Salon zu einem einzigartigen Museum. Im Zwinger wurde im ‚Physikalischen Kabinett’ mit den wissenschaftlichen Instrumenten der Sammlung geforscht, hier wurde im 18. Jahrhundert ein Observatorium zur Himmelsbeobachtung eingerichtet, und von hier aus wurde bis ins zwanzigste Jahrhundert die offizielle Zeit für Dresden und Sachsen ermittelt – der Mathematisch-Physikalische Salon war das Greenwich von Sachsen.

Die Neupräsentation im Mathematisch-Physikalischen Salon rückt die einzelnen Objekte ins Zentrum. Diese können nun so nah betrachtet werden, dass selbst kleinste Gravuren und Verzierungen kein Geheimnis mehr bleiben. Medienstationen und Animationen geben erstmals Einblicke in das Innenleben und die Funktionsweise ausgewählter Objekte. Hier kann man die älteste Rechenmaschine Deutschlands selber ausprobieren, die Vorführung von historischen Experimenten mit detailgetreu nachgebauten Instrumenten hautnah erleben. Neben Werkstattkursen und Führungen geben diese Vorführungen spannende Einblicke in den historischen Kontext der Mathematik, Naturwissenschaften und Technik.

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Und auch für die Freunde von A. Lange & Söhne lohnt der Besuch im Mathematisch-Physikalischen Salon in jedem Fall.

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Man hat die Möglichkeit, vor den Standuhren zu stehen, vor denen auch schon die Herren Gutkaes und F.A. Lange standen, die sie teilweise auseinander nahmen um sie zu studieren und um von ihnen zu lernen.

Und man sieht die Ergebnisse der dieses Studiums in Form von eigenen Stand- und Taschenuhren von Gutkaes und Lange, später auch von A. Lange & Söhne, als die Marke in Glashütte das Uhrmacherhandwerk in dieser Region begründete.

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Das Prunkstück in Sachen A. Lange & Söhne ist unbestritten die legendäre Taschenuhr No. 45000, eine Grande Complication, die bei Lange in mehreren Jahren mühevoll restauriert worden ist nachdem sie in desolatem Zustand zur Begutachtung gegeben worden ist.

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Näher beschrieben habe ich die die A. Lange & Söhne Grand Complication No. 42.500 u.a. hier in diesem Blog:

Lange´s Wunderwerk

Aber auch andere Meilensteile sind zu sehen, z.B. das Vorbild der Richard Lange Tourbillon Pour le Mérite, eines der Spitzenmodelle in der zeitgenössischen Lange-Kollektion.

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Und natürlich das Modell der Fünf-Minuten-Uhr der Dresdner Semper Oper, die direkt neben dem Zwinger liegt.

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Anlässlich einer Sonderausstellung zum 200. Geburtstag von F.A. Lange, dem Gründungsvater der Uhrmacherei in Glashütte und der Marke A. Lange & Söhne konnte man eine Sonderausstellung zum Thema „Sachsens Weg in die internationale Uhrenwelt“ sehen, die auch auf die näheren Umstände einging, wie die Uhrmacherei nach Glashütte kam. So intensiv wurde dieses Thema bislang noch nie beleuchtet.

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Sehr lesenswert ist der Katalog zu dieser Ausstellung, der noch immer käuflich zu erwerben ist.

Eine klare Empfehlung zum Besuch des Salons und zur Lektüre des tollen Buches! Und wer ganz großes Glück hat der darf eine Führung mit dem Direktor des Mathematisch-Physikalischen Salons, Herrn Dr. Plaßmeyer, erleben. Das ist ein unvergessliches, spannendes und höchst interessantes Erlebnis!

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