A. Lange & Söhne – das Tourbillon


Wer sich für mechanische Uhren interessiert, der kennt auch den kleinen Wirbelwind, der bei den Tourbillons in ständiger Bewegung ist. Und als Uhrenmarke aller erster Güte hat auch A. Lange & Söhne Tourbillons im aktuellen Angebot.

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Der Mechanismus des Tourbillons gilt als hohe Kunst der Uhrmacherei. Wenn auch das Tourbillon vom eigentlichen Sinn her heute bei Armbanduhren keinen wirklichen Nutzen mehr bringt so zeigt so ein Mechanismus doch die Leistungsfähigkeit einer Uhrenmarke.

Tourbillons wurden ursprünglich in Taschenuhren eingebaut. Eine Taschenuhr steckte ja meist in einer speziell für diesen Zweck gedachten Tasche der Weste eines Anzugs. Und dies immer in der gleichen Position. Keine normale mechanische Uhr der Welt zeigt in eine und der selben Position (Lage) einen möglichst genauen Gang. Bei einer Armbanduhr wird das kompensiert durch die Bewegung des Arms. So ändert sich auch die Lage der Unruh ständig und die verschiedenen Lagen gleichen sich aus. Eine Taschenuhr kennt die meiste Zeit des Tages nur eine Lage, nämlich die Aufrechte in der Weste. Wenn sich nun die Unruh an sich dreht, dann gleichen sich auch bei einer Taschenuhr die Lagen aus und die Uhr bekommt einen genauen, gleichmässigen Gang.

Und so verfügt auch A. Lange & Söhne seit weit mehr als einhundert Jahren über fundierte Erfahrungen beim Bau von Tourbillons. Hier ein Beispiel aus dem Jahr 1899

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Und noch eines aus dem Jahr 1909

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Diese Taschenuhr mit Tourbillon aus dem Jahr 1900 wurde seinerzeit von Emil Lange, dem zweitältesten Sohn von Ferdinand Adolph Lange, auf der Pariser Weltausstellung präsentiert. Auf der Vorderseite findet sich die Emaille-Miniatur „Minerva vor Paris“

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Exakt 100 Jahre später präsentierte A. Lange & Söhne das erste Tourbillon in der Lange 1 Familie.

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Vergleicht man den Mechanismus von vor über 100 Jahren

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mit dem heutigen

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dann stellt man fest, das man bei A. Lange & Söhne nach dem Neustart im Jahr 1994 das Rad nicht neu erfunden hat, sondern sich dem alten Wissen folgend der Optimierung eines bestehenden und bewährten Mechanismus hingegeben hat.

Hier noch einige Beispiele für die alten Tourbillons aus den Taschenuhren von A. Lange & Söhne

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Nun wäre A. Lange & Söhne nicht A. Lange & Söhne, wenn man diesen faszinierenden Mechanismus nicht auch noch besser machen könnte. Und so fügte man zu diesem, aus 69 Teilen bestehenden und ein halbes Gramm wiegenden Wunderwerk im Laufe der Zeit, genauer gesagt im Jahr 2008 einen Sekundenstopp hinzu, weltweit erstmalig übrigens. Denn so ein Sekundenstopp bei einem Tourbillon ist gar nicht so einfach zu konstruieren. Bei Lange erdachte man Stoppfedern, die sich aussen an den Unruh-Reif legen und die Unruh somit bremsen, sobald man die Krone zieht:

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Die Stoppfedern sind links oben, auf etwa 10 Uhr ,zu erkennen sind. Der gestrichelt dargestellte Zustand ist der, wenn  sich die Krone wieder in der Nullposition befindet und die Uhr läuft. Rechts oben am Bildrand sieht man die Welle der Aufzugskrone.

Beim Stoppen der Unruh durch die Federn bleibt die in der Spirale gespeicherte Energie erhalten und so kann die Uhr problemlos wieder starten, sobald die Krone wieder zurück in die Nullposition gedrückt wird.

Hier noch mal eine der Federn an der Unruh

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Anhand eines Modells kann man die Funktion der Federn (links oben) noch mal schön erkennen. Im folgenden Bild würde die Uhr laufen

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Und jetzt würde die Krone gezogen und die Uhr gestoppt

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Damit aber nicht genug. Wann zieht man denn die Krone einer Uhr? Richtig! Wenn man sie einstellen will. Und das funktioniert am besten, wenn der Sekundenzeiger „auf Null“ steht. Daher entwickelte man bei A. Lange & Söhne den oben genannten Mechanismus weiter und ergänzte ihn bei der „1815 Tourbillon“ im Jahr 2013 um einen Nullstellmechanismus.

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In der obigen Darstellung ist sowohl der Sekundenstopp- (rechts) als auch der Nullstellmechanismus (links) weiß dargestellt. Beim Nullstellmeschanismus drückt, beim Ziehen der Krone, zusätzlich ein Hebel auf ein an der Welle der Unruh angebrachtes Nullstellherz und stellt den Sekundenzeiger auf Null. Man kennt ähnliche Mechanismen von Chronographen. Hier nun Nullstellhebel und Nullstellherz im Detail

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Und das ist die Uhr in der Gesamtansicht

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Hier die Funktion noch mal die Funktion im Detail. Der Nullstellhebel steht hoch, die Uhr läuft

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Jetzt wird die Krone gezogen und die Uhr steht. Dabei springt der Sekundenzeiger auf „Null“.

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So wurde das Tourbillon in allen seinen Einzelteilen auf dem Genfer Salon 2014 gezeigt

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Man sieht also, dass in diesem kleinen, unscheinbaren Mechanismus eine Menge Aufwand aber auch Faszination steckt.

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Der Deckstein im obigen Bild ist übrigens ein Diamant.

Und die Spiralfedern werden ebenfalls bei Lange selber hergestellt. Auch das ist ganz große Kunst. Und eine andere Geschichte…!

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Folgend einige der wunderbaren Zeitmesser von A. Lange & Söhne, in denen ein Tourbillon seinen Dienst versieht

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Und bei manchem Tourbillon von A. Lange & Söhne erkennt man gar nicht von vorne herein, dass in der Uhr dieser tolle Mechanismus zu finden ist

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Das war es für jetzt zum Thema Tourbillon bei Lange. Aber so, wie ich diese Marke kenne wird man eines Tages wieder eine tolle Innovation zum Tourbillon hinzu fügen. Mal schauen, was da noch so präsentiert wird.

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