Wie ich zu Parmigiani kam…


Ein außergewöhnliches Erlebnis – oder: wie ich zu Parmigiani kam

Diesen kleinen Beitrag hier möchte ich Euch als Uhrensammler schreiben, der sich mit
hochwertigen Uhren seit etwas über 20 Jahren beschäftigt. Unter Umständen geht es dem
einen oder anderen hier ähnlich, wenn Ihr Euch etwas intensiver mit Parmigiani beschäftigt.

Auch und vor allem im Zuge der Tätigkeit als Moderator früher in der Watchlounge und heute bei http://www.r-l-x.de habe ich mir schon sehr viele Uhrenmarken vor Ort anschauen dürfen und so einen gewissen Einblick und
Eindruck, vor allem aber Erfahrungen gesammelt und somit Vergleichsmöglichkeiten im
Laufe der letzten Jahre bekommen. Es waren nahezu alle Marken im Top-Segment dabei,
aber auch Marken des gehobenen und des mittleren Segmentes.
Und einige der wohltuenden Individualisten in der Uhrenbranche, die den Uhrenmarkt
mit ihren frischen Ideen ungemein bereichern.

Das es Parmigiani gibt wusste ich schon geraume Zeit. Auch kannte ich das eine
oder andere Uhrenmodell von Parmigiani. Und doch war diese Marke nicht wirklich
präsent in meinem (Uhren-)Bewusstsein. Ich hatte nicht wirklich ein Gesicht vor Augen
wenn ich an Parmigiani dachte und auch fielen mir kaum die üblichen, zu Werbezwecken
gerne herangezogenen Prominenten ein oder irgendwelche, werbewirksam laut und bunt
in Szene gesetzte Events. Und doch lief mir die Marke ab und zu quasi zufällig
„über den Weg“.

Meist, immer dann wenn erfahrene, (uhren-)begeisterte Menschen, die Ihren Fokus auf die
wirkliche Qualität und auf den ehrlichen Manufakturgedanken gelegt hatten, sich über
außergewöhnliche und somit überaus bemerkenswerte (Uhren-)Marken unterhielten.
Klar, Marken wie Patek Philippe, Rolex (auch wenn die sich eher der „Großserienproduktion“
verschrieben haben), A. Lange und Söhne, Glashütte Original und Jaeger Le Coultre, die
allesamt durch eine beeindruckende Fertigungstiefe und Qualität ihrer Produkte aufweisen,
kannte ich aus dem sprichwörtlichen „FF“. Aber Parmigiani?

Und so kam mir ein Zufall zu Gute: bei einem guten Freund, der mit gebrauchten Luxusuhren
handelt, bekam ich eine Uhr von Parmigiani in die Hände. Eigentlich wollte ich ein paar Fotos
von einigen Modellen von A. Lange & Söhne, GO und PP für die Watchlounge machen.
Speziell Makroaufnahmen der Uhrwerke standen im Mittelpunkt meines Vorhabens.
Stundenlang saß ich da mit Uhrmacherlupe, Lupenbrille und Fotoapparat und war vollkommen
in den Mikrokosmos der Uhrwerke vertieft und fasziniert von den Uhrwerken selber, wie auch
von deren Verarbeitungsqualität.
Und eher zufällig bekam ich eine Parmigiani Kalpa Hebdomadaire in die Hände. Diese
Handaufzugsuhr mit Formwerk zeigte mindestens die gleiche Qualität und technische Finesse
wie die Uhren von Lange, GO und PP. Meine Aufmerksamkeit war also geweckt:

Sofort recherchierte ich und fand damals, vor gut anderthalb Jahren, gar nicht so viel.
Die Homepage war damals sehr übersichtlich was tiefergehende Informationen anbelangt.
Es gab einige wenige Artikel in der englischsprachigen Forenwelt und selten einmal einen
Artikel in Fachmagazinen. Auch mein Freund der Uhrenhändler wusste nur wenig über
die Marke Parmigiani. Ein Konzessionär in direkter Nähe zu meinem Wohnort gab es damals
ebenfalls nicht.
Also kontaktierte ich die oben bereits genannten uhrenbegeisterten Sammler und saugte
jede verfügbare Information auf. Und mit jedem Detail, welches ich in Erfahrung brachte,
wuchs meine Verwunderung, warum eine derart respektable Marke wie Parmigiani in unseren
Breiten nahezu unbekannt ist und kaum Aufmerksamkeit bekommt. Die erkennbare
Fertigungstiefe, Planung und Konstruktion sowie die vollständige Herstellung eigener Werke
und die höchste Qualität, die Parmigiani zeigt, sind selbst in der Schweizer Uhrenindustrie
höchst selten. Diese Aussage klingt kühn? Machen Sie sich Ihr eigenes Bild!

Mittlerweile bin ich von Parmigiani derart überzeugt, dass die meisten Marken auch im Top-
Segment im Vergleich eine gewisse Entzauberung erfahren haben. Auch mit Blick auf die allseits
bekannten Marken erkennt man hinter den Kulissen, dass Marken mit einer ausgeprägten
Fertigungstiefe und darüber auch mit der Kompetenz zur in-house-Entwicklung eigener Uhren /
eigener Kaliber nur sehr selten zu finden sind. Vielleicht sind es eine Hand voll Marken, wenn es
hoch kommt. Und Parmigiani gehört zweifelsohne dazu!
Und exakt diese Attribute wie kompromisslose Qualitätsansprüche und eine Fertigungstiefe, die
den heute all zu oft strapazierten Begriff „Manufaktur“ wirklich rechtfertigen, gehören in meinen
Augen zum Top-Segment dazu. Alles andere ist heiße Marketing-Luft und fast schon Täuschung.
Immerhin kauft man mit den Uhren diesen Segmentes sehr wertvolle Pretiosen, die einen im
Idealfall lebenslang begleiten sollen. Und die man gerne an die folgende Generation weitergibt.
Das Bild, welches PP in seiner Werbekampagne zeigt, ist in meinen Augen absolut treffend!
Und es gilt sinnbildlich auch für Parmigiani! Alles andere als höchste Qualität ist nicht akzeptabel.
Kompromisse darf es hier keine geben.
Ebenfalls sehr wohltuend ist die Ruhe und die Zeit, die man sich in Fleurier bei Parmigiani für
alles nimmt. Hektik oder Schnelllebigkeit sucht man dort vergebens. Dies liegt zum einen an den
Standards im Unternehmen, sicher aber auch an der Zugehörigkeit zu einer Stiftung
(der Fondation Sandoz) , der zwar der wirtschaftlicher Erfolg nicht unwichtig ist, aber keineswegs
einzig und allein im Mittelpunkt steht!

Kategorien:Parmigiani Fleurier

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