Die Dornblüth 99.2


Ich möchte  heute hier im Blog eine interessante Uhr aus einer kleinen, aber feinen Manufaktur im Norden Sachsen-Anhalts vorstellen.

Mich zieht es irgendwie eher zu den Uhren, die über den „Inhalt“ faszinieren, sprich zu Uhren, die tolle Uhrwerke (manche sagen dazu auch Manufakturwerke…) ihr eigen nennen.

Rolex ist so eine Marke,  Parmigiani und Patek Philippe, Jaeger Le Coultre auch, A. Lange & Söhne natürlich oder Glashütte Original etc.!

Aber irgendwie waren mir die meisten Firmen nicht auf Anhieb sympathisch. Nein, ich meine nicht die Uhren, sondern die Firmen. Die meisten Marken habe ich besucht und obwohl alle die Handarbeit im Atelier vorgezeigt haben wusste man doch, das die CNC Halle nicht weit ist. Oder aber merkte man, dass viele Teile der teuren Uhr doch von externen Zulieferern kommen und so eine Uhr bei der Marke nur montiert wird. Auch die CNC Technik ist zweifellos interessant und heute notwendig, mich faszinierte aber die Handarbeit und Fertigungstiefe immer etwas mehr. Auch der immense Werbeaufwand einiger Firmen schreckte mich ab, wird hier doch heiße Marketing-Luft produziert, die mit den Uhren an sich kaum etwas zu tun hat!

Und so kam ich zu den kleinen aber feinen Firmen.  NOMOS ist so eine Firma!  Aber auch D. Dornblüth & Sohn aus Kalbe in Sachsen Anhalt. Nach dem Besuch bei NOMOS fuhr ich also nach Kalbe, und die Firma samt ihren Mitarbeitern war mir auf Anhieb sehr sympathisch!! Ich wurde freundlich und offen, aber nicht übertrieben empfangen, man zeigte mir alles, sogar den Prototypen für ein neues Modell oder eine Computerskizze des geplanten Zifferblattes einer weiteren neuen Uhr. Man legte auf die Meinung der Kunden sehr viel wert.

Ich war so begeistert, das ich mir meine erste „Dornblüth“ sofort gebraucht gekauft habe. (auf neue Uhren wartet man 7 Monate, Dornblüth baut nur ca. 12 Uhren im Monat)
Es war damals eine Kal. 99.2 mit der Seriennummer 26, eine ganz frühe  Uhr aus den Anfangstagen der Neuzeit der der Marke also.

Typisch für Dornblüth ist, das in den Werken sehr viel Handarbeit steckt.

Die Werke basieren auf dem Unitas 6497-2, jedoch viel ist davon nicht übrig! Lediglich das Räderwerk, die Hemmpartie und das Federhaus finden Verwendung. Die Uhren glänzen durch die 3/4 Platine, die mit verschraubten Chatons versehen ist. Andere Teile sind perliert und die sichtbaren Räder (Federhaus,Gangreservemechanismus etc.) zeigen einen tollen Sonnenschliff!

Die Werke sind rotvergoldet, der Unruhkloben wie auch die Platine sind handgraviert.
Einfach ein traumhafter Anblick!

Dann noch die nette Box! Man kann die Uhr in der Box als Tischuhr verwenden! Genial!

Doch irgendwann kam der Wunsch nach einer nagelneuen Dornblüth! Und so bestellte ich mir eine neue Kal. 99.2, welche Dirk Dornblüth für mich etwas individueller gestaltete. Ich ließ bei der neuen Uhr das Werk rhodinieren und den sog. Quattro Arret Mechanismus einbauen. Dieser Mechanismus ist vergleichbar dem Zero reset von Lange. Wenn man die Krone zieht, dann läuft der Sekundenzeiger weiter bis zur nächsten vollen Viertelminute (15 oder 30 oder 45 oder 60), je nachdem, wo der Sekundenzeiger gerade stand, als man die Krone gezogen hat (Beispiel: Sekundenzeiger ist bei 5 Sekunden, man zieht die Krone, dann läuft er weiter bis 15 und hält an; oder Zeiger steht bei 47 Sekunden und man zieht, dann hält er bei 60 usw.)
Diesen Mechanismus hat Dornblüth (genau wie den genialen Gangreservemechanismus) selber entwickelt!
Das nenne ich Hirnschmalz und Handwerkskunst!!! 

Hier nun einige Bilder meiner „Neuen“:

Da eigentlich alles in Handarbeit hergestellt wird sind diese Uhren sicher nichts für Mega Pedanten! Denn irgendwo ist eine Handgravur immer etwas anders and sie Andere, die Schliffe werden von Hand gemacht, nicht von vollprogrammierten CNC Automaten, die Zeiger und Schrauben von Hand gebläut etc.

Aber ich finde sie sehr schön! Irgendwie ist es so, als würde man live Geschichte erleben, denn Dornblüth entwickelt sich sehr gut und wird wohl noch lange Uhren bauen! Bei anderen Firmen hört man immer nur von Geschichten aus der Vergangenheit, hier kann man sie miterleben! Die Uhr hat einen Durchmesser von 42 mm und ein Höhe von 12 mm. Dornblüth baut Gehäuse und Gläser nicht selber. Die sagen: “ … das können andere besser…!“ und sie haben recht. Bei 12 Uhren im Monat lohnt sich ein Gehäusebau sicher nicht! Ich jedenfalls bin mit meinen Dornblütht´s zufrieden und habe gleich eine Neue bestellt! Eigene Abholung in Kalbe inklusive!

Kategorien:Dornblüth & Sohn

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