Die Paul Newman Daytona(s) von Rolex – into the details


Die Paul Newman Daytona von Rolex – into the details

Kaum eine andere Uhr aus dem Hause Rolex treibt die Sammler derart um. Keine andere Uhr von Rolex hat in den letzten 25 Jahren eine derart kometenhafte Preisentwicklung erlebt. Und über keine Uhr wird so emotional gesprochen. Die Rede ist natürlich von der Paul Newman Daytona.

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Und zu keiner anderen Uhr von Rolex gibt es derart viele Missverständnisse und falsche Aussagen. Grund genug für einen Blick auf die Fakten und in die Historie der Newman-Daytona, der gleichzeitig aber auch ein Blick in die Geschichte der Modellreihe Daytona insgesamt ist.

Dieser Artikel lenkt den Blick bewusst auf einen generellen Überblick über die Paul Newman Daytonas, nicht aber auf die komplexen und umfangreichen Details, die z.B. verschiedene Blattvarianten erkennen lassen.

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Als Missverständnis Nr. 1 darf unbestritten gelten, dass es „die“ (eine) Newman-Daytona nicht gegeben hat. Paul Newman war bekennender Rolex-Träger und besaß wohl so einige Uhren aus diesem Hause.

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Darunter waren nicht nur Daytonas, sondern z.B. auch Day Dates. Und auch aus der Modellreihe der Daytona besaß und trug Paul Newman nicht nur ein Modell, sondern einige Modelle verschiedener Epochen.

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Genau genommen kann man also nicht von der einen Newman Daytona sprechen.

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Nur wenn man die Daytona Referenzen mit dem sog. Exotic-Zifferblatt separat betrachtet (die heute alle unter dem Oberbegriff „Paul Newman Daytona“ firmieren und auch teuer verkauft werden), dann kann man von der einen „Newman Daytona“ sprechen.

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Die Daytona mit Referenz 6239 war die einzige bekannte Daytona mit Exotic-Zifferblatt, die Paul Newman tatsächlich besaß und die er auch häufig,vornehmlich an einem breiten Lederband wie man es von Fliegeruhren kennt, getragen hat.

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Wenn man also von „der“ Newmann Daytona sprechen möchte, dann wäre das die Referenz 6239 mit Exotic-Blatt. Der Zusatz „Exotic“ ist wichtig, da diese Referenz im identischen Zeitraum auch mit einem normalen Zifferblatt (im folgenden Bild links) gegeben hat.

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Beide gezeigten Uhren sind technisch identisch. Lediglich das Zifferblatt und die Zeiger unterscheiden beide Uhren. Und genau diese Bauteile machen heute einen Preisunterschied von mehreren zehntausend, u.U. sogar hunderttausend Euro aus.

Die Exotic-Zifferblätter unterscheiden sich vollkommen von den anderen Daytona-Blättern aus dieser Zeit.

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Schon auf den ersten Blick erkennt man bei diesen Blättern eine Grundfarbe des Blattes (schwarz oder weiß) und davon klar farblich abgesetzte Hilfszifferblätter (in Opposition zur Blattfarbe weiß oder schwarz).

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Der spezielle Schrifttyp der Ziffern in den Hilfszifferblättern zeichnen die Exotic-Blätter ebenso aus wie auch die quadratischen Indizés. Im Hilfszifferblatt der kleinen Sekunde findet sich bei den Exotic-Blättern eine 15, 30, 45 und 60 Sekunden-Einteilung (im Gegensatz zur 20, 40 und 60 Sekunden-Einteilung der normalen Blätter.

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Weitere Erkennungsmerkmale sind z.B. die fehlende Leuchtmasse bei 12 Uhr (viele Blätter wurden aufgrund der bröckelnden Tritium-Leuchtmasse später revidiert und die Blätter relumed; dabei bekam das Blatt auch bei 12 Uhr eine Leuchtmasse-Punkt)

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Unter der Bezeichnung „Paul Newman Daytona“ werden heute also alle Daytona-Referenzen mit Exotic-Blatt zusammengefasst, wenngleich Paul Newman selber nur die Ref. 6239 sein Eigen nannte. Es folgt ein kurzer Überblick über die verschiedenen Daytona-Referenzen, die es mit Exotic-Blatt gegeben hat.

Referenz 6239 (schwarze und weiße Blätter mit Dreifarb-Druck einschl. roter Minuterie, Schriftzug „Daytona“ in Rot über dem Stundenzähler, Lünette mit Tachymeterskala in Metall, keine verschraubten Drücker, Kaliber Valjoux 722, Mk I Blatt nur in 1963)

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Referenz 6241 (identisch zur 6239, aber schwarze Lünette)

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Referenz 6262 (ab 1965, nahezu identisch zur 6239, aber in der Uhr wurde ein weiterentwickeltes Kaliber Valjoux 727 (z.B. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde im Ggs. zu 18.000 A/h beim 722). Die Referenz 6262 gab es nur ein Jahr lang von 1970 bis 1971. Es wird auch von zweifarbigen Blätter ohne rote Minuterie berichtet)phillips-rolex-6262-musketeer-paul-newman-1

Referenz 6264 (für diese Referenz gilt, im Vergleich mit der Vorgänger-Referenz 6241, das Gleiche wie für die 6262 und deren Vorgängerin 6239, auch die 6264 hat, im Ggs. zur 6262 eine schwarze Lünette)rolex-chronographe-daytona-paul-newman-6264-acier

Referenz 6240 (ebenfalls 1965, sehr ähnlich der Ref. 6264, aber: erste und sehr seltene Zwischenreferenz mit verschraubten Drückern und dem Schriftzug „Oyster“ auf dem Mk I Blatt, noch das Kaliber Valjoux 722, aber schon zweifarbiges Panda-Blatt)

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Referenz 6265 (ab ca. 1970, Oyster-Gehäuse, verschraubte Drücker, Metall-Lünette, zweifarbiges „Panda-Blatt“, „Oyster“-Schriftzug zwischen „Rolex“ und „Cosmograph“, der „Daytona-Schriftzug über dem Stundenzähler fehlt)

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Referenz 6263 (wie Referenz 6265, aber schwarze Lünette)

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Für die Referenzen 6265 und 6263 lässt sich sagen, dass diese Referenzen nur höchst selten mit schwarzem Blatt und weißen Hilfszifferblättern zu finden sind. Bei den schwarzen Blättern ist zudem der Schriftzug „Oyster“ unter den beiden anderen Schriftzügen „Rolex“ und „Cosmograph“ gedruckt. Entsprechende der Anfangsbuchstaben der Schriftzüge nennt man diese Blätter auch „RCO“ Blätter. Dementsprechend teuer sind diese Stücke. Weitaus häufiger, so man das bei einer Daytona mit Exotic-Blatt überhaupt sagen kann, sind die Uhren mit weißem Blatt (und schwarzen Hilfszifferblättern).

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Eine Sonderstellung unter den Newmann-Daytonas mit Exotic-Blatt nehmen die Modelle mit massiv goldenen Gehäusen (14k und 18k) und ebenso massiven Bändern ein, da sie noch seltener sind als die Stahl-Uhren.

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Die goldenen Newman-Daytonas finden sich zumeist mit schwarzem Blatt oder mit champagnerfarbenem Blatt.

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Die seltensten, da in ihrer Entstehung unberechenbaren Newman-Daytonas mit Exotic-Blatt sind die Uhren mit einem sog. Tropical-Blatt, die sich auch bei anderen Rolex-Sportmodellen finden. Bei diesen Uhren verfärben sich im Laufe der Zeit die schwarzen Anteile des Blattes bräunlich.

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Ebenso wertvoll weil auch selten sind die Newmann-Daytonas mit Exotic-Blatt, die eine Signatur des Verkaufsagenten (z.B. Tiffany oder Hérmes) auf dem Blatt und/oder auf dem Bodendeckel.

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