Rolex Glidelock – Original vs. Fake


Es gibt eine einfache, alte Regel die da besagt: umso begehrter eine Marke, umso mehr Fälschungen gibt es von ihr. Das trifft seit jeher auch auf Rolex zu. Wurden früher zumeist ganze Uhren „nachgemacht“ und billig an den Strandpromenaden von Urlaubsländern verkauft, so werden heute auch Einzelteile von Rolex-Uhren nachgemacht. Und noch etwas hat sich verändert: die Qualität der „Fakes“ wurde mit der rasanten Entwicklung der Technologien (CNC-Fräsmaschinen, Wasserstrahlschneider uvm.) immer besser. Mittlerweile sind wir an eine Punkt angekommen, an dem ein Laie ein gut gemachtes Fake kaum mehr erkennen kann. Besonders Zifferblätter und Armbänder samt Schließe werden im Bereich „Rolex“ heute gerne gefälscht.

Eines noch vorne weg: ich bin ein erklärter Feind jedweder Fälschungen! Der Reiz eines jeden Dings liegt für mich in der Authentizität und nicht in der Wirkung auf andere Menschen. Dieser Artikel hier soll helfen, z.T. teure Fehlkäufe zu vermeiden. Ich konzentriere mich an dieser Stelle auf nachgemachte Rolex-Glidelock-Schließen, die aktuell vermehrt angeboten werden. Viele Rolex-Liebhaber rüsten ihre Uhren gerne mit einer Glidelock-Schließe nach. Nicht zuletzt, weil der Längenverstellmechanismus so einfach zu bedienen ist. Und da ein neues Rolex-Band mit 1.600 Euro (für ein Submariner-Band) recht teuer ist reizen die allzu günstigen Angebote im Internet.

Über die Zifferblätter der bekanntesten Rolex Modelle, alt wie neu, habe ich bereits mehrere Artikel in diesem Blog verfasst. Eine Übersicht über die vielfältige Auswahl an Rolex-Schließen habe ich in einem separaten Artikel niedergeschrieben.

Rolex Glidelock Schließe – Original versus Fake

Das folgende Bild zeigt zwei Glidelock-Schließen, wie sie an der Rolex Deep Sea verbaut worden sind. Eine ist original, eine ist ein Fake

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Und hier mal die Rückseite

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und geöffnet

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Des Rätsels Lösung:

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Im folgenden Beitrag soll es darum gehen, genau so ein Fake zu erkennen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Fakes wesentlich schlechter verarbeitet werden als die Originale. Auch die Passgenauigkeit der Bauteile ist wesentlich ungenauer.

Im oben gezeigten Bild sieht man das anschaulich im Bereich des Sicherungshebels. Man beachte die Spaltmaße und die Bündigkeit der Bauteile. Der Einfachheit halber habe ich die wesentlichen Auffälligkeiten und Unterscheide jeweils rot markiert.

Der Bereich des Sicherungshebels noch mal etwas genauer betrachtet:

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Und noch einmal aus einer anderen Perspektive

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Im folgenden Bild sieht man oben je eine originale Deep Sea und Explorer II (Oysterlock) Schließe, unten zwei Fakes

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Rolex signiert die Schließen mit einem sog. Schließencode. Daran lässt sich (zumindest bei älteren Schließen) das Baujahr recht gut nachvollziehen. Siehe hierzu auch meinen Artikel in diesem Blog über die Rolex Codes:

https://100percentpassion.wordpress.com/2014/02/25/die-rolex-codes/

Bei den Fakes stimme diese Codes meist nicht oder aber sind Fantasie. Ich hatte gerade eine Rolex Submariner Glidelock-Schließe in den Händen, die „PJ1“ signiert war. Das bedeutet, dass diese Schließe im Januar („1“) des Jahres 2008 („PJ“) hergestellt worden sein soll. Derartige Schließen gab es aber erst seit 2010 mit dem Erscheinen der Submariner Ref. 116610 LN.

Ich sprach die Verarbeitungsqualität an. In der Folge einige Beispiele:

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Sogar an den Aussenflächen findet man bei den Fakes grobe Bearbeitungsspuren

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Auch die vernieteten Stifte zeigen Unterschiede:

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Bei der Glidelock-Schließe der Deep Sea kann man bei vielen Fakes beobachten, dass der Hebel nicht ganz schließt, wenn das Band auf die maximale Länge eingestellt ist

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Auch im Bereich der Lasergravuren innen an den Schließenteilen lassen sich Unterschiede finden

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Die Passgenauigkeit der Schrauben am Band lohnt sich immer

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und im Detail

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Auch wenn die Unterschiede auf meinen Makroaufnahmen vor allem im Vergleich gut zu erkennen sind, so sollte man sich doch nicht zu sicher sein.

In der Realität ohne Lupe ist es sehr schwer, derartige Fälschungen zu erkennen. Nahezu unmöglich ist es auf Foto´s, wie sie in Internetangeboten gezeigt werden. Hier ein Beispiel eines Ebay-Angebotes:

image image 2 image 3

(Quelle: Ebay)

Erstaunlich ist, dass diese Schließen wirklich bis ins kleinste Detail nachgebaut worden sein. Jedes Bauteil ist dort, wo es hingehört. Nur eben nicht in der Qualität und Passgenauigkeit wie beim Original. Angeboten werden solche Schließen für etwa 350 bis 500 Euro. Viel Geld für eine Fälschung!

Sicher funktionieren diese Schließen irgendwie. Das tun Rolex-Fakes mit China-Uhrwerk auch. Aber ich finde, man sollte keine Fakes kaufen oder tragen. So etwas gehört sich nicht.

Also: Augen auf beim Kauf einer Uhr oder derartiger Teile! Und im Zweifel sollte man die Experten in einem der Uhrenforen fragen. Ich empfehle z.B. www-r-l-x.de, stehe aber auch gerne selber zur Verfügung.

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1 Kommentar

  1. Danke für die ausführliche Recherche und deren Veröffentlichung. Insbesondere an den Codes und deren Buchstaben, die ein Jahr markieren, kann der Laie dann ein Fake erkennen. Ein Bekannter hat auch ein Guide Lock Armband mit dem Code PJ3, also unmöglich.

    Allerdings muss man leider Neidliste anerkennen, daß Fake-Armbänder mittlerweile von wirklich guter Qualität sind.

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