X-Pee’dition: N wie Nachschwärzen


Manon hat wieder „zugeschlagen“ und zeigt uns heute erneut einen interessanten Einblick in ihre Uhrmacher-Werkstatt. Dieses mal geht es um die Restauration der schwarzen Schrift, die man z.B. bei den Lünetten der Rolex Explorer II findet. Viel Freude bei der Lektüre und vielen lieben Dank an Manon!

Im Rahmen meiner Vintage Aufarbeitungen/Revisionen gibt es bekanntlich die Option der individuellen Gehäuseaufbereitung respektive dessen Gestaltung und dazu gehört mitunter das Auffrischen von Lünetten.

und darum heißt es heute „Vorhang auf“ bei:

der großen Kunst der kleinen Malerei

1Ich veranschauliche heute mal die Arbeitsschritte bezüglich des Auffüllens von Reliefs und um ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen, bedarf es schon einer Farbe die nicht nur resistent gegen vielerlei Reiniger sowie Lösungsmittel ist, sondern vor allem auch UV-beständig !

Dieses beispielhafte Konvolut an Markenstiften und Farbe, eignen sich trotz ihrer fantastischen Eigenschaften im eigentlichen Verwendungsbereich, leider nicht wirklich für eine dauerhafte Füllung unserer Lünette.

2Als erste mache ich einen Farbechtheitstest, um die „handelsüblichen Hilfsmittel“ und somit vorhergegangen unsachgemäßen Manipulationen zu enttarnen und dazu verwende ich verschiedene Benzole für den Synthese Test
3….schauen ob diese negativ ausfallen,
4…haha die 14….entlarvt !!!!!
5Nach der kompletten Reinigung der Lünette kann ich mit dem Auffrischen der nun farbfreien Reliefs beginnen und dazu müssen die entsprechenden Reliefs absolut staub/fettfrei sein.
6Jetzt benötige ich das richtige Equipment dazu, also mein „Mein Tuschkasten“ ,
7welcher aus ein 3 Komponenten System besteht:

1K) pigmentechte Flüssigschwärze

2K) hydrophiles Pulvergranulat mit Additiven

3K) Hydroxylat (verflüssigter Temp.-Härter)

Info: diese Verfahrensweise ähnelt einwenig den Dry-Blend Verfahren aus der Pulverbeschichtung

im jetzigen Arbeitsschritt verbinde ich die gewünschte Menge an Schwärze mit dem Granulat
8sowie mische dann die dritte Komponente mit bei, um auch u.a. eine malfähige Viskosität zu erhalten
9mit einem umgeänderten Putzstäbchen in der Funktion als „Pinsel“ male ich das Relief aus
10entstandene Unachtsamkeit beim Malen entferne ich mit einem Putzstäbchen
11Mein letzter Arbeitsgang ist, dass ich nun sie für ihren dauerhaften Einsatz ermögliche, indem ich die nun die Schwärze für einige Sekunden „einbrenne“
12nach diesen ganzen Arbeitsschritten habe ich dann wieder eine einheitlich geschwärzte und vernünftige gefüllte Lünette
13….welche sich nachher im Gesamtbild total schön wieder präsentiert
14
– fine –

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1 Kommentar

  1. Wie immer „Manón“…, perfekt!

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