Die Frage nach der Lieblingsuhr – sie stellten wir diese Woche Sascha. Wer Sascha kennt, der weiß, dass er eine Menge äußerst unterschiedlicher Uhren sein Eigen nennt. Entsprechend gespannt waren wir auf seine Antwort.
Alles begann im Jahr 1989. In diesem Jahr sollte sich mein Leben in vielerlei Hinsicht verändern. Unter anderen erwachte meine Begeisterung für schöne Uhren in diesem Jahr. Viele der wunderbaren Zeitmesser, die ich in den Auslagen der Juweliere in Bonn, meiner damaligen Heimat, mit schöner Regelmäßigkeit anschaute und mir förmlich „die Nase an den Schaufenstern platt drückte“, waren für einen Schüler wie mich in unerreichbarer Ferne.
Ich erinnere mich genau an zwei Begebenheiten: zum einen stand da in einem Schaufenster, zwischen all den polierten und zum großen Teil im Edelmetallgewand daherkommenden Uhren eine ganz außergewöhnlich Uhr. Sie war grau, schlicht, geradezu einfach im Design. Und das Preisschild schien falsch zu sein. „5.750 Deutsche Mark“ stand da zu lesen. Das war mehr als doppelt so viel wie eine Rolex Submariner damals kostete. Es war eine IWC Ocean 2000, eine Uhr, die mich heute wie damals fasziniert, aber nicht die Uhr ist, um die es hier gehen soll.
Die zweite Begebenheit hat mit einem Bekannten meiner Eltern zu tun, der damals gerade eine Rolex Day Date in Gelbgold sein Eigen nannte und jedem erzählte, dass das Gehäuse aus einem massiven Goldbarren herausgestanzt worden sei. Die Uhr war sehr auffällig, aber auch sehr faszinierend. Damit begann mein bis heute andauerndes Interesse für die Marke Rolex. Aber auch um Rolex soll es nicht gehen, wenngleich ich die Uhren aus diesem Genfer Haus besonders zu schätzen weiß.
Meine Lieblingsuhr, gleichzeitig mein „Gral“ im Uhrenbau, ist die Uhr einer Marke, deren Wiedergeburt ich live miterleben konnte.
Als junger Student an der Medizinischen Fakultät der technischen Universität Dresden erlebte ich den Neustart von A. Lange & Söhne live und direkt mit. Von Anfang an fuhr ich regelmäßig mit der S-Bahn von Dresden nach Glashütte und begleitete die Entwicklung der Marke fasziniert und vor Ort. Die erste Manufakturführung folgte und spätestens ab da hatte mich A. Lange & Söhne in den Bann gezogen.
Einige Jahre später präsentierte A. Lange & Söhne dann einen Zeitmesser, der mir nicht mehr aus dem Kopf gehen sollte. Im Jahr 1999 wurde in Genf die Referenz 403.035 präsentiert. Hinter diesem schlichten Kürzel verbirgt sich eine der schönsten und besten Uhren aus deutscher Produktion, wenn nicht der Welt: der Datograph Flyback.
Der Preis dieser Uhr im Platingewand war ebenso schwindelerregend hoch wie die Ästhetik, die Qualität und die Faszination der Uhr.
Und so, nach vielen Jahren der Vorfreude mit vielen Omega-, IWC-, Jaeger-LeCoultre- und Rolex- Uhren leistete ich mir meinen Traum, den Datograph Flyback von A. Lange & Söhne aus Glashütte.
Und wenn man wie ich das Glück hatte, Walter Lange, den Patriarchen des Hauses A. Lange & Söhne, schon mehrfach treffen und sprechen zu dürfen, dann schafft so etwas eine Bildung zu dieser Marke, die stärker nicht sein könnte.
Daher ist meine Lieblingsuhr eindeutig der Datograph Flyback
Erschienen ist dieser Artikel auf luxify!, dem Lifestyle-Magazin von http://www.r-l-x.de:
Lieblingsuhren – der Datograph Flyback von Sascha

