Die Leser meines Blogs wissen, dass meine Passion sehr guten und vor allem komplexen mechanischen Zeitmessern gilt. Solche, die von echten und authentischen Uhrenmanufakturen erdacht und gefertigt werden. Von Manufakturen, die diese kleinen Kunstwerke auch in 20 oder 40 Jahren noch warten und reparieren können.
Ich spreche hier von Uhren, die auch meinen Kindern und Enkeln noch Freude bereiten werden.
Die Antwort ist ebenso simpel wie einleuchtend: weil es in diesem Artikel um nicht weniger als um die Zukunft des Uhrenbaus geht.
Seit Christiaan Huygens im Jahr 1673 seine Abhandlung „Horologium Oscillatorium“ über eine ganggenaue Pendeluhr mit einem Zykloidenpendel veröffentlicht gab es in der Entwicklung und im Bau mechanischer Uhren zwar einige, z.T. bahnbrechende Entwicklungen. Man denke nur an das Tourbillon von Breguet, an Ewige Kalender, an Repetitionsuhren, an Uhren mit gyroskopisch gelagerter Hemmung und an all die neuen Materialien rund um das Silizium.
TAG Heuer rüttelt seit dem 14. März 2017 an genau diesem bisher unverrückbar feststehenden Grundsatz der Uhrenherstellung und des Uhrenvertriebs. Und weil ich der festen Überzeugung bin, dass die zunehmende Digitalisierung auch das Konsum- und Kaufverhalten der Menschen massiv beeinflusst und dies in Zukunft in viel größerem Maße tun wird ist das, was TAG Heuer im März 2017 begonnen hat der erste gewaltige Schritt in Richtung Zukunft für den Uhrenbau.
Ganz kompliziert wurde es bisher, wenn man zum Outfit nicht nur den passenden Gürtel oder die passenden Schuhe tragen wollte, sondern auch die passende, auf das Outfit abgestimmte Uhr.
TAG Heuer präsentierte nun ein System, eine Art Baukasten, mit dem man zu wirklich jedem Anlass seine passende Uhr selber erschaffen kann. Und das geht weit über den Wechsel eines Armbands hinaus.
Bei der TAG Heuer Connected Modular 45 kann man nahezu jede größere Baugruppe, also Gehäuse, Bandanstöße, Uhrwerk/Digital-Modul, Armband Schließe tauschen und alles mit einander nach Belieben kombinieren. Und die Einzelteile gibt es in verschiedenen Materialausführungen, mit und ohne Steinbesatz etc.
Jeder kann sich per Online-Konfigurator seine Traumuhr zusammenstellen und dann auch später über den Zukauf von Bauteilen immer wieder verändern. Theoretisch sind unendlich viele Möglichkeiten der Kombination dieser Einzelteile möglich, doch TAG Heuer begrenzte die tatsächliche Anzahl auf 850.
Man kann nun also zum Sport seine Sportuhr am Kautschukband tragen, daraus im Handumdrehen eine Smartwatch oder einen mechanischen Chronographen, passend zum neuen Outfit z.B. am Canvasband machen und abends dann die Uhr wiederum zu einem Tourbillon am hochwertigen Lederband umwandeln. Mit diesem einen System.
Ich werde sicher trotz alledem kein Fan der Smartwatch werden. Meine Passion ist und bleibt die mechanische Uhr. Aber der bahnbrechende Ansatz, den TAG Heuer hier gewählt hat begeistert mich enorm. Und es gibt ja auch einen mechanischen Chronographen mit Tourbillon für Mechanik-affine Menschen wie mich…!
Die Zukunft der mechanischen Uhr hat also begonnen. Und wir sind live mit dabei!
